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    Die 75 besten Animationsfilme aller Zeiten
    Von Julius Vietzen, Stefan Geisler, Gregor Torninus, Lars-Christian Daniels, Christoph Petersen, Micha Kunze, Carsten Baumgardt, Robert Cherkowski und Andreas Staben — 27.02.2015 um 09:45
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    Die FILMSTARTS-Redaktion hat diskutiert, gewählt und sich entschieden: Wir präsentieren die 75 besten (langen) Animationsfilme aller Zeiten!

    Der Kreis des Lebens in "Der König der Löwen"

    Platz 10: „Der König der Löwen
    (Roger Allers, Rob Minkoff, USA 1994)


    Wenn es einen legitimen Nachfolger des Über-Klassikers „Das Dschungelbuch“ gibt, dann ist es „Der König der Löwen“ von Roger Allers und Rob Minkoff. Zugleich steht dieser aber auch für ein echtes Novum. Erstmals bezogen sich die Autoren einer abendfüllenden Disney-Zeichentrickgeschichte nicht auf eine bereits existierende Vorlage, sondern setzten auf komplett frische, neue Ideen. Und so gelingt der Sprung zum Klassiker wieder einmal über die Figuren und über eine liebevoll erzählte Geschichte: Der Löwenjunge Simba wird als Nachfolger des gerechten Herrschers Mufasa geboren, doch das ruft die Eifersucht von Mufasas Bruder Scar hervor. Was als harmlose, kindgerechte Unterhaltung beginnt, mündet in ein bewegendes Zeichentrick-Drama der Extraklasse. Auch musikalisch traf „Der König der Löwen“, in diesem Punkt ebenfalls ähnlich erfolgreich wie „Das Dschungelbuch“, den Nerv der Zeit. Die Kompositionen von Hans Zimmer sowie die Songs von Elton John und Tim Rice haben echte Ohrwurm-Qualitäten, der Hit „Can You Feel The Love Tonight“ wurde genau wie Zimmer mit einem Oscar ausgezeichnet. Mittlerweile liegt „Der König der Löwen“ auch in einer 3D-Konvertierung vor, die Ende 2011 auch in den deutschen Kinos lief. Ein Meisterwerk.

    Noch ganz ohne Scarlett Johansson: Der Original-"Ghost In The Shell"

    Platz 9: „Ghost In The Shell
    (Mamoru Oshii, Japan/Großbritannien/USA 1995)


    Kult-Sci-Fi-Autor Philip K. Dick, der unter anderem die Vorlagen zu „Blade Runner“, „Total Recall“ und „Minority Report“ lieferte, hätte seine wahre Freude an diesem philosophischen Anime-Kleinod aus dem Jahre 1995 gehabt. Ein weiblicher Cyborg, der für den Staat bei besonders brenzligen Einsätzen arbeitet, muss sich hier mit einer Identitätskrise auseinandersetzen. Für das alte „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“ bleibt dabei jedoch kaum Zeit, denn neben der Suche nach dem Geist in der Muschel und der Seele in den Schaltkreisen der Heldin Motoko gibt es hier auch reichlich unterkühlt stilisierte Science-Fiction-Action, stahlblaue Cyberpunk-Ästhetik und einen wundervollen Soundtrack von Kenji Kawai. Die größte Qualität des Films dürfte jedoch das erzählerische Talent von Regisseur Mamoru Oshii sein, der hier stets den Überblick behält, das Gleichgewicht zwischen Stil und Story, Action und Figuren wahrt und das komplexe Werk in 80 packenden Minuten über die Ziellinie bringt. Dabei spielt es keine Rolle, ob man „Ghost in the Shell“ als techno-psychedelischen Trip-Film oder einfach als straighten Thriller sehen will: Beides funktioniert vorzüglich.

    Brad Birds "Ratatouille": Ein Nager als Meisterkoch

    Platz 8: „Ratatouille
    (Brad Bird, USA 2007)


    Eine kleine Landratte kocht Paris auf! Mit ihrer extravaganten Hauptfigur haben die kreativen Köpfe bei Pixar auf den ersten Blick eine durchaus riskante Wahl getroffen. Aber Rémy, dieser Nager, der als Gourmetkoch in der französischen Metropole Karriere macht, ist so süß und knuffig, dass sämtliche Ressentiments gegenüber den Gossenrackern schnell null und nichtig sind. „Ratatouille“ ist technisch gewohnt perfekt, aber zum modernen Klassiker wird das turbulente Animationsabenteuer durch andere, zeitlose Qualitäten: viele überaus charmante Figuren und eine tolle Geschichte. „Ratatouille“ ist einfach perfekt erzählt, perfekt inszeniert und perfekt animiert! Wieder einmal verbinden die Pixar-Magier die Welten der Kinder und Erwachsenen so filigran, dass einfach jeder auf seine Kosten kommt.

    "Dumbo": Kleiner Held mit großen Ohren

    Platz 7: „Dumbo
    (Walt Disney, Ben Sharpsteen, USA 1941)


    Im Jahre 1942 konnte die amerikanische Bevölkerung, der das Trauma des wenige Monate zuvor erlebten Angriffs auf Pearl Harbor noch immer tief in den Knochen steckte und die nun unwiederbringlich in den Weltkrieg hineingezogen wurde, jede Ablenkung gebrauchen, die sich ihr bot. Sie fand sie unter anderem in diesem stilprägenden Disney-Klassiker. Das Leben mochte ernst sein, doch die traurig-rührende Story vom Elefanten mit den riesigen Ohren, seiner eingekerkerten Mutter, dem Mäuse-Sidekick Timothy und den versoffenen Krähen vermochte auch die trübsten Aussichten mit Charme, Humor und herzerwärmendem Kitsch aufzuhellen. Auch der Erfolg an den Kassen war nach der finanziellen Bauchlandung mit „Fantasia“ wieder groß und Musikdirektor Frank Churchill konnte sich zudem einen Oscar sichern. Zwar lässt sich „Dumbo“ sein Alter durchaus ansehen (und die Darstellung der Krähen, die offen afro-amerikanische Karikaturen sind, ist ohne Frage rassistisch), aber dennoch bleibt er bis heute einer der ganz großen Klassiker aus der frühen, stilprägenden Disney-Blütezeit.

    Ganz großes Gefühlskino nach Art von Walt Disney: "Bambi"

    Platz 6: „Bambi
    (Walt Disney, David Hand, USA 1942)


    Begriffe wie Kitsch und Melodram werden häufig als Schmähungen für schlechten Geschmack, grell-bunte Überdeutlichkeit und das manipulative Spiel auf der Klaviatur der Gefühle benutzt. Die negative Verwendung der Begriffe liegt jedoch vor allem daran, dass beides nur zu oft schlecht umgesetzt wird. Richtig eingesetzt ergeben Kitsch und Melodram tränenreiche Meisterwerke wie David Hands „Bambi“, die auch abgebrühte Zyniker zu Tränen rühren und auch das härteste Herz erweichen. Alles was Walt-Disney-Produktionen über Jahrzehnte ausgezeichnet hat und was noch heute funktioniert, wurde bereits in diesem Klassiker von 1942 nahezu perfekt umgesetzt. Die Mischung von mehr oder weniger tragisch unterfütterten Familiengeschichten, lustigen Sidekicks, Zeichenkunst auf der Höhe der Zeit sowie mitreißender Musik zwischen großem Orchesterklang (Edward H. Plumb) und eingängigen Songs (Frank Churchill) wurde das Fundament, auf dem das große Animationsimperium erbaut wurde.

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