Frankfurt/Main (dpa) - Die Fernsehschelte des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranickis war am Freitagabend auch Diskussionsthema bei der Verleihung des Hessischen Film- und Fernsehpreises.
„Niveau ist, wo ich bin“, sagte der Schauspieler
Wotan Wilke Möhring („Schluss mit lustig!“). Niveau habe viel mit der Auswahl von Rollen zu tun „und mit dem, was Schauspieler haben: Verantwortung - gegenüber dem Stoff und gegenüber dem Zuschauer“.
Sein Kollege
Franz Dinda („
Die Wolke“, „Küstenwache“) erklärte, beim Niveau des Fernsehens in Deutschland sei zwar „auf jeden Fall noch viel nach oben offen“, andererseits halte er das „einseitige Eindreschen aufs Fernsehen“ für übertrieben. „Es gibt vieles, was auf den ersten Blick als leichte Kost abgetan wird. Aber die Nachfrage scheint doch zu bestehen. Die Zeiten ändern sich eben.“ Es sei typisch für Ältere, dass sie dächten, alles werde miserabler.
Der Schauspieler
Burghart Klaußner („
Die fetten Jahre sind vorbei“) äußerte sich kritisch: „Im Großen und Ganzen kann das Niveau immer noch tiefer sinken, in der Hoffnung, dass die Letzten hinterm Ofen vorgeholt werden.“ Zwar gebe es auch immer wieder gute Filme, aber generell werde eine „möglichst große Verflachung“ des Fernsehens vollzogen. Sein Kollege
Matthias Brandt („Contergan“) erklärte, er habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, „dass es weiterhin möglich ist, gute Stoffe zu verwirklichen“. Er warnte davor, mit der jetzt angestoßenen Diskussion über das angeblich niedrige Niveau des Fernsehens „eine Eigendynamik herbeizureden“.
Ganz auf einen Kommentar verzichtete Schauspielerin
Monica Bleibtreu: „Ich mag so etwas nicht. Ich gebe nicht gerne kurze Statements“, sagte sie.