Filmstarts - 2:00 Uhr: Herzlich willkommen zum Golden-Globes-Live-Ticker. Nachdem sich die Preisverleihung der
Hollywood Foreign Press in den vergangenen Jahren von Mal zu Mal als noch langweiliger erwies, deutet sich für 2010 eine Wende an. Nicht nur fehlt in diesem Jahr ein klarer Favoriten, der im Stile von "
Slumdog Millionär" alles abräumen könnte, es gibt auch zum ersten Mal einen Moderator, der durch den Abend führt. Diese Aufgabe hat niemand Geringeres übernommen als der Kultkomiker
Ricky Gervais ("The Office"), der als Brite hoffentlich keine Hemmungen haben wird, Hollywood mit bissigem Humor einen Spiegel vorzuhalten.
2:08 Uhr: Ricky Gervais eröffnet. Ein wenig Werbung für die britische Version von "The Office", ein Lob für die Arbeit, die die Schönheitschirurgen im vergangenen Jahr geleistet haben, und ein Gag über seinen zu kleinen Penis. Braver als erhofft, aber okay. Nicole Kidman übergibt nach einem kurzen Spendenaufruf für die Erdbebenopfer in Haiti den ersten Preis für die beste weibliche Nebendarstellerin an
Mo'Nique. Das galt als sicher und ist keine große Überraschung.
2:20 Uhr: Nicht Favorit
Michael Emerson räumt den Preis für den besten Nebendarsteller in einer TV-Serie ab, sondern der Komiker
John Lithgow ("Hinterm Mond gleich links"), der in „
serie,Dexter” einen Serienmörder verkörpert. Eine überraschende Entscheidung, mit der ich persönlich aber sehr einverstanden bin. "Dexter"-Star
Michael C. Hall, der gerade eine Chemotherapie hinter sich hat, bekommt einen extra Applaus. Der Animations-Preis geht erwartungsgemäß an "
Oben". Schade, ich hätte es dem Außenseiter "
Der fantastische Mr. Fox" wirklich gegönnt.
2:32 Uhr:
Ricky Gervais macht weiter Werbung. Für seinen Blog und für den DVD-Start seines neuen Films "
The Invention Of Lying". Wirklich bissig ist auch das nicht. Golden-Globe-Chef Philip Berk bedankt sich brav, dass all die Stars zu seiner Veranstaltung gekommen sind, obwohl eigentlich noch immer niemand genau weiß, wer oder was die "Hollywood Foreign Press" eigentlich genau ist. Der Preis für den besten Seriendarsteller (Drama) geht erstmals an den für seine Rolle als Serienmörder "Dexter" bereits zum vierten Mal nominierten
Michael C. Hall.
2:48 Uhr: Statt über Hollywood zieht Ricky Gervais über seinen Landsmann
Paul McCartney her. Und dafür bekommt der Ex-"Beatle" nicht einmal einen Golden Globe als Wiedergutmachung. Der Preis für den besten Song geht stattdessen an den Favoriten Ryan Bingham für "
Crazy Heart". In der ausgeglichenen, kaum vorhersagbaren Soundtrack-Kategorie geht der Award an "
Oben", schon der zweite Preis für den Pixar-Erfolg.
2:58 Uhr: Den Award für die beste Mini-Serie bekommt Top-Favorit "Grey Gardens". Spannend wird das später noch in der Kategorie "Beste Darstellerin in einer Mini-Serie", in der die beiden Hauptdarstellerinnen
Drew Barrymore und
Jessica Lange gegeneinander antreten. Ohne echte Konkurrenz macht die gleich doppelt nominierte
Meryl Streep in der Komödien-Konkurrenz das Rennen. Bei den Oscars wird's dann spannender, wenn sie nicht gegen
Sandra Bullock in "
Selbst ist die Braut", sondern gegen Sandra Bullock in "
The Blind Side" antreten wird.
3:20 Uhr: Mit dem Preis für das beste Drehbuch steht der erste wichtige Indikator des Abends an. Wer hier gewinnt, ist plötzlich auch der Favorit auf den Haupt-Award.
3:28 Uhr: Mit dem Drehbuch-Preis ist "
Up In The Air" endgültig zum Top-Favoriten des Abends aufgestiegen. Wobei aus Insider-Kreisen zu hören war, dass wohl "
Avatar" das Rennen machen wird, der in dieser Kategorie nicht einmal nominiert war. Es bleibt also spannend.
3:36 Uhr: Deutschland hat gewonnen.
Michael Haneke setzt sich mit seiner moralischen Fabel "
Das weiße Band", mit der er schon die Goldene Palme der Filmfestspiele in Cannes für sich verbuchen konnte, gegen den vorab leicht favorisierten französischen Beitrag
A Prophet von
Jacques Audiard als bester fremdsprachiger Film durch. Der Preis für die beste Drama-Serie geht erwartungsgemäß - mal wieder - an „
serie,Mad Men”.
3:51: Nach Deutschland nun Österreich: Nachdem zu Beginn der Award-Season noch
Woody Harrelson für
The Messenger in dieser Kategorie mitmischen konnte, ist nun wohl endgültig klar, dass der Österreicher
Christoph Waltz für
Inglourious Basterds auch den Oscar als Bester Nebendarsteller einstreichen wird. Eine schöne Nicht-Überraschung.
4:20: Seine alte Muse (
Robert De Niro) und seine neue Muse (
Leonardo DiCaprio) halten eine Laudatio für ihren Kumpel
Martin Scorsese, der mit dem Cecil B. DeMille Award geehrt wird.
James Cameron sticht seine Ex-Frau
Kathryn Bigelow aus und gewinnt für sein Mammut-Projekt "
Avatar" den Regie-Award. Diese Entscheidung katapultiert das Sci-Fi-Epos mit einem Mal auch an die Spitze der Oscar-Favoriten (die technischen Kategorien wird er ja eh komplett für sich entscheiden, jetzt könnte auch noch der Hauptpreis hinzukommen).
4:28 Uhr: Das wird unseren Chefredakteur freuen, für den der Film der beste des vergangenen Kinojahres war: "
Hangover" setzt sich gegen die starke Konkurrenz von "
Nine" und "
Julie & Julia" durch und staubt tatsächlich den Award als beste Film-Komödie ab. Eine handfeste Überraschung!
4:36 Uhr: Der Zweikampf steht. Jetzt haben gleich beide Top-Favoritinnen auf den Hauptdarstellerinnen-Oscar einen Golden Globe gewonnen:
Meryl Streep für
Julie & Julia und nun auch noch
Sandra Bullock für
Blind Side. In ihrer Dankesrede grüßt Bullock auch den deutschen Teil ihrer Familie und befiehlt - in Deutsch -, das Zähneputzen nicht zu vergessen.
4:41 Uhr:
Robert Downey Jr. darf sich für seine Leistung in "
Sherlock Holmes" einen Golden Globe ins Regal stellen. Dabei wird es allerdings auch bleiben. Es wäre nämlich schon eine riesige Überraschung, wenn auch nur ein einziger der Nominierten in dieser Kategorie für einen Oscar auch nur in Erwägung gezogen würde. Im Gegensatz zu den Damen, wo
Meryl Streep mit einer Comedy-Rolle zu den Favoritinnen zählt, werden den Preis bei den Männern die Dramatiker unter sich ausmachen.
4:49 Uhr: Lange galt
George Clooney für "
Up In The Air" als absoluter Top-Favorit, bis mit einem Mal der Trailer zu einem kleinen Film mit dem Titel "
Crazy Heart" im Netz auftauchte und für Furore sorgte. Das ist gerade einmal drei Monate her und nun hat
Jeff Bridges tatsächlich den Hauptdarstellerpreis abgesahnt. Das wurde aber auch langsam Zeit: Immerhin war der großartige Schauspieler bereits vier Mal für den Oscar und drei Mal für den Golden Globe erfolglos nominiert.
4:56 Uhr: Damit steht der große Gewinner des Abends fest. James Camerons Sci-Fi-Epos
Avatar geht zwar
nur mit zwei Awards nach Hause, aber dabei ist natürlich zu beachten, dass es bei den Globes keine technischen Kategorien gibt. Rechnet man den heutigen Auftritt auf die Academy Awards hoch, dürfte der Film dort mit acht bis maximal neun Oscars nach Hause gehen. Für "
Up In The Air" und "
The Hurt Locker" ist der Abend hingegen ein herber Rückschlag. Doch das Oscar-Rennen ist noch lange nicht gegessen. Immerhin gibt es in der Vergangenheit genügend Beispiele, bei denen die Globes meilenweit am Oscar-Sieger vorbeirasten. Gute Nacht und bis zum 7. März, wenn im Kodak Theatre in Los Angeles die Academy Awards vergeben werden.
Die Preisträger in der Übersicht:
Bester Film (Drama): Avatar
Bester Film (Musical oder Komödie): Hangover
Beste Regie: James Cameron für
Avatar
Bester Schauspieler (Drama): Jeff Bridges für
Crazy Heart
Beste Schauspielerin (Drama): Sandra Bullock für
Blind Side
Bester Schauspieler (Musical oder Komödie): Robert Downey Jr. für
Sherlock Holmes
Beste Schauspielerin (Musical oder Komödie): Meryl Streep für
Julie & Julia
Bester Nebendarsteller: Christoph Waltz für
Inglourious Basterds
Beste Weibliche Nebendarstellerin: Mo'Nique für
Precious: Based on the Novel Push by Sapphire
Bestes Drehbuch: Jason Reitman und
Sheldon Turner für
Up In The Air
Bester Animationsfilm: Oben
Bester fremdsprachiger Film: Das weiße Band
Bester Soundtrack: Michael Giacchino für
Oben
Bester Song: T-Bone Burnett und Ryan Bingham (“The Weary Kind”) für
Crazy Heart
Beste TV-Serie (Drama): „
serie,Mad Men”
Beste TV-Serie (Musical oder Komödie): „Glee”
Beste Mini-Serie oder bester TV-Film: „Grey Gardens“
Beste Leistung eines Schauspielers in einer TV-Serie (Drama): Michael C. Hall für „
serie,Dexter“
Beste Leistung einer Schauspielerin in einer TV-Serie (Drama): Julianna Margulies für „The Good Wife“
Beste Leistung eines Schauspielers in einer TV-Serie (Musical oder Komödie): Alec Baldwin für „
serie,30 Rock“
Beste Leistung einer Schauspielerin in einer TV-Serie (Musical oder Komödie): Toni Collette für „United States Of Tara“
Beste Leistung eines Schauspielers in einer Mini-Serie oder in einem TV-Film: Kevin Bacon für „Taking Chance”
Beste Leistung einer Schauspielerin in einer Mini-Serie oder in einem TV-Film: Drew Barrymore für „Grey Gardens“
Beste Leistung eines Nebendarstellers in einer TV-Serie, Mini-Serie oder in einem Fernsehfilm: John Lithgow für „
serie,Dexter”
Beste Leistung einer Nebendarstellerin in einer TV-Serie, Mini-Serie oder in einem Fernsehfilm: Chloë Sevigny für „Big Love”