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"Django Unchained": Quentin Tarantino spricht über sein Drehbuch
Von Björn Becher — 03.05.2011 um 20:42
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Seit am Wochenende bekannt wurde, dass Quentin Tarantino das Drehbuch zu einem neuen Film fertig gestellt hat, kocht die Gerüchteküche über. Nur einer blieb bisher ganz ruhig: Der Schreiber selbst. Nun hat sich Quentin Tarantino Journalisten-Fragen gestellt und sprach das erste Mal über "Django Unchained".

Im Rahmen einer Ehrung von Sidney Poitier im New Yorker Film Society of Lincoln Center machte auch Quentin Tarantino dem Gast des Abend seine Aufwartung, hielt eine Rede auf Poitier und stand zuvor den Kollegen des NYMag's Vulture Blog für ein paar Fragen zur Verfügung. Was bereits die im Internet gelandete Titelseite des Skripts verriet, bestätigte Tarantino noch einmal: er hat das Drehbuch zu "Django Unchained" am Dienstag (26. April 2011) fertig gestellt. Wie bei seinen vorangegangenen Werken habe er das Skript danach an Harvey Weinstein und an ein paar andere Leute verschickt und schließlich diesen Prozess von 3 Uhr mittags bis ca. 1 Uhr nachts mit Freunden und Champagner gefeiert und dabei an die Gäste weitere Kopien des Drehbuchs verteilt.

Natürlich wurde Tarantino auch über die Besetzung befragt, war ab diesem Zeitpunkt allerdings deutlich weniger mitteilungsbedürftig als zuvor. Auf die Frage, ob es schwer gewesen sei, Christoph Waltz zu überreden, wieder mit ihm zu arbeiten, antwortete er, dass er niemals gesagt habe, dass Waltz in dem Film vorkomme. Es sei - Stand jetzt - überhaupt niemand in dem Film, er gebe schließlich bislang nur ein Drehbuch. Es gebe einfach nur ein Haufen Papier, genauer gesagt 366 Seiten Papier, mehr nicht. Er habe auch keine Ahnung wann die Dreharbeiten starten werden. Der einzige Fakt sei: Seit Dienstag gebe es ein Drehbuch! Selbst über die Western-Einflüsse wollte Tarantino nicht sprechen. Ihn habe jeder Western und gar keiner beeinflusst. "Django Unchained" sei sein eigenes Ding. Bei den laut dem NYMag's Vulture Blog von Tarantino genannten 366 Seiten dürfte es sich allerdings um einen Fehler handeln, da das Drehbuch dann außergewöhnlich lang wäre. Zudem schreiben andere Internetquellen, die behaupten, das Drehbuch zu besitzen (z.B. die Kollegen von joblo.com), von 166 Seiten Umfang. Möglicherweise haben sich die New Yorker Kollegen bei dieser Antwort verhört, bei der Transkription des Interviews verschrieben oder Tarantino sich versprochen. Zum Vergleich: Das Drehbuch von "Inglourious Basterds" ist rund 160 Seiten lang.

An dem Drehbuch hat Tarantino in den vergangenen Wochen aber offensichtlich hart gearbeitet. Auf die Frage, ob er sich auf einen der kommenden Sommer-Blockbuster besonders freue, verwies er darauf, dass er gar keine Ahnung habe, welche Filme überhaupt in die Kinos kommen werden, da er die ganze Zeit geschrieben habe.

Nachdem Tarantino dann noch darauf verwies, dass Sidney Poitier nicht nur ein toller Schauspieler, sondern auch ein großartiger Regisseur sei, erinnerte er sich ein wenig an seine gemeinsame Zeit mit Chris Tucker beim Dreh von "Jackie Brown". Es dürfte daher nicht verwundern, wenn in nächster Zeit das Gerücht aufkommen wird, dass Tucker eine Rolle übernehmen könnte - zumal der Filmemacher bekannt dafür ist, Comedians in kleinen Rollen zu casten.

Trotz einer fehlenden Bestätigung von Tarantino darf weiter als sehr wahrscheinlich gelten, dass Christoph Waltz wieder einen gewichtigen Part hat – zumal Tarantinos Agentur WME die Personalie im Gegensatz zu ihrem Klienten offiziell bestätigt hat. Dafür sprechen auch die ersten Meldungen von Leuten, die das Drehbuch gelesen haben. Die Rolle eines deutschen Kopfgeldjägers, der als Mentor der Hauptfigur Django fungiert, scheint Waltz auf den Leib geschrieben. Daneben gibt es immer noch die Aussage von Ur-"Django" Franco Nero, der bereits Ende Februar behauptete, er spiele in einem Western von Tarantino mit und die Kollegen Treat Williams und Keith Carradine seien ebenfalls dabei.

Keine neuen Informationen gibt es übrigens zu dem Gerücht, dass Teile des Drehbuchs auf "Forty Lashes Less One" von Elmore Leonard ("Justified") beruhen werden. Tarantino bestätigte vor Jahren, dass die Weinstein Company für ihn die Rechte an dem Western-Roman erworben hat und er auch ein paar Seiten zu einem möglichen Drehbuch für die Filmadaption geschrieben habe. Es ist also durchaus möglich, dass Tarantino Motive aus der Vorlage des von ihm sehr geschätzten Elmore Leonard in seinen Western einflechtet – ohne das Buch selbst zu verfilmen.

Derweil tauchen übrigens im Internet immer mehr Stimmen zum Tarantino-Drehbuch auf. Schauspieler Omar Doom, ein enger Freund Tarantinos, twitterte am 1. Mai, dass seine Nackenhaare und die Tränen in seinen Augen beweisen, dass das Drehbuch ein Meisterwerk sei. Doom, der bereits in "Inglourious Basterds" und "Death Proof" mitspielte, dürfte auch eine ziemlich sichere Wette für eine Rolle in "Django Unchained" sein. Internet-Ober-Geek Harry Knowles war ebenfalls aus dem Häuschen. Es sei Tarantinos bestes Drehbuch bislang, die Rolle von Waltz der beste Tarantino-Charakter ließ sich der gut vernetzte "Ain't It Cool News"-Gründer zu Superlativen hinreißen. Er bete zudem dafür, dass Samuel L. Jackson die Rolle von "Samuel the Basil Rathbone of House N*ggers" (Zitat Knowles) spielen werde.

Auch wenn Tarantino sich bezüglich der nächsten Schritte reserviert zeigt, ist davon auszugehen, dass er das Drehbuch nicht nur an Freunde, sondern auch an einige, bereits in seinem Kopf herumspukende Schauspieler verteilt hat. Höchstwahrscheinlich wird Tarantino das Casting wieder selbst überwachen und damit auch in Kürze beginnen. Wir halten euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.


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Kommentare
  • Willi

    awesome

  • SenorCitrone

    AWESOME

  • DeCaine

    jeden tag neue meldungen. wenns so weitergeht ist der film in einem monat in den kinos :D

  • NewKidInTown

    freu mich schon wie blöd

  • Filmoguck

    Ich dämpfe die Freude nur ungern, aber wenn man von Tarantinos bisheriger Filmografie auf die Zukunft schließt, folgen nach „Inglourious Basterds“ nun erst einmal wieder einige schrottige Filme.

  • oki1987

    Es gibt nicht einen schrottigen Tarantino! selbst Death Proof hat seinen Charme. Eben aufgrund dieses 70er Jahre Grindhouse flairs. Und wenn du jetzt Kill Bill als Schrottfilm bezeichnest bist du für mich eh raus ;-)

  • Philosoph

    @filmoguck: Erklär mal das Muster, ich hab wohl die Offensichtlichkeit nicht begriffen.

  • Sherlock-Holmes

    @filmoguck: Bitte teile uns doch mit welche schlechten oder "schrottiegen" Filme Tarentino denn gemacht hat?

  • Brayne

    Abwarten und Tequila trinken. Bis der Streifen irgendwann mal fertig ist, können noch tausend verschiedene Dinge passieren. Da werd ich nicht jetzt schon jede neue Meldung auf die Goldwaage legen.

  • Fain5

    Death Proof war auf jeden Fall grottig egal ob es Tarantino war oder nicht!

  • Daniel W.

    so ein schwachsinn... es mag zwar geschmackssache sein, was death proof betrifft, aber für mich is das zweifelsohne eine der besten tarantino filme. stuntman mike, die dialoge mit ihm, der soundtrack, die autos, die optik... besonders bei der ersten hälfte schlägt mein filmherz jedesmal purzelbäume! im gegensatz zu inglorious basterds, wo nur waltz den film für mich sehenswert machte... ich hoffe django unchained wird annähernd so cool wie DP !

  • mercedesjan

    Ich werds mir wohl irgendwann anschauen aber tarantino ist nicht mein Fall...Kill Bill 1&2 fand ich genial, aber Death Proof, From Dusk till Dawn, Reservoir Dogs und sogar Pulp Fiction fand ich einfach schlecht...aber naja, vieleicht gefällts mir ja ;)

  • PaddyBear

    tarantino magt man oder man mag ihn nicht. das ist nunmal so. ich halte seine filme für ausgezeichnet aber ich akzpetiere auch die leute, die mit den filmen nichts anfangen können.

  • GonzoFist

    Death Proof und From Dusk Till Dawn sind Geschmackssache, wenn man nichts für Trash und Homage übrig hat Ok. Aber Pulp Fiction und Reservoir Dogs sind einfach super Filme, egal ob man Tarantino mag oder nicht! Ach aber was reagier ich schon auf Äußerungen von jemandem mit einem Harry Potter Bildchen...

  • Venom

    So Aussagen wie von mercedesjan kann man einfach nicht ernst nehmen. Sicherlich kann man sich über die Bewertung streiten, aber Tarantinos Filmen sollte man zumindest Respekt für Aufmachung, Dialoge, Filmmusik zollen. Das als "einfach schlecht" abzutun, zeugt von totaler Ahnungslosigkeit. Zu DP: Ich fand ihn auch deutlich schlechter als seine anderen Filme, aber immer noch sehr unterhaltsam. From Dusk till Dawn ist kein reiner Tarantino, was man auch deutlich merkt.

  • CptJackSparrow

    wenn er die per hand schreibt, wäre das doch denkbar mit den 366 Seiten, oder nicht? :P

  • mercedesjan

    Hab mich wohl ein bisschen falsch ausgedrückt mit dem "einfach schlecht"...Die Art wie er Filme dreht ist schon top, auch bei death proof in diesem 70er Jahre Stil, nur: Wo andere geniale Dialoge sehen, sehe ich nur langeweile...wie lord_baer schon sagte, man mag tarantino oder nicht...

  • Björn Becher

    @Captain Jack Sparrow: Tarantino schreibt nur die Titelseite per Hand. Das Rest ist schon maschinell geschrieben und die 166 Seiten bestätigen auch alle anderen Quellen, die das Drehbuch haben.

  • LeonardBlondieTyler

    Ich schließe mich der meinung an das entweder ein fan ist oder nicht.er ist mein lieblingsregisseur und ich erkenne weder irgendein muster in seiner filmografie,welches mir zeigt,dass jetzt"schrottige" kommen,noch kann ich verstehen,wie man filme wie resevoir dogs oder pulp fiction,welcher mein lieblingsfilm zu sein scheint(entscheidung fällt einem da immer etwas schwer),einfach nur schlecht sind.gerade bei letzterem fällt mir das schwer zu glauben,da das wirklich große filmkunst ist und die anderen seiner filme vllt etwas anders oder schwere verständlich oder undurchdringlicher sind...naja am ende bleibt:quentin ist ein genie und ich bin fest davon überzeugt,dass sein neustes projekt fantastisch wird,anscheind ist das drehbuch ja unglaublich gut und waltz wär schon mal ein klasse anfang...

  • Filmoguck

    Kill Bill hat viele tolle Stellen. Der Sensai mit weißem Bart wirkt aber zum Beispiel nur albern. Die Handlung von Death Proof hätte gerade einmal für einen Kurzfilm gereicht und wurde mit billigem Pseudo-Frauengequassel à la Sex and the City auf 90 Minuten gestreckt.

  • Venom

    Dir ist aber schon klar, das beide Filme eine Hommage an das jeweilige Genre sind? Und nein, Pai Mei ist nicht lächerlich...sondern gibt den Part des Meisters genau wie in den alten Eastern. Was du zum Teil bemängelst, sehen andere Leute als Stilmittel.

  • LeonardBlondieTyler

    um ehrlich zu sein langsam wirds echt lächerlich.was hier einige leute ohne verstand kritisieren, ist wirklich unglaublich...mher muss dazu einfach nicht mehr sagen.

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