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    #WTF: James Cameron hat DIESEM anderen Hollywood-Regisseur geholfen, seinen Vater aus der Gewalt von Kidnappern zu befreien
    Von Andreas Staben — 13.10.2016 um 12:00
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    In unserer wöchentlichen Trivia-Serie #WTF rollen wir unglaubliche, absurde, überraschende oder auch einfach nur saulustige Geschichten aus der Welt des Films neu auf. Außerdem könnt ihr über die #WTF-Story der kommenden Woche selbst mit abstimmen!

    Dass „Pacific Rim“-Regisseur Guillermo del Toro sich blendend mit seinen Landsleuten und Kollegen Alfonso Cuarón („Gravity“) und Alejandro G. Iñárritu („Birdman“) versteht, ist den meisten Filmfans bekannt, zumal die „drei Amigos“ aus Mexiko sich immer wieder auch öffentlich zusammen präsentieren. Doch del Toro verbindet auch eine Freundschaft mit James Cameron, dem Box-Office-Champion unter den Filmemachern schlechthin, und die ist durchaus etwas Besonderes - wie eine Anekdote aus dem Jahr 1998 belegt.

    Guillermo del Toro verzichtet im echten Leben auf den Einsatz von Waffen.
    Der Mexikaner del Toro und der Kanadier Cameron haben sich bei einer Hollywood-Party zum 4. Juli in den 1990er Jahren kennengelernt, die von Schauspieler Ron Perlman und seiner Frau veranstaltet wurde. Del Toro nutzte die Gelegenheit, um finanzielle Förderer für sein damals aktuelles Projekt „Cronos“ zu suchen, bei dem sein späterer „Hellboy“ Perlman bereits eine Hauptrolle spielte. Unter den Gästen war auch Linda Hamilton, Perlmans Partnerin aus der Fernsehserie „Die Schöne und das Biest“, die ihren Lebensgefährten und späteren Ehemann James Cameron mitbrachte. Gemeinsam hatte das Paar mit „Terminator 2“ kurz zuvor einen 200-Millionen-Dollar-Hit gelandet.



    Nach der ersten Begegnung wurden die beiden Regisseure schnell Freunde und stehen sich seither bei ihren jeweiligen Filmen mit Rat und Tat zur Seite, außerdem hat del Toro in den 90ern sogar eine Weile in Camerons Gästehaus gelebt. 1998 kam es schließlich zu einem dramatischen Vorfall: Guillermos Vater Federico wurde in Gudalajara, der Heimatstadt der Familie, von der Straße weg entführt. Die Kidnapper nahmen an, dass der Regisseur, der kurz zuvor seine erste US-Produktion „Mimic – Angriff der Killerinsekten“ in die Kinos gebracht hatte, ein stinkreicher Mann sein müsse und forderten eine Million Dollar. Doch del Toro hatte seine persönlichen Ersparnisse in dieses unter extrem schwierigen Umständen entstandenen Hollywood-Debüt gesteckt und konnte das Lösegeld nicht aufbringen.



    In dieser Notlage bekam del Toro dubiose Angebote aus den Reihen der mexikanischen Polizei: Für 5.000 Dollar würden sie ihn für 15 Minuten mit den an Stühle gefesselten Entführern und einer Eisenstange allein lassen, für den doppelten Betrag bräuchte er sich um gar nichts zu kümmern und bekäme Beweis-Polaroids von den Leichen der eliminierten Bande. Der Filmemacher lehnte ab, denn er konnte auch in dieser Situation auf seinen Kumpel aus Kanada zählen. James Cameron hatte sich mit „Titanic“ gerade zum König der (Film-)Welt gekrönt und stellte seinem Freund das geforderte Millionen-Lösegeld zur Verfügung, auch bei den komplizierten Verhandlungen vermittelte er. So kam Federico del Toro nach 72 Tagen in Geiselhaft schließlich frei, sein Sohn wollte die ganze Familie danach in die USA holen, aber der Vater entschied sich, in der Heimat zu bleiben. Die Entführer wurden später zum Teil gefasst, aber der Fall blieb weitgehend unaufgeklärt.

    Guillermo del Toro und James Cameron sind also mehr als gute Kollegen, trotzdem ist es noch nie zu einer größeren Zusammenarbeit gekommen. Dabei wünschen sich viele Fans, dass es vielleicht doch noch mit der Verfilmung von H.P. Lovecrafts „At The Mountains Of Madness“ klappt. Bei del Toros Herzensprojekt könnte Cameron nach mehreren gescheiterten gemeinsamen Anläufen eine Produzentenrolle übernehmen.



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