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    Die "Inception"-Fanfare ist nur die Spitze des Eisbergs: Video zeigt, in wie vielen aktuellen Trailern derselbe Soundeffekt verwendet wird
    Von Julius Vietzen — 25.01.2017 um 20:00
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    Wer gerne und viele Trailer schaut, kommt nicht herum zu bemerken, dass darin oft dieselben (Sound-)Effekte verwendet werden. Ein neues YouTube-Video konzentriert sich nun auf den sogenannten Bassdrop, der sich aktuell großer Beliebtheit erfreut.

    Warner Bros.
    Als Kylo-Ren-Darsteller Adam Driver im Dezember 2016 vorschlug, dass vor dem Kinostart von „Star Wars 8: The Last Jedi“ am 14. Dezember 2017 kein einziger Trailer zu „Episode VIII“ veröffentlicht werden sollte, zeigte sich mal wieder: Trailer sind ein Thema, an dem sich die Geister der Filmfans scheiden. Denn in der FILMSTARTS-Umfrage unter unserer Nachricht zu Drivers Vorschlag stimmten mehr als 50% der Teilnehmer dafür, überhaupt keine Trailer sehen zu wollen, immerhin ein knappes Drittel wollte sich mit einem einzigen Vorschauvideo zufriedengeben und nur 15% wünschten sich so viele Trailer wie möglich.

    Die Gründe für die unter Filmfans weit verbreitete Ablehnung von Trailern sind wohl vielfältig: Schon ein einziger Trailer etwa kann Spoiler-empfindlichen Zuschauern den Spaß und die Überraschung verderben und wer tatsächlich sämtliche vorab veröffentlichten Bewegtbilder zu großen Blockbustern geschaut hat (also Trailer, Teaser, TV-Spots, Featurettes, etc.), kann durchaus das Gefühl haben, nun auch schon den halben Film gesehen zu haben. Hinzu kommt, dass viele aktuelle Trailer, gerade die zu großen Filmen, sich in fast unheimlichem Maße gleichen, und zwar nicht nur, was die Struktur betrifft, sondern auch hinsichtlich der darin verwendeten Stilmittel: Nachdem etwa die ersten Vorschauvideos zu Christopher Nolans „Inception“ veröffentlicht wurden, hörte man plötzlich in zahlreichen Trailern die schnell passend getaufte „Inception“-Fanfare. Das ging sogar soweit, dass sich Hans Zimmer schließlich über die allgegenwärtige Verwendung des mächtigen BRAAAAMMM beschwerte (und ein kleiner Streit über die Urheberschaft des populären Soundeffekts entbrannte).

    Mittlerweile ist die „Inception“-Fanfare wieder etwas aus der Mode gekommen, stattdessen ist in den Jahren 2016 und 2017 ein anderer Soundeffekt beinahe allgegenwärtig: Wie die Macher eines kürzlich bei YouTube veröffentlichten Videos mit Hilfe eines Trailer-Zusammenschnitts beweisen, wird in so ziemlich jedem Trailer zu so ziemlich jedem im Laufe des Jahres 2017 erscheinenden Blockbuster derselbe Soundeffekt verwendet: der sogenannte Bassdrop. Schaut euch das folgende Video an und ihr wisst sofort, was mit diesem Begriff gemeint ist:


    Gleichzeitig sind andere Trailerklischees aber natürlich noch lange nicht ausgestorben. Auch die austrudelnde Musik oder das berühmte Grillenzirpen erfreuen sich nach wie vor größter Beliebtheit. Und im ersten Trailer zu „Ghost In The Shell“ gibt es neben stolzen fünf (!) Bassdrops auch ein weiteres sehr angesagtes Klischee zu hören: Die verlangsamte Cover-Version eines berühmten Popsongs – in diesem Fall von Depeche Modes „Enjoy The Silence“:



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    Kommentare
    • Mordecai
      Film und Trailer werden aber ja nicht unbedingt von den gleichen Leuten produziert bzw. geschnitten. Sicherlich gibt es allgemeine Vorlagen und Material, welches gezeigt werden darf, aber ich denke, dass bei vielen Filmproduktionen ein anderes Team an der Entstehung des Trailers arbeitet, als bei der eigentlichen Filmherstellung. In sofern ist von Trailer auf Film nicht zu schließen. Die Tatsache, dass der Trailer einiges verspricht und der Film das dann nicht einhält, kennen wir ja auch zu Genüge und das dreht quasi deine Aussage um. Mein Fazit ist, auch wenn ich persönlich aus individuellem Interesse quasi jeden Trailer sehen mag von Filmen, auf die ich sehr gespannt bin, so steht es doch jedem frei, einen Film auch aus reinem Interesse ohne je einen Trailer gesehen zu haben, anzuschauen. Wenn außerdem alle Trailer irgendwie ähnlich sind, ist das rein von der Marketingseite her betrachtet auch eine Möglichkeit, Gleichheit und Ähnlichkeit zu suggerieren. Da Kino-Trailer auch eigentlich ursprünglich für den Kinosaal gedacht sind (1999 sind ganz viele Menschen ins Kino gegangen, nur um den Trailer zu Star Wars Episode 1 zu sehen), die Kinobetreiber und Filmemacher auch darauf achten, dass entsprechende Trailer zu einem entsprechenden Film gezeigt werden (anders geht es allein schon aus FSK-Gründen nicht, zumindest in einer Richtung), macht es durchaus Sinn, dass alles wie aus einem Guss wirkt, weil schließlich will man den Zuschauer nach Möglichkeit in alle Filme rein bekommen. Mehr Mainstream geht natürlich nicht, aber ist nun mal so. Wissen wir alle :)
    • Silvio B.
      Das stimmt. Wenn ihnen schon im Trailer nichts eigenes einfällt, wie soll das dann im Film weitergehen?
    • FAm Dusk Till Dawn
      Is ja kein Wunder das uns vorneweg alles anödet, wenn uns alles auf die gleiche Weise präsentiert wird :P
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