Filmstarts – Das ZDF blickt in seiner Reihe "Das kleine Fernsehspiel" im Juni unter dem Titel "Real Fiction" auf Filme, in denen eine neue Regie-Generation das Spiel zwischen Realität und Fiktion für sich neu definiert. Es sind genre- und grenzüberschreitende Filme, die auf die Kraft ihrer Figuren vertrauen, die Lebensrealität bewusst einbeziehen und auf ganz eigene Art mit der Spannung zwischen Inszenierung und Dokumentarischem spielen.
Den Auftakt macht am Montag, 8. Juni 2009, 0.10 Uhr, die Fernsehpremiere von Sonja Heiss' preisgekröntem Abschlussfilm "
Hotel Very Welcome". Die Regisseurin reiste vier Monate mit ihren Darstellern durch Indien und Thailand und ließ dort ihre fiktionalen Charaktere auf reale Personen treffen, in einer Mischung aus detailliert vorbereiteter Inszenierung und spontaner Improvisation.
Ebenfalls in Erstausstrahlung zeigt das ZDF am Montag, 15. Juni 2009, um 0.35 Uhr den Film "Elli Makra 42277 Wuppertal" von Athanasios Karanikolas. Der Regisseur erzeugt durch die Arbeit mit Laiendarstellern und präzisen Alltagsbeobachtungen größtmögliche Authentizität. Sein Film erzählt die Geschichte der Griechin Elli, die seit ihrer Kindheit in Wuppertal lebt. Sie will jedoch nicht wie ihre Schwestern in einer griechischen Scheinwelt verharren und beschließt, zurück in ihre Heimat zu gehen. Ein Entschluss, der vor ihrer Abreise durch zahlreiche Begegnungen in Frage gestellt wird.
Dritter Beitrag ist am Montag, 22. Juni 2009, 0.40 Uhr, Lars Kraumes "
Keine Lieder über Liebe". Der Film kombiniert ein fiktives Beziehungsdrama mit einer realen Tournee der Rockgruppe "Hansen". Bei den chronologischen Dreharbeiten begegnen sich die drei Hauptfiguren in einer fortlaufenden Improvisation während der Konzerte und im Tourbus. Lars Kraume vertraut auf eine dokumentarische Kameraarbeit und die Improvisationsgabe seines hochkarätigen Ensembles (
Florian Lukas,
Jürgen Vogel,
Heike Makatsch und andere).
Den Abschluss der Reihe bildet am Montag, 29. Juni 2009, 0.30 Uhr, der experimentelle Filmessay "Happiness is a warm gun" von
Thomas Imbach. Der Regisseur inszeniert darin die Lebens- und Sterbegeschichte des ungewöhnlichen Liebespaares Petra Kelly und Gert Bastian. Dabei arbeitet er mit der Methode des Dokudramas, verbindet historisches Archivmaterial mit emotionsbetontem Schauspielkino und High-Speed-Aufnahmen mit scheinbar dokumentarischen Szenen zu einer komplexen, hyperrealen Collage.
"Hotel Very Welcome" und "Elli Makra 42277" sind zusätzlich als Livestream in der ZDFmediathek zu sehen, "Elli Makra 42277" wird außerdem sieben Tage lang dort abrufbar sein.