Jud Süß - Film ohne Gewissen: Roehler dreht mit Moretti und Bleibtreu
Mittwoch, 01.07.2009 | 13:10 Uhr
Filmstarts – Am gestrigen Dienstag, dem 30. Juni 2009 begannen in Köln die Dreharbeiten zu Oskar Roehlers ("Elementarteilchen", "Lulu und Jimi") neuem Kinofilm "Jud Süß - Film ohne Gewissen", der die Verstrickung von deutschen Künstlern in die Entstehung des wohl bekanntesten Propagandafilms im Dritten Reich zum Thema hat. Im Mittelpunkt steht der Schauspieler Ferdinand Marian, der 1939 den großen Karrieresprung witterte, zunächst doch zögerte und schließlich von Joseph Goebbels persönlich dazu gedrängt wurde, die Titelrolle zu übernehmen Zu spät erkennt er seine ausweglose Lage als Teil einer perfekt geplanten und von Regisseur Veit Harlan künstlerisch anspruchsvoll umgesetzten Propagandawaffe des Regimes gegen die Juden. "Jud Süß" wurde 1940 im Rahmen der deutsch-italienischen Filmwoche in Venedig uraufgeführt. Mindestens 20 Millionen Zuschauer sahen europaweit diesen Film.
"Jud Süß" war ein "durchschlagender Erfolg" für seine Macher. "Ein antisemitischer Film, wie wir ihn uns nur wünschen können" fand Joseph Goebbels. Die Geschichte seiner Entstehung soll laut Information des Verleihs die dramatische Geschichte von der Erotik der Macht, von menschlichem Ehrgeiz und persönlicher Eitelkeit und dem Schicksal seiner zentralen Akteure werden.
In den Hauptrollen sind Tobias Moretti (als Ferdinand Marian), Martina Gedeck (Anna Marian) und als Joseph Goebbels Moritz Bleibtreu zu sehen. Des weiteren finden sich unter anderem Namen wie Armin Rohde (Heinrich George), Justus von Dohnanyi (Veit Harlan), Paula Kalenberg (Kristina Söderbaum) sowie Ralf Bauer, Robert Stadlober, Heribert Sasse, Martin Butzke, Milan Peschel, Erika Maroszán im Besetzungsaufgebot.
Das Drehbuch schrieben Klaus Richter ("Comedian Harmonists"), Oskar Roehler und Franz Novotny, inspiriert durch das Sachbuch "Ich war Jud Süß - Die Geschichte des Filmstars Ferdinand Marian" von Prof. Friedrich Knilli.
Der Film soll im Verleih von Concorde im nächsten Jahr in die Kinos kommen.






Patrick B. Rau