Filmstarts – Eigentlich sollten die Dreharbeiten zu Steven Soderberghs Baseball-Drama "
Moneyball" heute (22.6.) in Phoenix beginnen. Nun wurde am gestrigen Sonntag bekannt, dass sich Columbia Pictures aus dem Projekt zurückzieht. Sony Pictures Co-Präsidentin Amy Pascal soll mit den Änderungen von Soderbergh an Steven Zaillians ("
Schindlers Liste", "
American Gangster") Drehbuch nicht zufrieden sein. Soderbergh wird nun die Chance gelassen, bis heute Abend ein anderes Studio wie Warner Brothers oder Paramount zu finden, um den Film zu produzieren. Falls er dies nicht schafft, möchte Columbia Pictures Soderbergh eventuell durch einen anderen Regisseur ersetzen.
Vor allem zwei Aspekte sollen Pascal an Soderberghs modifiziertem Drehbuch stören: Der Regisseur hat bereits Interviews mit realen Baseball-Spielern wie Lenny Dykstra, Mookie Wilson und Darryl Strawberry gefilmt. Diese wollte er in den Film mit einfließen lassen. Laut Pascal sollen die Zuschauer die Interviews nicht benötigen um der Filmhandlung folgen zu können, und sie würden eher die emotionale Bindung an das Drama stören. Außerdem soll Soderbergh eine zu experimentelle Realisierung, die sich weit von einem klassischen Sportfilm abhebt, angestrebt haben. Dies sei für Pascal zu risikoreich.
Als Hauptdarsteller wurden
Brad Pitt und
Demetri Martin ("
The Rocker", "
Taking Woodstock") verpflichtet. Columbia Pictures hofft nun, dass Brad Pitt das Projekt im Falle eines Regie-Austauschs nicht verlassen wird. Das Budget des Dramas wurde mit einem Betrag von mindestens 50 Millionen Dollar beziffert. "Moneyball" basiert auf Michael Lewis’ Sachbuch-Bestseller "Moneyball: The Art Of Winning An Unfair Game", dessen Rechte 2004 von Sony Pictures erworben wurden. Damals konnte auch Stan Chervins’ Drehbuch nicht überzeugen, weshalb Steven Zaillian engagiert wurde.
Erzählt wird die wahre Geschichte von Billy Beane (Pitt), der ab 1997 als Manager die kalifornische Baseballmannschaft Oakland A‘s kostengünstig zu großem Erfolg verholfen hat. Dazu wandte er ein kompliziertes Statistiksystem an, mit dem aus allgemein als mittelmäßig klassifizierten Spielern die eigentlich hochqualifizierten herausgesucht werden. Es wurden auch bereits reale Oakland A’s Teammitglieder wie David Justice oder Scott Hattenberg für Nebenrollen verpflichtet.