Los Angeles (dpa) - Den Golden Globe hat er schon in der Tasche, bei der Oscar-Verleihung soll es nun in den Olymp gehen.
US- Schauspieler
Mickey Rourke (52) rechnet für seinen Auftritt als heruntergekommener Show-Ringer in dem Leinwanddrama „
The Wrestler“ fest mit dem begehrtesten Filmpreis der Welt. „Ich weiß schließlich, was ich geleistet habe. Basta“, sagte er kürzlich in einem Interview. „Außerdem habe ich mir schon einen Smoking bestellt.“
In dem tief berührenden Film des New Yorker Regisseurs
Darren Aronofsky über den Wrestling-Veteranen Randy „The Ram“ Robinson spielt Rourke praktisch sich selbst - einen alternden Kämpfer mit einem geschundenen Körper, der trotz allem nicht aufhören kann.
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Der Sohn eines Bodybuilders irischer Abstammung hatte einst seinen Kindheitstraum von einer Karriere als Profiboxer nach zwei Dutzend Amateurkämpfen erfolglos aufgeben müssen. Stattdessen fasste er im Filmgeschäft Fuß und schaffte 1983 mit Francis Ford Coppolas Teenie- Saga „
Rumble Fish“ den Durchbruch.
Filme wie „
Im Jahr des Drachen“, „
Angel Heart“ und das Erotikdrama „9 1/2 Wochen“ machten ihn in den 80er Jahren zum Kultstar. Aber dem kometenhaften Aufstieg zum „tough guy“ und Sexsymbol Hollywoods folgte bald der Fall: Rourke sorgte mit Schlägereien, Alkoholexzessen und einem ausschweifenden Privatleben für Schlagzeilen, irgendwann hatte er sich mit jedem überworfen. „Ich kannte keine Grenzen. Mein Leben war ein Chaos“, bekannte er später.
1991, finanziell und beruflich am Ende, startete er eine zweite Karriere - endlich als Profiboxer. Vier Jahre stand er im Ring, aber am Ende war er ein Wrack. Von Narben übersät, mit zertrümmerter Nase und gebrochenen Wangenknochen gab er den „Traumjob“ aus gesundheitlichen Gründen auf und versuchte sich - mit operiertem Gesicht - wieder als Schauspieler.
Es war ein hartes Geschäft, mit Rückschlägen und Enttäuschungen. Doch mit Auftritten in Filmen wie „Der Regenmacher“ (1997), „Das Versprechen“ (2000) und „
Irgendwann in Mexico“ (2003) konnte er langsam wieder Fuß fassen. Dass ihm jetzt mit „The Wrestler“ das große Comeback gelungen ist, darauf ist Rourke rundum stolz. „Da braucht es auch noch jede Menge Mut außerhalb des Rings - um sich zum Beispiel emotional so zu öffnen, wie ich es tue“, sagte er. „Da bist du verwundbar und nackt. Nackt bis auf die Seele.“
Porträt: Nada Weigelt, dpa