Berlin (dpa) - Ein Augenschmaus und Hörerlebnis für Kinofans: Die Retrospektive der 59. Internationalen Filmfestspiele Berlin (5. bis 15. Februar 2009) widmet sich unter dem Motto „Bigger than Life“ (Größer als das Leben) dem 70-mm-Breitwandformat.
Doppelt so breit wie der 35-mm-Standardfilm sei es das adäquate Format für große Leinwandepen und Kolossalfilme, Abenteuerfilme und Western, für Musicals und Science-Fiction „für grandiose Landschaftspanoramen ebenso wie für bestechend schöne, intime Nahaufnahmen“, betonte die Berlinale am Montag in ihrer Ankündigung.
Der 70-mm-Film war im Zuge der wirtschaftlichen Krise Hollywoods Mitte der 50er Jahre vor allem als technische Innovation von Bedeutung, mit der das Fernsehen nicht konkurrieren konnte, da der Breitwandfilm mit seiner optischen und akustischen Brillanz nur im Kino voll zur Geltung kommt. „Die Retrospektive ist auch eine Hommage an die großen Filmpaläste, von denen heutzutage nur noch wenige existieren“, kommentiert Rainer Rother, Leiter der Retrospektive. „Deshalb freuen wir uns besonders über das Kino International als Spielort, das 1963 als drittes 70-mm-Kino in der DDR eröffnet wurde.“
Die Retrospektive zeigt 22 Filmprogramme mit Produktionen aus den USA, der Sowjetunion und Europa. Darunter sind Klassiker wie
Joseph L. Mankiewicz „Cleopatra“ (196163), David Leans „
Lawrence of Arabia“ (1961/62) und William Wylers „
Ben Hur“ (1959). Auch Stanley Kubricks bahnbrechender Film „
2001: A Space Odyssey (1965-68) wird aufgeführt.
Aber auch Neuentdeckungen, unter anderem aus der früheren Sowjetunion, werden gezeigt. Neben dem ersten Sovscope-70-Film, „Flammende Jahre“, (1960/61), sind zwei weitere Filme aus der UdSSR im Programm: Sergej Bondartschuks Tolstoi-Verfilmung „Krieg und Frieden“ (196267) und Samson Samsonows „Optimistische Tragödie“ (1963). Die Retrospektive präsentiert auch den wohl bemerkenswertesten Film der insgesamt sieben Spiel- und drei Dokumentarfilme umfassenden DEFA-70-Produktion: „Goya“ (196971) von Konrad Wolf, ein Sittengemälde nach dem Roman von Lion Feuchtwanger. Die Schau wird im Kino International und im Cinestar 8 am Potsdamer Platz präsentiert.