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Die 80 besten Horrorfilme aller Zeiten
Von Andreas Staben, Carsten Baumgardt, Julius Vietzen, Stefan Geisler, Gregor Torinus, Lars-Christian Daniels, Robert Cherkowski, Felix Haenel — 25.02.2017 um 22:20
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Die FILMSTARTS-Redaktion hat diskutiert, gewählt und sich entschieden: Wir präsentieren euch die 80 unserer Meinung nach besten Horrorfilme aller Zeiten!


Suchbild für Genrefans: Wer findet alle Anspielungen?

Platz 55: „The Cabin in the Woods
(Drew Goddard, USA 2012)


Eine Gruppe von Freunden beschließt, das Wochenende in einer abgelegenen Hütte in den Wäldern zu verbringen – der Ausgang dürfte für jeden erfahrenen Horrorfilm-Fan klar sein. Doch ebenso klar wird schon nach den ersten Momenten von „The Cabin in the Woods“, dass sich die Drehbuchautoren Drew Goddard und Joss Whedon dessen ebenso bewusst sind. Goddard (auch Regie) und Whedon (auch Produktion) präsentieren hier keinen ernstgemeinten Horrorstreifen, sondern laden ganz im Stile von „Scream“ zum augenzwinkernden, aber stets auch gruseligen und durchdachten (Meta-)Spiel mit den Genrekonventionen ein. Spätestens wenn im atemberaubenden Finale im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle losbricht (ohne zu viel zu verraten), dann stürzt gleichzeitig ein solcher Strom von Horrorfilm-Anspielungen über den Zuschauer herein, dass man die ganze ironische Gewaltorgie wohl mal Einzelbild für Einzelbild analysieren müsste, um alle Andeutungen zu entdecken. Das überraschendste Stück Horror-Kino seit langer Zeit, und auch eines der besten.

Albtraum in düsterstem Schwarz-Weiß: "Carnival Of Souls"

Platz 54: „Tanz der toten Seelen
(Herk Harvey, USA 1962)


Der amerikanische Regisseur Herk Harvey hat eine lange Karriere als Industrie- und Werbefilmer gemacht, nur einen einzigen Ausflug ins Spielfilmfach hat er unternommen – aber der ist inzwischen zu einem wahren Kultfilm geworden. Das mit einem Budget von nur etwa 30.000 Dollar entstandene existenzialistische Horror-Drama „Carnival Of Souls“ (deutsch: „Tanz der toten Seelen“) ist trotz der bescheidenen Produktionsmittel einer der unheimlichsten Filme aller Zeiten und ein absoluter Gänsehaut-Garant in hoffnungslosem Schwarz-Weiß. Es geht um die Organistin Mary Henry (Candace Hilligoss), die nach einem Autounfall eine neue Stelle in Salt Lake City antreten will. Von Beginn an haben selbst die normalsten und alltäglichsten Dinge, Orte und Geräusche merkwürdige Schwingungen (man achte auf die ausgefeilte Tonspur: ein unterschwelliger akustischer Albtraum aus jenseitigem Rumoren und dissonanter Orgelmusik). Hauptschauplatz ist ein verlassener Rummelplatz am Salzsee, wo wir mit der Protagonistin durch ein Reich zwischen Leben und Tod treiben, mit ihr in den Wahnsinn gleiten und ihre fiebrigen Visionen teilen – bis zur konsequent niederschmetternden Schlusswendung.

Kaum noch zu erkennen: Jeff Goldblum in "Die Fliege"

Platz 53: „Die Fliege
(David Cronenberg, USA 1986)


David Cronenbergs Sci-Fi-Horrorfilm „Die Fliege“ ist das Remake des gleichnamigen Horror-Klassikers aus dem Jahre 1958. Mit diesem Werk brachte der Kanadier das von ihm selbst begründete Subgenre des Body-Horrors in den Mainstream - „Die Fliege“ wurde Cronenberg bis dahin größter Kassenerfolg. Dabei klingt die Story zunächst denkbar krude: Der Wissenschaftler Seth Brundle (Jeff Goldblum) baut einen Teleporter, mit dem er Gegenstände und Lebewesen von einem Ort zum anderen transportieren kann. Bei einem Selbstversuch merkt Brundle nicht, dass versehentlich eine Stubenfliege mit ihm in den Teleporter geraten ist. Dies hat zur Folge, dass die DNA des Forschers mit jener der Fliege verschmilzt. Deshalb verwandelt sich Brundle langsam in das Fliegenmonster „Brundelfliege“. Cronenbergs Film erregte zu seiner Zeit mit seinen spektakulären und noch komplett handgemachten Ekel-Effekten großes Aufsehen. Darüber hinaus zeigt „Die Fliege“ sehr glaubhaft, wie das menschliche Bewusstsein des Wissenschaftlers mit der Transformation in ein reines Fliegenbewusstsein kämpft, was dem Film viel mehr Tiefe als einem durchschnittlichen Horrorfilm gibt.

Die unheimlichen Kinder aus dem "Dorf der Verdammten"

Platz 52: „Das Dorf der Verdammten
(Wolf Rilla, Großbritannien 1960)


Zu Zeiten des Kinostarts Anfang der 1960er Jahre hatte Wolf Rillas Science-Fiction-Horror-Thriller „Das Dorf der Verdammten“ gegen die mächtige Konkurrenz von Alfred Hitchcocks „Psycho“ einen schweren Stand. Aber im Laufe der Jahre und Jahrzehnte entwickelte sich die Verfilmung des Romans „Kuckuckskinder“ von John Wyndham zu einem echten Klassiker, der 1995 sogar von Horror-Haudegen John Carpenter (mit mittelmäßigem Erfolg) neuverfilmt wurde… Als die Bewohner des Dorfes Midwich auf geheimnisvolle Weise stundenlang in einen tiefen Schlaf fallen, sind beim Erwachen alle gebärfähigen Frauen kollektiv schwanger. Die Kinder entwickeln sich nach der Geburt nicht nur rasend schnell, sondern sind auch übermäßig intelligent und ähneln sich wie ein Ei dem anderen. Professor Zellaby (George Sanders) durchschaut die Hintergründe als Erster und zieht in den Kampf gegen eine unheimliche Macht. „Das Dorf der Verdammten“ besticht durch seine atmosphärische Dichte, die Bedrohung durch „unschuldige“ Kinder kommt ganz leise daher, um später umso effektiver zuzuschlagen. Regisseur Rilla verhandelt universelle Themen und spielt die Theorie des synchronisierten Denkens, eines Handelns ohne Persönlichkeit, durch. Dazu ist „Das Dorf der Verdammten“ einfach höllisch spannend.

Junio Valverde als Geist in „The Devil's Backbone“

Platz 51: „The Devil's Backbone
(Guillermo del Toro, Spanien 2001)


Guillermo Del Toros Waisenhaus-und-Geister-Drama „The Devil’s Backbone“ gehört zu den wichtigsten Filmen des neuen spanischen Horrorfilms und steht in unseren Augen noch eine Stufe über Alejandro Amenábars „The Others“ und Juan Antonio Bayonas „Das Waisenhaus“. Der Regisseur selbst betrachtet den Film als sein persönlichstes Werk, noch vor dem thematisch ähnlich angelegten und ebenfalls im Spanischen Bürgerkrieg angesiedelten „Pans Labyrinth“. Im Zentrum von „The Devil’s Backbone“ steht ein Waisenhaus im Jahr 1939, das immer wieder von Francos Truppen angegriffen wird. Die Gefahr manifestiert sich in einer nicht gezündeten Bombe, die auf dem Hof im Boden steckt. Zusätzlich werden einige der Kinder von Geistererscheinungen geplagt... Der allegorisch-vielschichtige Film beeindruckt mit seiner ambitionierten Kombination aus Genrekino und Kriegsdrama. Das ist in vielen Momenten überraschend zärtlich, aber an anderer Stelle auch verdammt gruselig: Immerhin haben es die Geisterszenen in einer Auswertung des US-Senders Bravo auf Platz 61 der erschreckendsten Filmszenen aller Zeiten geschafft.
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Kommentare
  • Zach Braff
    Danke, dass ihr endlich mal von euren nervigen Klicklisten weggekommen seid. So ist es doch gleich entspannter. Noch dazu zu jeder Platzierung eine kurze Begründung. Fein gemacht! So spontan fällt mir auch kein Film ein, den ihr vergessen habt... Über die Platzierungen lässt sich natürlich wie immer streiten. Aber vor allem die Top3 kann ich so voll unterschreiben.
  • ach-herr-je
    Eine tolle Liste mit kurzer Beschreibung und Begründung der Platzierung, auch wenn ich inhaltlich komplett anderer Meinung binIch finde "Shining" so öde....
  • SeeYa
    Sehr interessante Liste. Am Ende lässt sich natürlich immer subjektiv über Filme und Platzierungen streiten, aber was solls.Ja, ich weiß, ihr seid große Klassikfans. Ich wünsche mir dennoch mal eine Toplist mit Filmen der Neuzeit, die man sich auch aus heutiger Sicht noch gut anschauen kann ;)
  • TresChic
    Ich wollte gerde anfangen zu schauen aber da lädt sich jedesmal die komplette Seite. Nachdem FS ihre homepage bearbeitet hatten, dachte ich, dass sie diese unprof. Programmierung ebenfalls überarbeiten. Aber nichts.... man FS nie kann man euere Specials anschauen.
  • TresChic
    was??? auf Platz eins ist shining?!?! So ein überbewerterer Lumpen. Ich lese überall von usern, dass sie ihn eher mittelmäßig finden (siehe auch hier bei fs) und sogar Stephen King mag den Streifen nicht. Wer ist das denn hier bei FS der den so sehr verteidigt (ist ja nicht das erste Mal)? Der Betreiber von FS selbst? Der dann evtl sagt "Leute, ihr könnt 99 Plätze vergeben wie ihr wollt aber Shining kommt auf Platz eins. Wer dagegen ist, fliegt" ^^
  • Hans H.
    "Immerhin haben es die Geisterszenen in einer Auswertung des US-Senders Bravo auf Platz 61 der erschreckendsten Filmszenen aller Zeiten geschafft."Soll DAS eine Referenz sein? US-Sender Bravo? Noch nie was von gehört.Insgesamt sind mir viel zu viele alte Kamellen unter den Filmen; wenn man bedenkt, was es für tolle Horrorfilme seit den 90ern gegeben hat.Ich kann es auch nur übersehen haben: Wo war noch Coppola´s Dracula ?!?!
  • Jimmy V.
    Ein paar Sachen, wie z.B. "I Saw The Devil", sind großartige Filme, aber nun wirklich keine Horrorwerke. Statt solcher hätten wirklich einige genannte reinere Horrorfilme hineingekonnt. Ich mache gerne für einen oft sehr verrissenen, aber eigentlich ziemlich gelungenen Vertreter Werbung: "Grave Encounters". Das beginnt mit Seitenhieben auf Scripted-Reality-TV, wird aber weiterhin richtig gut. Außerdem ist das Setting klasse. Erinnert an den ebenfalls empfehlenswerten "Session 9".Ich freue mich dennoch über die Nennung von z.B. "Angel Heart" sowie den Klassiker "Carnival of Souls". Das Ding ist wirklich herausragend und für mich einer der außergewöhnlichsten Filme - gerade wegen des geringen Budgets und den einfachen Mitteln. Doch daraus wurde wirklich ein Film, der atmosphärisch seinesgleichen sucht. Für mich stehen genau solche Filme weit vorne, noch vor anderen. In diesem Sinne: "The Witch" muss auf jeden Fall voran, für mich sogar unter die Top 10.
  • Jimmy V.
    Man sieht hier, dass man wirklich auch im Genre Horror viel durchmischen kann. "Psycho" und "The Shining" gehören auf jede anständige Horrorfilm-Liste! Beim Rest den du nennst?"Eden Lake", "28 Days later", "Trollhunter", "Rec" - auf jeden Fall."Mann beißt Hund" ist für mich kein Horrorfilm."Insidious" hat ein sehr gutes letztes Drittel, vielleicht deshalb auf die hinteren Plätze. Gleiches gelte für "Sinister"."High Tension" ist für mich der überbewerteste Müll überhaupt.
  • Fain5
    Och Leute im Ernst jetzt? I saw the Devil ein Horrorfilm? Dann müsste Sieben auch einer sein.
  • Fain5
    Hat ja nichts mit Recherche zu tun. Bei den anderen Filmseiten würde ich das auch anprangern ;)
  • TresChic
    Ja die tun sich das an und lassen die Seite jedes Mal neu laden *sich*
  • Hans H.
    Ich denke, er meint eher die Filme zwischen den 30er und 60er Jahren. Damit kann ich auch nicht mehr viel anfangen.
  • TresChic
    Nee die anderen müssen auch neu laden
  • TresChic
    Du musst die Seite neu laden, ok, wenn du dafür Zeit hast.... X-)
  • amlug
    Meh ... Paranormal Activity VOR The Blair Witch Project?!
  • Micox
    Stimme ich nicht so ganz zu..Saw auf Platz 79 und hinter the Hills have eyes..? Und Shining auf 1..?
  • TresChic
    Shining auf Platz 1 LOL selbst King findet den Film Mist.
  • Thomas V.
    Durchaus aufschlussreich finde ich, dass beim Genörgel über "Schinken" und "Klassiker" kaum mal ein konkreter Film benannt nannt. Ich vermute, dass man da einfach keine Lust gehabt hat, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Filme wie "Katzenmenschen", "Nosferatu", "Frankenstein", "Ekel", "Freaks", "Das Cabinet des Dr. Caligari" usw. können trotz Schwarzweiß oder gar Stummfilm für mich jederzeit bestehen gegenüber manchem vermeintlichen "Klassiker der Neuzeit".
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