Filmstarts – Nicolas Chartier, einer von vier "
The Hurt Locker"-Produzenten, hat seinen Film für die anstehende Oscar-Verleihung ordentlich in Misskredit gebracht. Vor einigen Tagen versandte er E-Mails an die Academy-Mitglieder, in der er sie dazu aufforderte, "The Hurt Locker" bei der Punktevergabe auf Platz 1 und "
Avatar" auf Platz 10 zu setzen, damit nicht "ein 500-Millionen-Dollar-Film" gewinne. Damit verletzte Chartier die Regeln der Academy, wonach es nicht gestattet ist, Konkurrenten in ein negatives Licht zu tauchen.
Die Produktionsfirma Summit Pictures ist inzwischen um Schadensbegrenzung bemüht und wirft mit Entschuldigungen um sich. "Wir wussten von diesen E-Mails nichts, bis wir zu Beginn der Woche von der Academy alarmiert wurden", sagte Summit-Sprecher Paul Pflug. Auch Chartier legte nach: "Meine Naivität, die Regeln zu ignorieren und meine Dummheit als Erstnominierter ist keine Entschuldigung für mein Verhalten, was ich zutiefst bedauere", erklärte er. "Für einen Academy Award nominiert zu sein, ist die ultimative Auszeichnung. Ich hätte mir die Zeit nehmen müssen, die Regeln zu studieren", so Chartier weiter. Das "Avatar"-Studio 20th Century Fox und Regisseur
James Cameron lehnten einen Kommentar zu diesem Skandal ab.
Über die möglichen Konsequenzen für "The Hurt Locker" und Produzent Chartier wird derzeit noch kontrovers diskutiert. Ein Ausschluss des Films ist eher unwahrscheinlich, gut möglich aber, dass Chartier persönlich von der Oscar-Verleihung am 7. März in Los Angeles ausgeschlossen wird. Vorstellbar ist auch, dass im Falle eines Sieges für "The Hurt Locker" Chartier die (übliche) Aufnahme in die Academy verweigert wird.