Filmstarts – Der deutsche Film "
Das weiße Band" von
Michael Haneke hat in Cannes die Goldene Palme gewonnen. Die Jury um die Präsidentin
Isabelle Huppert zeichnete die Geschichte um eigenartige Vorkommnisse in einem deutschen Dorf vor dem Ersten Weltkrieg damit mit dem höchsten Preis des Festivals auf. Hanekes Film wurde schon am Sonntagnachmittag mit dem Preis der Filmkritiker bedacht.
Der 67-jährige Haneke konnte damit den Gewinn seiner ersten Goldenen Palme feiern - 25 Jahre, nachdem mit
Wim Wenders ("
Paris, Texas") zuletzt ein deutschsprachiger Regisseur in Cannes triumphiert hat. "Manchmal fragt mich meine Frau eine typisch weibliche Frage, ob ich glücklich bin. Das ist schwer zu beantworten. Aber heute Abend kann ich sagen, dass ich sehr glücklich bin", sagte Haneke gerührt.
Auch den Darstellerpreis heimste ein gebürtiger Österreicher ein.
Christoph Waltz glänzte mit seiner Leistung in dem Kriegs-Actioner "
Inglourious Basterds" von
Quentin Tarantino.
Alle Preise im Überblick:
Goldene Palme für den besten Film im Wettbewerb: „
Das weiße Band“ von
Michael Haneke, Österreich/Deutschland
Großer Preis der Jury: „
Un Prophete“ von
Jacques Audiard, Frankreich
Preis der Jury zu gleichen Teilen: „
Fish Tank“ von
Andrea Arnold, Großbritannien „
Thirst“ (Durst) von
Park Chan-wook, Südkorea
Bestes Drehbuch: „
Spring Fever“ von Lou Ye, China
Beste Regie: „
Kinatay“ von
Brillante Mendoza, Philippinen
Spezialpreis (Ausnahmepreis) der Jury:
Alain Resnais für „
Les herbes folles“, Frankreich
Bester Schauspieler:
Christoph Waltz für „
Inglourious Basterds“ von
Quentin Tarantino
Beste Schauspielerin:
Charlotte Gainsbourg für „
Antichrist“ von
Lars von Trier
Caméra d'or für den besten Debütfilm: „Samson und Delilah“ von Warwick Thornton, Australien
Goldene Palme für den besten Kurzfilm: „Arena“ von Joao Salaviza, Portugal
Hauptpreis der Nebenreihe „Un certain regard“: „Kynodontas“ (Dogtooth) von Yorgos Lanthimos, Griechenland
Jury-Preis „Un certain regard“: „Politist, Adjectiv“, von Corneliu Porumboiu, Rumänien
Preis der Nebenreihe „Quinzaine des réalisateurs“: „I Killed My Mother“ von Xaviers Dolan, Kanada
„Europa Cinema Preis“: „La Pivellina“ von Rainer Frimmel und Tizza Covi, Österreich
Großer Preis der unabhängigen Nebenreihe „Semaine de la critique“: „Adieu Gary“ von Nassim Amaouche, Frankreich
Nebenpreis „Semaine de la critique“: „Whisper with the Wind“ von Shahram Alidi, Irak
Preis der ökumenischen Jury: „
Looking for Eric“ von
Ken Loach, Großbritannien
Lobende Erwähnung der ökumenischen Jury: „
Das weiße Band“ von
Michael Haneke, Deutschland-Österreich
Preis der Internationalen Filmkritiker-Vereinigung Fipresci: „
Das weiße Band“ von
Michael Haneke, Deutschland-Österreich
Preise des Studenten-Kurzfilmprogramms Cinéfondation: 1. Preis: „Bába“ von Zuzana Kirchnerová-pidlová, Tschechische Republik 2. Preis: „Goodbye“ von Song Fang, China 3. Preis: „Diploma“ von Yaelle Kayam, Israel „Don't Step Out of The House“ von Jo Sung-hee, Korea