Bremen (dpa) - Auf den ersten Blick wirkt das weiße Einfamilienhaus so friedlich wie alle anderen in der Straße. Doch in seinem Inneren tobt ein erbitterter Streit.
„Fass mich nicht an, das ist widerlich“, brüllt die Schauspielerin
Fritzi Haberlandt als Jutta Hartwig und schlägt die Hand ihres Mannes Leon (
Felix Eitner) weg. In dem Moment klingelt es an der Tür. Die Bremer „Tatort“-Kommissarin Inga Lürsen und ihr Kollege Stedefreund drängen in den Hausflur. Sie ermitteln den Tod eines jungen Strichers, dessen Leiche in der Weser trieb. Dabei stoßen sie immer wieder auf den Elektroinstallateur Leon Hartwig. Er schien in den Tagen vor dem Mord immer genau dort gewesen zu sein, wo auch das spätere Opfer war.
Der 19. Bremer ARD-„Tatort“-Krimi mit dem Titel „Tote Männer“, für den die Schauspieler zurzeit vor der Kamera stehen, führt die Ermittler in das Homosexuellen-Milieu. Dabei überschattet ein privater Konflikt ihre Arbeit. Nach einer Feier fährt Stedefreund (
Oliver Mommsen) Lürsens erwachsene Tochter Helen nach Hause und die beiden kommen sich näher. Die Kommissarin ist darüber alles andere als erfreut, wie ihre Darstellerin Sabine Postel erzählt: „Unsere berufliche Beziehung ist dadurch erheblich gestört. Das ist ein Vertrauensmissbrauch und ich bin eifersüchtig.“
Seit 1997 verleiht die inzwischen 54-Jährige der Figur Inga Lürsen nicht nur ein Gesicht, sondern auch charakterliche Tiefe. Dabei fließen viele eigene Erfahrungen und Gefühle ein: „Man ist ja nicht echt, wenn man eine Kunstfigur darstellt, in der von einem selber nichts vorkommt“, betont Postel.
Die 33-Jährige Haberlandt („
Nichts als Gespenster“) tritt dagegen zum ersten Mal bei einem „Tatort“ auf. „Ich bin ein großer "Tatort"- Fan und habe mir schon immer gewünscht, dort mitzuspielen.“ Die facettenreiche Rolle der Jutta Hartwig fand sie besonders reizvoll. Die junge Frau erwartet gerade ihr erstes Kind und will ihrer Familie eigentlich nur ein schönes Heim bereiten. Als ihr Mann unter Mordverdacht gerät und bestreitet, das Mordopfer gekannt zu haben, beginnt sie sich zu fragen, welche Geheimnisse er vor ihr hat.
Ein bisschen Krimi-Luft konnte Haberlandt allerdings in diesem Jahr schon schnuppern. An der Seite von Eitner hat sie gerade eine Episode für den „Polizeiruf 110“ gedreht, die im kommenden Jahr ausgestrahlt wird. Für Eitner bedeutet seine Rolle im „Tatort“ vor allem, die Seiten zu wechseln: Während er im Schweriner „Polizeiruf“ regelmäßig den Kommissar mimt, ist er in „Tote Männer“ der Verdächtige.