Mein Konto
    "Star Wars": Boba Fett sollte eigentlich eine viel größere Rolle haben

    Er avancierte zum Fan-Liebling und segnete doch schnell das Zeitliche: Die Rede ist von „Star Wars“-Kopfgeldjäger Boba Fett. Dabei gedachte ihm George Lucas ursprünglich einen bedeutenderen Part zu.

    Lucasfilm Ltd.

    Es war ein bewusst gesteuerter Hype, den Marketing-Genie George Lucas und sein Team um Boba Fett im Rahmen der „Star Wars“-Reihe aufbauten. In einem – mittlerweile fest im Giftschrank verschlossenen – „Star Wars“-Weihnachtsspecial wurde er 1978 dem Publikum als Bad-Ass-Kopfgeldjäger präsentiert. Mit Spielzeug, Sammelkarten und mehr wurde Boba Fett beim weiteren Marketing in eine Reihe mit populären Figuren wie Luke, Leia, Han, Chewie und Vader gesetzt. Hier kommt die nächste Kult-Figur aus der „Star Wars“-Reihe, war die klare Botschaft. 1980 gab es dann in „Episode V - Das Imperium schlägt zurück“ den ersten Kinoauftritt (später baute ihn George Lucas auch noch nachträglich in „Episode IV – Eine neue Hoffnung“ ein). Vor „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ im Jahr 1983 war der Hype auf dem Höhepunkt. Boba Fett schien der neue Haupt-Bösewicht zu sein … umso größer war die Enttäuschung: Der Auftritt war klein, Boba Fett war schnell tot, nachdem er in die Sarlacc-Grube stürzte. Viele Fans waren damals entsetzt. Später konstruierte man im sogenannten, nun definitiv nicht mehr zum Kanon gehörenden Expanded Universe eine Geschichte, wie Boba Fett die Sarlacc-Grube überlebt hatte, weil man merkte, dass die Figur bares Geld wert ist und man sie für weitere Buch- und Comic-Abenteuer nutzen wollte. Dabei hätte alles ganz anders kommen sollen.

    Anlässlich des Star-Wars-Tages 2016 gab Craig Miller, der mit George Lucas eng bei Lucasfilm zusammenarbeitete und eine wichtige Rolle im Marketing für die Originaltrilogie spielte, den Kollegen von Inverse.com ein umfangreiches Interview, in dem er detailliert über George Lucas‘ ursprüngliche Pläne für Boba Fett sprach. Wie allen „Star Wars“-Fans bekannt sein dürfte, wolle Lucas ursprünglich einmal zwölf, später dann neun „Star Wars“-Filme machen. Weil er aber nach den aufwendigen Arbeiten an den ersten beiden Filmen der Original-Trilogie erst einmal keine große Lust mehr auf weitere Blockbuster hatte, entschied er sich, statt vier weitere Filme erst einmal nur noch einen zu machen. Und das besiegelte das Schicksal von Boba Fett.

    Als die Figur dem Publikum näher gebracht wurde und man so aggressives Marketing mit ihr betrieb, sei es nämlich noch wirklich der Plan gewesen, Boba Fett zum großen Bösewicht des damals dritten Teil (der heutigen „Episode VI“) zu machen. Eigentlich hätte erst eine weitere Trilogie von Lukes Konfrontation mit Darth Vader und dem Imperator handeln sollen. Als George Lucas sich aber entschied, diese drei Filme nicht mehr zu machen, musste er die dafür geplante Geschichte in ein, finales Abenteuer packen, das so zu „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ wurde. Für Boba Fett war kein Platz mehr. Daher entschied man sich, die Figur relativ schnell zu töten.

    Obwohl die Fans damals enttäuscht waren, behielt Boba Fett seinen Kultstatus und ist auch weiter eine Lieblingsfigur vieler „Star Wars“-Fans, so dass es immer wieder Meldungen gibt, dass wir ihn in Zukunft in einem der Spin-off-Filme noch einmal sehen. Vielleicht tritt er im kommenden Abenteuer des jungen Han Solos, für das gerade Alden Ehrenreich gecastet wurde, auf.

    facebook Tweet
    Ähnliche Nachrichten
    Das könnte dich auch interessieren
    Back to Top