60. Berlinale: Werner Herzog wird Jury-Präsident
Donnerstag, 19.11.2009 | 14:36 Uhr
Filmstarts – Werner Herzog, einer der bedeutendsten Filmemacher des Autorenkinos, wird Jury-Präsident der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin. "Werner Herzogs Filme zeugen von der künstlerischen Kraft des Kinos. Ich freue mich, dass wir diesen herausragenden Regisseur als Jury-Präsidenten für unser 60. Jubiläum gewinnen konnten", sagt Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.
Als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des Neuen Deutschen Films prägte Herzog eine ganze Ära von Filmschaffenden. In seiner knapp 50-jährigen Filmkarriere schuf er über 50 Filme, neben den bekannten Spielfilmen stehen dabei ebenso beeindruckende dokumentarische Arbeiten. Zudem machte er sich als Opernregisseur, Autor, Produzent und Schauspieler einen Namen und engagiert sich mit seiner Rogue Film School für den Filmnachwuchs. Das TIME Magazin wählte Werner Herzog 2009 zu einer der 100 einflussreichsten Personen weltweit.
Bereits für sein Spielfilmdebüt "Lebenszeichen" (1968) wurde er mit dem Silbernen Bären für den Besten Erstlingsfilm auf der Berlinale 1968 und mit dem Deutschen Filmpreis als Bester Erster Film ausgezeichnet. "Lebenszeichen" wird auf der 60. Berlinale im Rahmen der Retrospektive "Play It Again…" wieder aufgeführt. Herzogs Werk umfasst neben internationalen Spielfilmen wie "Aguirre, der Zorn Gottes" (1972), "Jeder für sich und Gott gegen alle" (Spezialpreis der Jury 1975 in Cannes), "Nosferatu - Phantom der Nacht" (1979), "Fitzcarraldo" (1982, Silberne Palme in Cannes für die beste Regie), "Cobra Verde" (1987) und "Rescue Dawn" (2006) auch zahlreiche Dokumentarfilme, darunter "Grizzly Man" (2005) und "Encounters at the End of the World" (2007), für den er 2009 eine Oscar-Nominierung erhielt. Über seine Zusammenarbeit mit Klaus Kinski, der in fünf seiner Filme die Hauptrolle spielte, drehte er 1999 den Dokumentarfilm "Mein liebster Feind". Seit Mitte der 80er Jahre widmet sich Werner Herzog auch der Oper und inszenierte unter anderem bei den Bayreuther Festspielen und an der Mailänder Scala, außerdem hat er in den vergangenen Jahren auch zunehmend als Schauspieler gearbeitet, u.a. in Harmony Korines "Julien Donkey Boy" (1999).
Zuletzt war Herzog mit zwei Filmen im Wettbewerb der Filmfestspiele in Venedig vertreten: "My Son, My Son, What Have Ye Done" (2009) und "Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans" (2009).
Quelle: Berlinale, Pressemittelung





Prestige