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    Michael Cimino: Oscar-Preisträger und "Die durch die Hölle gehen"-Regisseur gestorben

    Mit seinem zweiten Film gewann er zwei Oscars, sein dritter Film beendete seine Karriere quasi wieder. Die Rede ist von Michael Cimino. Nun ist der Regisseur im Alter von 77 Jahren gestorben.

    StudioCanal

    Wie zuerst Thierry Fremaux, der Direktor der Filmfestspiele von Cannes, öffentlich machte und kurz darauf die Branchenmagazine bestätigen konnte, starb Regisseur Michael Cimino am 2. Juli 2016 in seinem Heim in Los Angeles.

    Nach ersten Erfolgen als Drehbuchautor feierte Michael Cimino 1974 mit der Gauner-Komödie „Die Letzten beißen die Hunde“ mit Clint Eastwood und Jeff Bridges sein Regie-Debüt. Sein größer Erfolg gelang ihm dann mit seinem zweiten Film: „Die durch die Hölle gehen“ gehört zu den besten Anti-Kriegsfilmen aller Zeiten und wurde mit insgesamt fünf Oscars bedacht. Zwei davon bekam Cimino persönlich überreicht – als Produzent für den Besten Film und den Besten Regisseur.

    Doch schon mit seinem nächsten Projekt ging seine Karriere quasi wieder zu Ende. Nachdem er schon bei „Die durch die Hölle gehen“ Budget und Drehplan massiv überzog, der spätere Erfolg des Films dieses aber übertünchte, geriet die Produktion zum Spätwestern „Heaven’s Gate“ so aus dem Ruder, dass wohl auch als Folge des Scheiterns des Projekts die Filmfirma United Artists veräußert wurde. United Artists wurde bereits 1919 gegründet, gerade um Filmschaffenden mehr kreative Freiheit zu gewähren. Doch genau dies wurde zum Verhängnis, als Cimino so ohne Überwachung schalten und walten konnte, wie er wollte (auch wenn zwischenzeitlich wohl mehrfach ernst erwogen wurde, ihn zu feuern). Noch heute ranken sich zahlreiche Mythen um das Projekt und sein Scheitern, auch weil Cimino selbst fast jede öffentliche Aussage verweigerte. Das Budget soll aber um mehr als das Dreifache überzogen worden sein. Es kursieren mehrere Schnittfassungen, wobei Ciminos ursprünglichste Version mit einer Länge von fast fünfeinhalb Stunden nie öffentlich gezeigt wurde.

    Dem Regisseur war es danach fast unmöglich einen Job zu finden. Mit dem Gangsterfilm „Im Jahr des Drachen“ mit Mickey Rourke versöhnte er ein halbes Jahrzehnt später zwar die Kritiker, die ihn nach „Die durch die Hölle gehen“ feierten und die „Heaven’s Gate“ komplett verrissen, doch in Hollywood galt es als zu unbequem und als zu großes Risiko, um ihm wirklich ein Projekt anzuvertrauen. Er drehte zwar nach „Im Jahr des Drachen“ noch drei weitere Filme, die alle floppten, doch vom „Heaven’s Gate“-Fiasko erholte er sich nicht mehr. Mitte der Neunziger musste er seine Karriere beenden, weil er kein Projekt mehr finanziert bekam. Vor allem eine Adaption des Romans „So lebt der Mensch“ von André Malraux, die er unbedingt realisieren wollte, konnte er trotz prominenter Fürsprecher nie umsetzen. Dabei bezeichnete es Cimino selbst, als das beste Drehbuch, das er je geschrieben habe. Nur für eine Episode des Cannes-Geburtstagsfilms „Chacun son cinéma – Jedem sein Kino“ nahm er so noch einmal 2007 auf dem Regiestuhl Platz.

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