Filmstarts – Bereits im März ist "
Zerrissene Umarmungen", der neue Film von
Pedro Almodóvar, in seinem Heimatland Spanien gestartet und konnte dort mit bisher um die 700.000 Zuschauer einen mäßigen Erfolg feiern. Heute stellte Almodóvar sein Drama, in dem er
Penélope Cruz zum vierten Mal als Hauptdarstellerin herangezogen hat, im Rahmen des Internationalen Filmfestivals von Cannes vor, wo er um die Goldene Palme kämpfen wird. Cruz, die vergangenen Februar mit einem Oscar für ihre Darstellung in Woody Allens "
Vicky Cristina Barcelona" prämiert wurde, spielt eine bezaubernde Schauspielerin, die eine gefährliche Affäre mit einem Regisseur führt.
Die Erwartungen waren groß, hat Almodóvar doch mit seinen vorigen vier Filmen ("
Alles über meine Mutter", "
Sprich mit ihr", "
La Mala Education", "
Volver") zahlreiche Preise gewonnen und einige davon auch in Cannes. Umso größer war denn nun auch die Enttäuschung, die sich in der französischen Tageszeitung
Le Monde folgendermaßen äußert: "Das haben wir von Pedro Almodóvar nicht erwartet. (...) Dieses Recycling zeugt von einer Inspirationskrise. Aber der Vorteil eines großen Schaffers im Gegensatz zu Normalsterblichen ist, dass er selbst von der Inspirationslosigkeit inspiriert werden kann, und dass ihm der Stil nicht so wie die neue Ideen abhanden gekommen ist." Laut Kirk Honeycutt von
The Hollywood Reporter sei "Zerrissene Umarmungen" ein "äußerst minderwertiger Film" des Regisseurs. Wendy Ide von
Times Online beschriebt ihn als "polierten, ansehnlich gefertigten Film, der ein Gefühl von ernüchternder Leere" zurücklasse.
Nichtsdestotrotz wurde "Zerrissene Umarmungen" im Rahmen der ersten Pressevorführung mit durchaus freundlichem Applaus aufgenommen. Für Verena Lueken von der
FAZ könne man darin "Melodram, Film Noir und Komödie, all die Genres, die Almodóvar liebt und mit Bezügen zu Klassikern unverwechselbar zu seinen eigenen gemacht hat" finden, und er würde diese auch "stilsicher zu einem Film über Doppelgänger, Macht und Leidenschaft" mischen.
Genau in der Vielzahl der Genres, die Almodóvar verbinden wollte, sieht das Branchenblatt
Variety jedoch das Problem. Außerdem würde die Liebesgeschichte letztendlich "niemals richtig Feuer fangen". Dies wollte der Regisseur anscheinend im Rahmen der Pressekonferenz ändern und erzählte auf die Frage über seine Arbeit mit Schauspielern schmunzelnd eine Anekdote: "In einem meiner Filme, den ich vor langer Zeit gedreht habe - ich werde euch nicht den Titel sagen, aber es war mein fünfter – habe ich sogar der Schauspielerin einen Cunnilingus gemacht um dem Schauspieler zu zeigen wie ich es haben will".