Filmstarts – Der Name
Sam Peckinpah steht für Western, Action- und Kriegsfilme - und gleichzeitig für ein rebellisches amerikanisches Kino. Die Werke des am 21. Februar 1925 in Kalifornien geborenen Regisseurs begeistern auch das Arthouse-Publikum, denn ihm gelang eine stilbildende Erneuerung des Genrekinos. Sein visuelles Gespür, seine psychologisch prägnant gezeichneten Figuren und auch sein sarkastischer Humor machten ihn zum Vorbild der nachfolgenden Generation von Filmemachern, von
Walter Hill bis
Quentin Tarantino. Zum 25. Todestag des unangepassten Ausnahme-Regisseurs am 28. Dezember 2009 bringt die ARD vom 27. Dezember bis zum 30. Dezember 2009 eine kleine Peckinpah-Reihe mit fünf Filmen des Western-Spezialisten. Leider nicht gezeigt wird die in diesem Jahr auf DVD erschienene, sehenswerte Dokumentation
" Passion & Poetry - The Ballad Of Sam Peckinpah", die eigentlich eine perfekte Abrundung für die Reihe gewesen wäre.
Das Handwerk lernte Peckinpah beim Fernsehen, wo er in den späten Fünfzigern für unvergessene Westernserien wie "Rauchende Colts" Drehbücher schrieb und zeitweise auch Regie führte. Seine Kinokarriere begann als Assistent des Altmeisters
Don Siegel, für dessen Kultklassiker "
Die Dämonischen" er das Drehbuch mitverfasste. Bereits sein zweiter Film als Regisseur, der poetische Western "Sacramento", erregte internationales Aufsehen. Mit Peckinpahs Darstellung alternder Revolverhelden vollzog sich der Übergang zum Spätwestern: Die Colts rauchen nicht mehr nur, sondern sind grausame Waffen; ein Mann fällt nicht einfach vom Pferd, sondern wird förmlich zerstört. Dank avantgardistischer Schnitttechnik und dem innovativen Einsatz von Zeitlupe - Stilmittel, die seinen Actionszenen die Anmutung poetischer Todesballette gaben - wurde die im klassischen Western verbrämte und verharmloste Gewalt plötzlich zur sinnlichen Erfahrung für den Zuschauer. Die Entfesselung der Gewalt steht allerdings immer im Kontext einer subtilen Analyse und Anklage.
In dem poetischen Westen "
Pat Garrett jagt Billy the Kid" tötet der Gesetzeshüter einen Gesetzlosen - doch durch einen geschickten Kunstgriff lässt Peckinpah die Kontrahenten als zwei Hälften einer Person erscheinen. Diese ästhetische Radikalität, selbst in seinem kommerziell erfolgreichsten Film "
Getaway" spürbar, stieß auf Widerstand der Studios, die Peckinpahs Filme umschnitten und kürzten. Desillusioniert realisierte er "
Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia" als unabhängige Produktion in Mexiko. Mit "
Die Killer-Elite" entstand 1975 eine späte Auftragsproduktion, welche aber immer noch die unverwechselbare Handschrift trägt. Bald nach Fertigstellung seines unterschätzten letzten Films "
Das Osterman-Weekend" starb der von Alkoholexzessen Gezeichnete am 28. Dezember 1984 mit nur 58 Jahren an Herzversagen.
Die Termine der ARD-Reihe:
27. Dezember 2009, 23.30 Uhr
"
Getaway" mit
Steve McQueen,
Ali MacGraw,
Sally Struthers und
Al Lettieri
27. Dezember 2009, 1.35 Uhr
"
Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia" mit
Warren Oates,
Isela Vega,
Gig Young und
Robert Webber
28. Dezember 2009, 1.45 Uhr
"Sacramento" mit Joel McCrea,
Randolph Scott,
Mariette Hartley und Edgar Buchanan
29. Dezember 2009, 1.50 Uhr
"
Die Killer-Elite" mit
James Caan,
Robert Duvall,
Arthur Hill und
Bo Hopkins
30. Dezember 2009, 23.55 Uhr
"
Pat Garrett jagt Billy The Kid" mit
James Coburn,
Kris Kristofferson,
Bob Dylan und
Richard Jaeckel