Amsterdam (dpa) - Er führte die Kamera bei einigen der spannendsten Actionfilme Hollywoods. Doch selbst Thriller wie „
Stirb langsam“ oder „
Jagd auf Roter Oktober“ waren
Jan de Bont „nicht schnell genug“.
Auch um zu demonstrieren, was Geschwindigkeit für einen Film wirklich bedeuten kann, wechselte der Niederländer, der am 22. Oktober 65 Jahre alt wird, ins Regiefach.
Das Ergebnis verschlug Kinobesuchern 1994 fast den Atem: In „Speed“ treiben Sandra Bullock und Keanu Reeves einen Linienbus zu höchsten Fahrleistungen an. Sonst würde der Passagier-Brummi explodieren, weil Dennis Hopper als terroristischer Fiesling eine Bombe mit dem Tachometer als Zünder verbunden hat. De Bont gelang es, aus diesem recht einfachen Stoff einen Referenz-Thriller zu drehen, an dem seither jeder Regisseur gemessen wird, der kinetische Energie in Spannungsdramatik umzusetzen versucht.
Rasend schnell ging es bei dem frisch gebackenen Hollywood- Regisseur aus Eindhoven weiter, der sein Handwerkszeug an der Filmakadamie in Amsterdam gelernt hatte: Auf „
Speed“ folgte der Hurrikan-Abenteuerfilm „
Twister“ und damit ein neuer Hit. Weniger beeindruckend fanden Kritiker und Zuschauer 1997 De Bonts Versuch, die Geschwindigkeit mit „
Speed 2“ noch ein wenig zu erhöhen.
Auch „
Das Geisterschloss“ (1999) mit
Catherine Zeta-Jones und
Owen Wilson sowie die Fortsetzung der Lara-Croft-Verfilmung „Tom Raider - Die Wiege des Lebens“ mit Angelina Jolie waren solide Regiearbeiten. Doch es fehlte der Pepp, mit dem er bei seinem außerordentlich erfolgreichen Debüt als Filmregisseur überrascht hatte.
Das konnte freilich De Bonts Ruf als Meister des Geschwindigkeits- Thrillers und als einer der technisch brillantesten Kameramänner der Welt nicht schaden. Und unvergessen ist bei Cineasten natürlich auch die berühmte Szene, für die De Bont beim Dreh des Erotik-Thrillers „
Basic Instinct“ (1992) auf Bitten seines Landsmanns, des Regisseurs
Paul Verhoeven, mit der Kamera völlig zitterfrei die Bewegung der Beine von Sharon Stone verfolgte.