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"Star Wars"-Schöpfer George Lucas warnt die Zukunft der Filmindustrie vor zu viel Technikverliebtheit
Von Knut Holburg — 17.03.2014 um 12:20
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Kult-Regisseur und Schöpfer der "Star Wars"-Filme George Lucas mahnte kürzlich die Studenten der USC School of Cinematic Arts zur Vorsicht, angesichts moderner Technik nicht die Grundlagen der Filmkunst aus den Augen zu verlieren. "Verliebt euch nicht in die neue Technologie", riet Lucas. Große Worte für jemanden, dem anlässlich seiner Prequel-Episoden zu "Star Wars" genau das vorgeworfen wird.

Große Geister und Milliardäre genießen eine gewisse Narrenfreiheit, wenn es um ihre empfehlenden Äußerungen über den Fortbestand der Menschheit oder deren Kunst geht. Dies trifft mitunter gleich doppelt auf den legendären und heutzutage teilweise umstrittenen Filmemacher George Lucas zu. Dieser äußerte sich zuletzt bei einer Rede an der USC School of Cinematic Arts von Kalifornien zum Verhältnis von moderner Filmtechnik und dem Handwerk der Filmemacher. Dabei hatte er eine Warnung für die wissbegierigen Filmschüler parat: "Vergesst nicht die Grundlagen! Verliebt euch nicht zu sehr in die neue Technik - denn tatsächlich ist sie gar nicht neu. Nur das Medium, mit dem wir arbeiten, ist neu, doch ändert dies nichts. Die Kunst dessen, was wir tun, ist noch immer dieselbe. Sie steht jenseits von Technologie. Es ist die Kunst der Filme."

Diese Äußerung trifft beim Internetpublikum genau ins Zentrum der Lachmuskeln, vor allem bei "Star Wars"-Fans. Denn gerade sie tragen seit Jahren einen Streit über die Qualität der neueren Teile "Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung", "Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger" und "Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith" aus. Jene Prequel-Trilogie hat nach Meinung derjenigen, die sie ablehnen, zu sehr auf Computereffekte und zu wenig auf eine packende Geschichte, interessante Charaktere und geschliffene Dialoge gesetzt. Somit hat George Lucas' jüngstes Statement besondere Brisanz, war er doch sowohl bei der alten, als auch der neuen Trilogie Hauptverantwortlicher in Effekt- und Kreativ-Belangen.

Wie ist Lucas' Rat und Warnung vor der Technikverliebtheit zu werten? Nachdem der von Lucas gegründete Medienkonzern Lucasfilm im Jahr 2012 an Walt Disney verkauft wurde, hatte sich Lucas aus dem aktiven Filmgeschäft zum größten Teil zurückgezogen und für die angekündigte neue "Star Wars"-Trilogie eine lediglich beratende Funktion angekündigt. Somit besteht durchaus die Möglichkeit, dass sich zusammen mit der beruflichen Situation und seinem Verhältnis zum Filmgeschäft auch seine Perspektive auf Spezialeffekte geändert hat; jenen Aspekt des modernen Filmemachens, für den er und seine Firma so berühmt wurden. So lässt sich Lucas' Äußerung gewiss ironisch oder gar zynisch betrachten und in diesem Zuge als unreflektierte Selbstvergessenheit eines in die Jahre gekommenen Regisseurs abtun. Doch wer einmal die weit gesäte Wut über die Erfindung von Hass-Figur Jar Jar Binks beiseite lässt, könnte in Lucas auch jemanden sehen, der sich trotz bester Intentionen beim Dreh der neueren Trilogie zu sehr in seine technischen Möglichkeiten verliebt hatte und dies nun einsieht. Viel wichtiger aber als eine psychologische Analyse von George Lucas ist die Frage, ob oder wie das von Blockbustern betriebene Hollywood auf diese Botschaft reagieren wird - und vor allem, ob J.J. Abrams sie in "Star Wars: Episode VII" beherzigt.

Nach so vielen schwerwiegenden Gedanken gibt es zum Ausgleich ein bisschen lockeren Weltraumspaß mit dieser Musikvideoversion von Pharrell Williams "Happy":

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Kommentare
  • lukimalle
    Also erstens sagt er hier kein Wort von CGI. Er spricht von Technik, das können auch neue Kameras, Mikrofone, Framerates, 3-Dimensionalität oder sonstwas sein. Zweitens wird auch der alten Trilogie vorgeworfen, sich über die Effekte zu definieren (Stimmt nicht). Drittens ist die neue Trilogie besser als ihr Ruf (bin allerdings auch damit aufgewachsen, die alte ist trotzdem unübertroffen). Viertens, so sehr auch CGI technisch (Avatar, Hobbit) und in seiner Benutzung (300, Sin City) perfektioniert wurde; die besten optischen Filme für mich sind auch heute noch solche, die, wenn möglich Puppen, Modelle und genial designte Bauten eingesetzt haben, ich werfe mal ein Paar Stichwörter in den Raum: Blade Runner, Alien, Aliens, Star Wars 4-6, Reise ins Labyrinth, Das Ding aus einer anderen Welt usw.Die Tricktechniker von damals bewundere ich um ein Vielfaches mehr als die heutigen Programmierer.
  • aliman91
    Bin auch mit der neuen Trilogie aufgewachsen! Hatten alle drei Filme ihre Längen, doch ich finde den Shitstorm den die Trilogie ertragen muss, nicht gerechtfertigt! Bin aber auch der Ansicht das Teil 4-6 weit mehr Charme aufweisen...
  • mikeros
    Will er uns verarschen??? Star Wars Episode 1-3 sehen schon heute älter aus, als die Original Trilogie. Grausamste CGI Technik, die das gesamte Flair zerstörte. Schnauze Lucas!
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