Potsdam
(dpa) - Hollywood-Stars von
Kate Winslet bis
Brad Pitt tummelten sich im vergangenen Jahr auf dem Areal von Studio Babelsberg - und bescherten dem traditionsreichen Filmstandort wieder Gewinne.
„Wir werden mit einem niedrigen einstelligen Millionenbetrag im Plus sein“, sagte Vorstandschef Carl Woebcken in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Genaueres könne er noch nicht sagen, jedoch dürften die Gewinne „unter denen des Vorjahres liegen“.
Damals konnte vor allem dank der Filme „
Operation Walküre“ mit
Tom Cruise, „
The International“ mit
Clive Owen sowie „
Speed Racer“ mit
Emile Hirsch bei einem Umsatz von 87,1 Millionen ein Nachsteuergewinn von 6 Millionen Euro eingefahren werden. „Sieben Kinofilme wurden im vergangenen Jahr in Babelsberg gedreht, 2007 waren es zwölf.“
Dennoch ist Woebcken angesichts einer Auslastung der Studios von rund 80 Prozent im Jahr 2008 zufrieden. „Höhepunkt war ein millionenschwerer Vertrag mit dem Hollywood-Produzenten
Joel Silver (
Matrix-Trilogie).“ Damit hat sich das Studio vor den Toren Berlins an einem Paket mit 15 Filmen als Produzent beteiligt, die in den nächsten fünf Jahren entstehen sollen. „In diesem Jahr werden wir aus diesem Paket einen Film, vielleicht sogar zwei Produktionen mit einem Budget von jeweils etwa 25 bis 45 Millionen Euro auf unserem Areal haben.“
Als Koproduzent aller 15 Streifen wird das Studio zudem an den Auswertungserlösen beteiligt. Das Studio hat einen zweistelligen Dollar-Millionenbetrag in die Produzenten-Allianz investiert. „Mittelfristig sind deutliche Gewinne zu erwarten.“ Mit weiteren Partnern aus Hollywood, aber auch aus Europa laufen Verhandlungen zu ähnlichen Filmpaketen, verriet Woebcken.
„Babelsberg ist in Hollywood ziemlich angesagt“, meinte der Vorstandschef. Die vielen Stars auf dem Studiogelände, aber auch das neue Förderinstrument des Deutschen Filmförderfonds (DFFF) hätten dies bewirkt. Die heutige Verbindung zwischen der Traumfabrik und dem ältesten deutschen Filmstudio sei eine „Evolution“, die noch in Zeiten begann, als der französische Konzern Vivendi das Studio unter sich hatte. Filme wie Roman Polanskis „
Der Pianist“ waren der erste Grundstein, als „Meilenstein“ wertete Woebcken auch den Streifen „
V for Vendetta“ anno 2005. „Wir wurden damit als zuverlässige Produktionsbasis von Hollywood entdeckt.“
Ins Jahr 2009 blickt Woebcken optimistisch, das erste Halbjahr sei schon gut gebucht. „Anfang Februar beginnt Polanski mit den Dreharbeiten für den Thriller "
The Ghost".“ Mit dabei: Ex-Bond-Darsteller
Pierce Brosnan. „Mindestens ein weiteres großes Projekt steht schon für die ersten sechs Monate.“
Gespräch: Imke Hendrich, dpa