Berlin (dpa) - Die am Donnerstag beginnende Berlinale manifestiert nach Ansicht von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) auch die Stärke des deutschen Films auf dem internationalen Parkett.
Das gelte auch für die wieder gewonnene Bedeutung und Attraktivität des Filmproduktionsstandortes Deutschland. So seien von den 386 Filmen in allen Sektionen des Festivals 98 mit deutscher Beteiligung entstanden. „Das gab es noch nie“, sagte Neumann in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa im Vorfeld der Berlinale.
„Unser neuer Deutscher Filmförderfonds hat dazu geführt, dass immer mehr deutsche Produktionen, Schauspieler, Autoren und Themen international stärker beachtet werden und auch immer mehr Großprojekte in Deutschland als Koproduktionen entstehen.“ Das zeigten Filme wie „
Der Vorleser“, „
Operation Walküre“, „
The International“ und demnächst Quentin Tarantinos neuestes Filmprojekt „
Inglourious Basterds“.
Wie die Berlinale spiegelten auch die Oscar-Nominierungen oder - Gewinner der vergangenen Jahre diese erfreuliche Entwicklung für den deutschen Film wider. In diesem Jahr ist unter anderem „
Der Baader-Meinhof-Komplex“ im Rennen. Nach dem Oscar für die „Blechtrommel“ 1980 habe lange Jahre internationale „Funkstille“ auf diesem Gebiet für Deutschland geherrscht. Seit 2002 sei aber fast jedes Jahr wieder ein deutscher Film für einen Oscar nominiert, zwei hätten ihn sogar gewonnen („
Nirgendwo in Afrika“ und „
Das Leben der Anderen“).
Neumann plädierte dafür, nicht nur Großprojekte zu fördern, sondern auch viele kleinere Filme, die oftmals erst das Sprungbrett für hoffnungsvolle Talente im deutschen Film seien. „Wer viele Weltklassespieler wie Franz Beckenbauer in der Bundesliga haben will, muss auch an der Basis auf viele kleine Vereine zurückgreifen können.“ Besonders unter kulturellen, aber auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sei die Förderung selbst von Filmen mit nicht so hohen Zuschauerzahlen sinnvoll, betonte der Staatsminister.
Seit Bestehen des von seinem Haus initiierten Deutschen Filmförderfonds seien seit 2007 fast 200 Filmprojekte mit rund 118 Millionen Euro unterstützt worden. Sie hätten durch die Beschäftigung vieler Mitarbeiter und die Auslastung der Studios einen wirtschaftlichen Effekt von über einer Milliarde Euro ausgelöst, wovon allein 752 Millionen am Filmstandort Deutschland ausgegeben worden seien, also mehr als das Sechsfache der eingesetzten Summe. Der Fonds ist bis zunächst 2012 verlängert worden, auch eine weitere Fortsetzung könne er sich angesichts des großen Erfolges vorstellen, meinte Neumann.
Der Kulturstaatsminister setzte sich auch für den Erhalt des Kinofilms für die große Leinwand „als besonderes ästhetisches Gut“ und für eine zukunftsfähige Kinolandschaft mit einem „Filmerlebnis als Event“ ein. Dazu könnten solche Neuerungen dienen wie eine jetzt am Berliner Kurfürstendamm eingerichtete „Astor Film Lounge“ mit besonderem Servicecharakter für die Kinobesucher. „Kino hat nach wie vor eine Zukunft, wenn wir gute, insbesondere gute deutsche Filme anbieten und die Technik auf den modernsten, auch digitalen Standard bringen.“ Darüber sei er zurzeit auch mit der Film- und Kinowirtschaft im Gespräch.