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    Vorwurf: Seth Rogen soll schuld sein, dass "Steve Jobs" in den USA floppte
    Von Björn Becher — 29.10.2015 um 18:21
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    Warum wollte in den USA das breite Publikum „Steve Jobs“ trotz hervorragender Kritiken und Oscar-Gemurmel nicht sehen? Für den konservativen Kritiker John Nolte ist die Sache klar: Seth Rogen ist schuld…

    Universal Pictures
    Nachdem Universal „Steve Jobs“ erst klein in einigen wenigen Kinos in Großstädten startete, läuft der Film seit dem 23. Oktober 2015 in den USA landesweit auf fast 2.500 Leinwänden. Doch die Einnahmen von gerade einmal sieben Millionen Dollar am vergangenen Wochenende sollen beim Verleih für einige lange Gesichter gesorgt haben. Für die Brancheninsider gilt „Steve Jobs“ nun vorerst als Flop und viele fragen sich, warum man kein großes Publikum für den Film begeistern konnte.

    In verschiedenen amerikanischen Branchenmagazinen erschienen in den vergangenen Tagen zahlreiche Artikel, mit denen man den Gründen des Flops auf die Spur gehen wollte und die Experten sich alle fragten, warum ihre eigenen, vorherigen Einschätzungen so daneben lagen. Gemutmaßt wurde vor allem, dass dem Projekt am Ende doch der zugkräftige Star fehlte. Durch den Sony-E-Mail-Hack kam vorher ohnehin schon ans Licht, dass das Studio das Projekt auch fallen ließ, weil man glaubte, dass es einen absoluten Top-Star wie Leonardo DiCaprio (der aber absagte) für die Hauptrolle brauche. Michael Fassbender traute man beim vorherigen Rechteinhaber nicht zu, genug Zuschauer in die Kinos zu locken. Bei Universal dagegen schon...

    Der konservative Filmkritiker John Nolte sieht aber nicht Fassbender als das Hauptproblem an, sondern dessen Co-Star Seth Rogen. Der sorgte Anfang Oktober 2015 mit einem kurzen, von ihm nicht weiter erklärten Tweet für Aufsehen:



    Rogen beleidigte damit den afroamerikanischen, republikanischen Präsidentschaftskandidaten Ben Carson – ohne weitere Gründe zu nennen. Filmkritiker John Nolte schrieb damals schon auf seiner, sich an ein erzkonservatives Publikum richtenden Seite Breitbart.com negative Artikel gegen Rogen. Nun holte er erneut aus und wirft seinen Kritikerkollegen vor, dass sie bei ihrer Analyse des „Steve Jobs“-Flops die Rogen-Äußerungen völlig außer Acht gelassen hätten.

    Dem Hollywood Reporter erklärte er im Interview, dass Rogens Tweet große Auswirkungen auf das Kassenergebnis gehabt habe. Er wisse nicht wie groß, „aber es ist einfach anti-wissenschaftlich zu glauben, es hat dem Film nicht geschadet. Ich habe mehr Beweise als diese Box-Office-Experten, wenn es zu Theorien kommt, was dem Film geschadet hat.“ Seth Rogen haben einen der momentan beliebtesten Menschen des Landes beleidigt. Carson sei seit zwanzig Jahren ein Held der afroamerikanischen Gemeinde. Rogen habe mit seiner Aussage zahlreiche potentielle Zuschauer vor den Kopf gestoßen.

    Nolte glaubt allgemein, dass politisch aktive Schauspieler und Regisseure mit ihren Äußerungen ihren Filmen schaden. „A World Beyond“ mit George Clooney sei auch gefloppt, weil Clooney mit seinem Aussagen polarisiere. Der Schauspieler sei in der Hälfte des Landes nicht vermittelbar. Auch Quentin Tarantino müsse mit seinen jüngsten Aussagen zu Polizeigewalt aufpassen. Dieser könne sich glücklich schätzen, dass der Kinostart von „The Hateful Eight“ noch fast zwei Monate entfernt sei. Das Publikum vergesse nämlich auch schnell, weswegen er glaube, dass Seth Rogens Äußerung zukünftigen Projekten nicht unbedingt auch noch schaden wird.

    Ob Seth Rogens Äußerung das Einspielergebnis von „Steve Jobs“ in den USA wirklich reduziert hat, lässt sich natürlich nicht klar feststellen. Sicher ist aber, dass es sehr viele negative Reaktionen auf seinen Tweet gab, in denen wiederholt angekündigt wurde, nun Rogens Filme zu boykottieren. Für Deutschland dürfte die Kontroverse keine Auswirkungen haben. Hier läuft „Steve Jobs“ am 12. November 2015 in den Kinos an. Dass und warum sich der Kinobesuch lohnt, könnt ihr unserer FILMSTARTS-Kritik entnehmen.




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    Kommentare
    • WhiteNightFalcon
      Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte, was die These zu Rogen und Clooneys Flop-Schuld angeht.Aber mal im ernst. Manchmal sind es einfach profane Gründe, die einen Film floppen lassen. Kein Zuschauerinteresse zb. Kann jetzt nur für mich sprechen, denn obwohl ich weiss, was Jobs so erfunden hat und wie tragisch sein Abgang war, hat mich der Film über sein Leben zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Form interessiert.Und es ist ja nun nicht der erste Film mit einem großen Star, dem es so geht dieses Jahr. Pan mit Hugh Jackman, Terminator 5 mit Arnie erfüllten die Erwartungen auch nicht. Aber auf die Idee am Zuschauerinteresse vorbei gedacht zu haben, kommt natürlich in Hollywood niemand.
    • FAm Dusk Till Dawn
      Da fallen mir aber noch ein paar mehr Gründe ein....Ich bin mir sicher das Danny Boyle mal wieder einen sehenswerten Film abgeliefert hat. Der Mann hat ein goldenes Händchen. Werde mir "Steve Jobs" auch definitiv ansehen. Aber die Story lockt mich halt einfach nicht ins Kino. Völliges Desinteresse an diesem Biopic. Vielleicht entgeht mir ein super spannender Reißer auf der Leinwand, aber ich kanns mir einfach nicht vorstellen.Und 2 Filme über Jobs sind eh schonmal einer zuviel ...
    • sky_erosion
      Seth Rogen ist großartig in dem Film, das Werk selber ist ein Meisterwerk (wenn man es ein Biopic nennen will, ist es mit The Social Network das beste) und Ben Carson ist ja auch ein Arsch. Nolte ist ein Zyniker und der Erfolg anderer George-Clooney-Filme sprechen gegen seine These. Mal sehen wie Rogens Weihnachtskomödie abschneidet, das wird wahrscheinlich ein Erfolg.
    • Edward;
      „... aber es ist einfach anti-wissenschaftlich zu glauben, es hat dem Film nicht geschadet. Ich habe mehr Beweise als diese Box-Office-Experten, wenn es zu Theorien kommt, was dem Film geschadet hat."... Armutszeugnis
    • greek freak
      Ja klar,der Seth Rogan ist Schuld daran,das die Leute nicht in den Film gegangen sind.Auf die Idee,das das Publikum einfach keinen Bock auf eine weitere "Heiligenbiografie" von einem Typen hat,der überteurerte Elektronik verkaufte und um es mal vornehm auszudrücken,als schwieriger Zeitgenosse bekannt war,ist der Herr Kritiker nicht gekommen.
    • Tom H.
      Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten. Schon im Trailer motzt Wozniak Jobs an, warum dieser meine, er könne all den Ruhm einsacken, während andere die Ideen haben. Gilt auch für Hannes. Und guckt euch mal THE SOCIAL NETWORKT an, der ist ebenfalls von Sorkins geschrieben und bestimmt kein Werbefilm für Zuckerberg/Facebook.Und denkt mal drüber nach: Hat Apple als eine der wertvollsten Marken der Welt eigentlich so eine Werbung nötig? Kaufen die Leute wirklich iPhones, weil sie Steve Jobs so geil finden/fanden? Man man man^^
    • WhiteNightFalcon
      Noch absurder wird das Ganze, wenn man überlegt, Rogen hat seinen Unmut gegen einen Mann geäußert. Pierce Brosnan zb hat sich beim Start von Tomorrow never dies 1997 mehrfach negativ über französische Atombombentests im Muroroa-Atoll geäußert und damit ein LAND gegen sich aufgebracht. Die Gala-Premiere von Bond wurde kurzerhand abgesagt seitens Frankreich. Hat es dem Erfolg des Films geschadet? Nein!
    • Cinergie
      Ist ja sonnenklar, Nolte will Seth Rogen ans Bein pinkeln weil dieser einen Republikaner beleidigt hat. Sein Argument ist ein Armutzeugnis seiner Intelligenz die offenbar nur bruchstückweise vorhanden ist. Klar wird, dass er nur gegen demokratisch wohlgesinnte Schauspieler wie Clooney und Tarantino schiesst. Solche Aussagen kann ich nicht einfach nicht für voll nehmen!
    • Peter H.
      Hilfe !!!!!
    • Jimmy V.
      Aber er mag für Leute außerhalb der Filmnerd-Szene doch so wirken. Daher macht Ayses Argument Sinn.
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