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    Andreas Dresens "Halt auf freier Strecke" großer Gewinner beim Deutschen Filmpreis
    Von Jan Görner — 27.04.2012 um 23:47
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    Mit acht Nominierungen galt Christian Petzolds DDR-Drama "Barbara" als großer Favorit des Deutschen Filmpreises 2012. Jubeln durften am Ende aber andere; allen voran Andreas Dresen, dessen Film "Halt auf freier Strecke" der große Abräumer des Abends wurde. Doch auch Roland Emmerich und Michael "Bully" Herbig triumphierten am Freitagabend in Berlin.

    Es sollte der ganz große Abend des Christian Petzold ("Jerichow") werden, doch am Schluss reichte es für den Regisseur nur zu Silber. Sein von Kritikern hoch gelobter Film "Barbara" musste sich bei der 62. Verleihung des Deutschen Filmpreises Andreas Dresens ("Sommer vorm Balkon") Krebsdrama "Halt auf freier Strecke" geschlagen geben. Und auch in den restlichen Kategorien war Petzold am Freitagabend kein Glück vergönnt.

    Nachdem "Barbara"-Hauptdarstellerin Nina Hoss ("Fenster zum Sommer") überraschend nicht einmal nominiert wurde, ging die Lola als beste Hauptdarstellerin an Alina Levshin für "Kriegerin". In den Kategorien "Beste Regie" und "Bester Hauptdarsteller" reüssierten Andreas Dresen und Milan Peschel ebenfalls für "Halt auf freier Strecke".

    Heimlicher Sieger des Abends wurde indes Roland Emmerich ("Independence Day"). Der deutsche Hollywood-Export hatte im letzten Jahr mit "Anonymus" das erste Mal seit 25 einen Film auf heimischem Boden realisiert. Zwar zählte der Shakespeare-Thriller nicht zu den Hauptgewinnern, konnte aber bei sieben Nominierungen (u.a. "Bester Film") in sechs technischen Nebenkategorien abräumen (siehe unten).

    Zudem ehrte die Deutsche Filmakademie Hollywood-Kameramann Michael Ballhaus (u.a. "Die Bitteren Tranen der Petra von Kant"; "Departed: Unter Feinden") für sein Lebenswerk. Der 76-Jährige stand bereits vor der Gala als Preisträger fest. Daneben erhielt Regisseur, Produzent und Schauspieler Michael "Bully" Herbig ("Der Schuh des Manitu") den Bernd-Eichinger-Preis. Der im Januar 2011 überraschend verstorbene Eichinger hatte vor rund zwei Jahren den Ehrenpreis für sein Lebenswerk entgegengenommen. Die nun erstmals vergebene Gedächtnis-Auszeichnung soll Persönlichkeiten ehren, deren kreativer Einfluss zum Erfolg des deutschen Films beigetragen hat.

    Die Gewinner in der Übersicht:

    Bester Spielfilm
    "Halt auf freier Strecke"

    Bester Dokumentarfilm
    "Gerhard Richter - Painting"

    Bester Kinderfilm
    "Wintertochter"

    Bestes Drehbuch
    David Wnendt für "Kriegerin"

    Beste Regie
    Andreas Dresen für "Halt auf freier Strecke"

    Beste Hauptdarstellerin
    Alina Levshin für "Kriegerin"

    Bester Hauptdarsteller
    Milan Peschel für "Halt auf freier Strecke"

    Beste Nebendarstellerin
    Dagmar Manzel für "Die Unsichtbare"

    Bester Nebendarsteller
    Otto Mellies für "Halt auf freier Strecke"

    Beste Kamera und Bildgestaltung
    Anna Foerster für "Anonymus"

    Bester Schnitt
    Peter R. Adam für "Anonymus"

    Bestes Szenenbild
    Sebastian T. Krawinkel für "Anonymus"

    Bestes Kostümbild
    Lisy Christl für "Anonymus"

    Bestes Maskenbild
    Björn Rehbein und Heike Merker für "Anonymus"

    Beste Filmmusik
    Lorenz Dangel für "Hell - Die Sonne wird euch verbrennen"

    Beste Tongestaltung
    Hubert Bartholomae und Manfred Banach für "Anonymus"


    Der Deutsche Filmpreis ist der höchstdotierte Kulturpreis hierzulande und wird von der 2003 gegründeten Deutschen Filmakademie vergeben. Die Akademie entscheidet über die Verteilung von 2,995 Mio. Euro an staatlicher Filmförderung des Bundes.

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