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Die 80 besten Horrorfilme aller Zeiten
Von Andreas Staben, Carsten Baumgardt, Julius Vietzen, Stefan Geisler, Gregor Torinus, Lars-Christian Daniels, Robert Cherkowski, Felix Haenel — 25.02.2017 um 22:20
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Die FILMSTARTS-Redaktion hat diskutiert, gewählt und sich entschieden: Wir präsentieren euch die 80 unserer Meinung nach besten Horrorfilme aller Zeiten!


Intensiv-innovatives Bravourstück aus Deutschland: "Der Nachtmahr"

Platz 60: „Der Nachtmahr
(Akiz, Deutschland 2015)


In unserer FILMSTARTS-Kritik wird Akiz‘ beeindruckender filmischer Horrortrip als Techno-Monsterfilm bezeichnet und tatsächlich ist es vor allem die Kombination von unbändiger Energie und kreatürlicher Heimsuchung, die „Der Nachtmahr“ so einmalig macht. Von der eröffnenden Rave-Szene mit ihren Stroboskop-Exzessen über den vielleicht nur eingebildeten, aber definitiv realen Titelhelden mit seiner monströs angehauchten „E.T.“-Knuffigkeit bis zu den unweigerlichen Zweifeln an der eigenen Wahrnehmung – diese Reise in die Psyche einer jungen Frau ist ein Kinoerlebnis der anderen Art. Einen so intensiv-innovativen Film gibt es nicht nur in Deutschland äußerst selten.

Catherine Deneuve in Roman Polanskis "Ekel"

Platz 59: „Ekel
(Roman Polanski, Großbritannien 1965)


In seinem zweiten Langfilm „Ekel" verbindet Roman Polanski auf ebenso einfühlsame wie hochpräzise Weise das halluzinatorisch-assoziative Psychogramm einer leidenden Seele und die Darstellung der kalten Alltagswirklichkeit in der anonymen Großstadt. So wie später Paris (in „Der Mieter“) und New York (in „Rosemaries Baby“) ist das London der Swinging Sixties hier eine trostlose und gruselige Kulisse für das von Catherine Deneuve eindringlich verkörperte einsame Driften in die Verzweiflung und in den Wahnsinn. Die trostlosen Schwarz-Weiß-Bilder sind zuweilen surreal angehaucht (wie etwa die berühmte Einstellung eines verwesenden Hasen) – hier trifft der existenzialistische Weltekel eines Michelangelo Antonioni („Die Nacht“) auf einen gnadenlosen Psycho-Thriller, dessen unheimlichste Erkenntnis wie so oft bei Polanski lautet: Der Horror steckt in uns selbst.

Die Leiden einer Mutter: Lili Taylor in "Conjuring"

Platz 58: „Conjuring - Die Heimsuchung
(James Wan, USA 2013)


Kinozuschauer auf der ganzen Welt verkrochen sich in ihren Sitzen, Quentin Tarantino nahm ihn in seine persönlichen Top Ten des Jahres auf und auch die FILMSTARTS-Redaktion kürte ihn zum gruseligsten Film 2013: James Wans Haunted-House-Hit „Conjuring“ ist einer der größten kommerziellen Überraschungserfolge der jüngeren Vergangenheit und spielte weltweit mehr als das Zehnfache seines 20-Millionen-Dollar-Budgets ein. Wan erzählt eine auf einer wahren Begebenheit beruhende Geisterjägergeschichte: Die verheirateten Dämonologen Ed (Patrick Wilson) und Lorraine Warren (Vera Farmiga) werden von der Familie Perron in deren neues Landhaus gerufen, das fest im Griff einer unheimlichen Macht zu sein scheint. Horror-Experte Wan („Saw“, „Insidious“) setzt vorwiegend auf bewährte Schockmomente, erzielt damit aber dank seiner erstklassigen Inszenierung eine ungemein beängstigende Wirkung. Wann haben zwei klatschende Kinderhände den Zuschauer schon einmal derartig elektrisiert?

"Pique Dame": Anton Walbrook tut alles, um beim Kartenspiel zu gewinnen

Platz 57: „Pique Dame
(Thorold Dickinson, Großbritannien 1949)


Diese stimmungsvoll-opulente Geister-Rache-Geschichte nach einer Novelle von Alexander Puschkin ist bis heute ein Geheimtipp geblieben. Dabei hat Thorold Dickinson mit seinem in den ansonsten vor allem für ihre Komödien wie „Adel verpflichtet“ und „Ladykillers“ bekannten Londoner Ealing Studios entstandenen Reißer ein Meisterstück des surreal angehauchten Psychohorrors geschaffen. Es geht um einen mittellosen Offizier (Anton Walbrook), der um jeden Preis zu Reichtum kommen will. Um beim Kartenspiel zu gewinnen, ist er bereit, sich auf einen Pakt mit dem Teufel einzulassen… Mit vergleichsweise geringen Mitteln versetzt uns Regisseur Dickinson in das Sankt Petersburg des Jahres 1806 und kreiert eine übernatürliche Atmosphäre, die an Edgar Allan Poe erinnert. Für Kult-Regisseur Wes Anderson („Grand Budapest Hotel“) ist „Pique Dame“ immerhin der sechstbeste britische Film aller Zeiten.

Auf einer schottischen Insel gehen seltsame Dinge vor sich: "The Wicker Man"

Platz 56: „The Wicker Man
(Robin Hardy, Großbritannien 1973)


Der musikalischste Horrorfilm in unserer Liste ist ohne Frage „The Wicker Man“ von Robin Hardy. 1973 drehte der Regisseur diese eigenwillige Mischung aus Horrorfilm, Thriller, Musical und schwarzer Komödie, die bis heute unter Fans Kultstatus genießt. In „The Wicker Man“ begibt sich der tief religiöse Polizist Neil Howie (Edward Woodward) auf die abgeschiedene schottische Privatinsel Summerisle, wo er sich auf die Suche nach einem vermissten Mädchen macht. Doch der Polizist trifft auf eine Mauer des Schweigens, die Inselbewohner wissen angeblich nichts über den Verbleib des Kindes. Robin Hardys „The Wicker Man“ ist ein ungewöhnlicher Genre-Hybrid, der es geschickt schafft, Horror, Musical und Komödie in Einklang zu bringen. Besonders großartig ist hierbei die schauspielerische Leistung von Edward Woodward („Hot Fuzz“), der als spießiger Polizist selbst die größten Absurditäten mit einer stoischen Ruhe hinnimmt und damit nicht nur einmal für unvergessliche Augenblicke sorgt.
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Kommentare
  • Zach Braff
    Danke, dass ihr endlich mal von euren nervigen Klicklisten weggekommen seid. So ist es doch gleich entspannter. Noch dazu zu jeder Platzierung eine kurze Begründung. Fein gemacht! So spontan fällt mir auch kein Film ein, den ihr vergessen habt... Über die Platzierungen lässt sich natürlich wie immer streiten. Aber vor allem die Top3 kann ich so voll unterschreiben.
  • ach-herr-je
    Eine tolle Liste mit kurzer Beschreibung und Begründung der Platzierung, auch wenn ich inhaltlich komplett anderer Meinung binIch finde "Shining" so öde....
  • SeeYa
    Sehr interessante Liste. Am Ende lässt sich natürlich immer subjektiv über Filme und Platzierungen streiten, aber was solls.Ja, ich weiß, ihr seid große Klassikfans. Ich wünsche mir dennoch mal eine Toplist mit Filmen der Neuzeit, die man sich auch aus heutiger Sicht noch gut anschauen kann ;)
  • TresChic
    Ich wollte gerde anfangen zu schauen aber da lädt sich jedesmal die komplette Seite. Nachdem FS ihre homepage bearbeitet hatten, dachte ich, dass sie diese unprof. Programmierung ebenfalls überarbeiten. Aber nichts.... man FS nie kann man euere Specials anschauen.
  • TresChic
    was??? auf Platz eins ist shining?!?! So ein überbewerterer Lumpen. Ich lese überall von usern, dass sie ihn eher mittelmäßig finden (siehe auch hier bei fs) und sogar Stephen King mag den Streifen nicht. Wer ist das denn hier bei FS der den so sehr verteidigt (ist ja nicht das erste Mal)? Der Betreiber von FS selbst? Der dann evtl sagt "Leute, ihr könnt 99 Plätze vergeben wie ihr wollt aber Shining kommt auf Platz eins. Wer dagegen ist, fliegt" ^^
  • Hans H.
    "Immerhin haben es die Geisterszenen in einer Auswertung des US-Senders Bravo auf Platz 61 der erschreckendsten Filmszenen aller Zeiten geschafft."Soll DAS eine Referenz sein? US-Sender Bravo? Noch nie was von gehört.Insgesamt sind mir viel zu viele alte Kamellen unter den Filmen; wenn man bedenkt, was es für tolle Horrorfilme seit den 90ern gegeben hat.Ich kann es auch nur übersehen haben: Wo war noch Coppola´s Dracula ?!?!
  • Jimmy V.
    Ein paar Sachen, wie z.B. "I Saw The Devil", sind großartige Filme, aber nun wirklich keine Horrorwerke. Statt solcher hätten wirklich einige genannte reinere Horrorfilme hineingekonnt. Ich mache gerne für einen oft sehr verrissenen, aber eigentlich ziemlich gelungenen Vertreter Werbung: "Grave Encounters". Das beginnt mit Seitenhieben auf Scripted-Reality-TV, wird aber weiterhin richtig gut. Außerdem ist das Setting klasse. Erinnert an den ebenfalls empfehlenswerten "Session 9".Ich freue mich dennoch über die Nennung von z.B. "Angel Heart" sowie den Klassiker "Carnival of Souls". Das Ding ist wirklich herausragend und für mich einer der außergewöhnlichsten Filme - gerade wegen des geringen Budgets und den einfachen Mitteln. Doch daraus wurde wirklich ein Film, der atmosphärisch seinesgleichen sucht. Für mich stehen genau solche Filme weit vorne, noch vor anderen. In diesem Sinne: "The Witch" muss auf jeden Fall voran, für mich sogar unter die Top 10.
  • Jimmy V.
    Man sieht hier, dass man wirklich auch im Genre Horror viel durchmischen kann. "Psycho" und "The Shining" gehören auf jede anständige Horrorfilm-Liste! Beim Rest den du nennst?"Eden Lake", "28 Days later", "Trollhunter", "Rec" - auf jeden Fall."Mann beißt Hund" ist für mich kein Horrorfilm."Insidious" hat ein sehr gutes letztes Drittel, vielleicht deshalb auf die hinteren Plätze. Gleiches gelte für "Sinister"."High Tension" ist für mich der überbewerteste Müll überhaupt.
  • Fain5
    Och Leute im Ernst jetzt? I saw the Devil ein Horrorfilm? Dann müsste Sieben auch einer sein.
  • Fain5
    Hat ja nichts mit Recherche zu tun. Bei den anderen Filmseiten würde ich das auch anprangern ;)
  • TresChic
    Ja die tun sich das an und lassen die Seite jedes Mal neu laden *sich*
  • Hans H.
    Ich denke, er meint eher die Filme zwischen den 30er und 60er Jahren. Damit kann ich auch nicht mehr viel anfangen.
  • TresChic
    Nee die anderen müssen auch neu laden
  • TresChic
    Du musst die Seite neu laden, ok, wenn du dafür Zeit hast.... X-)
  • amlug
    Meh ... Paranormal Activity VOR The Blair Witch Project?!
  • Micox
    Stimme ich nicht so ganz zu..Saw auf Platz 79 und hinter the Hills have eyes..? Und Shining auf 1..?
  • TresChic
    Shining auf Platz 1 LOL selbst King findet den Film Mist.
  • Thomas V.
    Durchaus aufschlussreich finde ich, dass beim Genörgel über "Schinken" und "Klassiker" kaum mal ein konkreter Film benannt nannt. Ich vermute, dass man da einfach keine Lust gehabt hat, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Filme wie "Katzenmenschen", "Nosferatu", "Frankenstein", "Ekel", "Freaks", "Das Cabinet des Dr. Caligari" usw. können trotz Schwarzweiß oder gar Stummfilm für mich jederzeit bestehen gegenüber manchem vermeintlichen "Klassiker der Neuzeit".
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