Berlin (dpa) - Sein Bruder Günther hat die Expedition am Nanga Parbat 1970 nicht überlebt. Lange wehrte sich
Reinhold Messner gegen Vorwürfe, er sei Schuld am Tod seines Bruders.
Jetzt wird die Geschichte der Bergsteiger-Brüder von
Joseph Vilsmaier verfilmt. In den Hauptrollen:
Florian Stetter als Reinhold und
Volker Bruch als Günther Messner. Der Kinostart ist für Januar 2010 geplant. Im Himalaya fing das Filmteam bereits Bilder des neunthöchsten Berges der Welt ein. Das Basislager von damals soll am Ortler in Südtirol aufgebaut werden. Gedreht wird auch in München und den Dolomiten, wie Vilsmaier am Montag in Berlin berichtete.
Dabei stellte Messner klar: Der Film soll keine Rechtfertigung werden, sondern die Tatsachen schildern. „Die Geschichte ist aufgeklärt“, sagte der 64 Jahre alte Extrembergsteiger, der als erster Mensch alle Achttausender bezwang. Ex-Kameraden hatten Messner vorgehalten, er habe den jüngeren Bruder nach dem Gipfelsieg allein ins Lager zurück gehen lassen. 2005 wurde Günthers Leiche im Eis gefunden: An einer Stelle, die für Messner die Bestätigung seiner Version ist. Demnach stieg er gemeinsam mit dem Bruder ab. Eine Entschuldigung für die „Lüge“ der „Herrschaften“ erwartet er aber nicht. „Mir ist das inzwischen völlig wurscht“, sagte Messner mit Blick auf die Debatte.
„
Nanga Parbat“ soll laut Messner kein klassischer Bergsteigerfilm werden. Es gehe um Emotionen und Erfahrungen, die jeder Mensch ähnlich erlebt habe. Er sieht sich bei dem Projekt Vilsmaiers als „Zuträger und Kontrolleur“. „Er muss jede Sekunde bei uns sein“, sagte Vilsmaier. Den bayerischen Filmemacher („Herbstmilch“, „Die Gustloff“) hat die Kulisse des Nanga Parbats - zu deutsch: nackter Berg - tief beeindruckt. „Du musst ein Wahnsinniger sein“, waren seine Worte in Richtung Messner.
An dem Gipfel starben Dutzende Bergsteiger, im Juli der erfahrene Südtiroler Karl Unterkircher. Die Brüder Messner, damals 23 und 25 Jahre alt, hatten in einer spektakulären Expedition den 8125 Meter hohen Berg über die extrem schwierige Rupalwand bezwungen. Die Filmgeschichte beginnt 1957 in der Kindheit der Brüder, die von fernen Gipfeln träumen und unzertrennlich sind.
Lena Stolze spielt Mutter Messner, die vor der Himalaya-Expedition Reinhold das Versprechen abnimmt, den kleinen Bruder gesund wieder nach Hause zu bringen.
In den Bergen gibt es Reibereien mit dem Expeditionsleiter Herrligkofer (
Karl Markovics, „
Die Fälscher“). Es treffen „Welten, Lebensgefühle, Generationen und Wertehierarchien aufeinander“, heißt es in den Produktionsnotizen. Florian Stetter („Der Seewolf“, „
Sophie Scholl“) liest bereits Bücher über die Expedition und übt Klettern in einer Halle in Berlin, bevor es gemeinsam mit Messner richtig losgehen soll.