New York/Toronto (dpa) - „
Slumdog Millionaire“, der neue Film des britischen Regisseurs
Danny Boyle („
Trainspotting“), ist zum Abschluss des Internationalen Toronto Filmfestivals mit dem begehrten Publikumspreis ausgezeichnet worden.
In der hinreißenden Komödie erzählt Boyle die Geschichte eines Teenagers aus den Slums von Mumbai, der in der indischen Version des TV-Ratespiels „Wer wird Millionär?“ gewinnt. Die indische Nachwuchsschauspielerin
Freida Pinto nahm den Preis am Samstagabend (Ortszeit) stellvertretend für das Team unter großem Beifall entgegen.
Der deutsche Film, obwohl gut vertreten, sorgte bei dem Festival für wenig Aufsehen. Der mit Spannung erwartete neue Film von Oscar-Preisträgerin
Caroline Link, „
Im Winter ein Jahr“, stieß bei der kanadischen Kritik auf ein eher verhaltenes Echo. „Eine schön gemachte, aber nicht besonders frische Geschichte“, befand etwa das Filmblatt „Variety“. Und die Zeitung „Globe and Mail“ schrieb, trotz hervorragender Darsteller und perfekter Dialoge „gibt es hier leider wenig Neues“.
Insgesamt waren bei dem traditionsreichen Filmfest in zehn Tagen mehr als 300 Streifen aus aller Welt zu sehen. Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage sei das Interesse der Filmindustrie „grundsätzlich lebhaft“, sagte Festivaldirektor Piers Handling. Seinen Angaben zufolge nahmen mehr als 300 000 Menschen an dem Filmfest teil, weitere 150 000 besuchten die kostenlosen Veranstaltungen außerhalb der Kinosäle.
Der britische Künstler Steve McQueen erhielt für sein Kino-Debüt „Hunger“ den Diesel Discovery Award, den die rund 1000 anwesenden Journalisten vergaben. Der bereits in Cannes gezeigte Film schildert die letzten Tage des Hungerstreiks eines Häftlings, der 1981 in einem nordirischen Gefängnis starb. Im Programm „Entdeckungen“ wurde US-Regisseur Derick Martini für „Lymelife“ geehrt, eine tragikomische Geschichte über das amerikanische Alltagsleben mit
Rory Culkin und
Alec Baldwin in den Hauptrollen. Das Festival fand zum 33. Mal statt.