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    "Taxi": Berlinale-Gewinner Jafar Panahi will, dass seine Filme im Iran gezeigt werden
    Von Johanna Slomski — 17.02.2015 um 12:20
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    Jafar Panahi hat in seiner Heimat Iran einen schweren Stand, da er seit Jahren unter Berufsverbot leidet. Der Sieg seines Films "Taxi" bei der Berlinale 2015 gab nun den Ausschlag für den Regisseur, sich zu dieser verfahrenen Situation zu äußern.

    Jafar Panahi Film Productions
    Auf der diesjährigen 65. Berlinale wurde "Taxi" von Jafar Panahi mit dem Goldenen Bären als Bester Film ausgezeichnet, doch dem iranischen Filmemacher und seinen Werken wird in seiner Heimat nicht die gleiche Anerkennung zuteil. Vor Jahren wurde Panahi mit einem Berufsverbot belegt und seither realisiert er seine Filme - auch "Taxi" - heimlich. Doch die Auszeichnung mit dem Goldenen Bären veranlasste Panahi dazu, sein bisheriges Schweigen zu brechen und die Regierenden in seiner Heimat dazu aufzurufen, die Zensur seiner Filme endlich zu unterlassen.

    In einem Interview mit den iranischen Medien via Ilna sagte er: "Ich freue mich sehr für mich selbst und das iranische Kino. Jedoch ist kein Preis so viel wert wie wenn meine Landsmänner den Film sehen könnten. [...] Die Machtinhaber klagen uns an, Filme für ausländische Filmfestivals zu machen. Sie verstecken sich hinter ihren politischen Mauern und geben nicht zu, dass unsere Filme nicht für die iranischen Kinos freigegeben werden."

    Der Regisseur wurde 2010 zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt und mit einem Berufsverbot von 20 Jahren und Hausarrest belegt, nachdem er 2009 eine Dokumentation über die Unruhen im Iran im Zusammenhang mit den damaligen Wahlen drehen wollte. "Taxi" ist bereits Panahis dritter Film, der seit Beginn seines Arrests heimlich ins Ausland geschmuggelt wurde.

    In dem zu weiten Teilen dokumentarischen Film kommt der Regisseur selbst als Taxifahrer mit hinzusteigenden Fahrgästen ins Gespräch und erlaubt dabei ein vielschichtiges Porträt der iranischen Gesellschaft inmitten von oft angespannten Zuständen.
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