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Irgendwie traurig: Neuer "Star Wars"-Roman enthüllt das Schicksal von Jar Jar Binks
Von Tobias Mayer — 17.02.2017 um 09:45
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Im Kino sahen wir Jar Jar Binks das letzte Mal in „Star Wars: Episode III“. Was die wohl unbeliebteste „Star Wars“-Figur danach erlebt, beschreibt Chuck Wendig in seinem neuen Roman „Aftermath: Empire's End“…

Lucasfilm
Jüngere Fans lachten über seine Tollpatschigkeit, ältere Fans forderten seinen Kopf: Seit die „epische Nervensäge“ Jar Jar Binks (unsere Kritik zu „Star Wars: Episode I“) Teil der „Star Wars“-Geschichte ist, schlug keiner Figur der Saga eine solche Verachtung entgegen wie dem trotteligen, herzensguten Gungan. George Lucas reduzierte dessen Rolle in den weiteren Prequels auf wenige Szenen, Jar Jars Wirken in „Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger“ aber hat dennoch großen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Saga: Der Gungan schlägt im Senat vor, dem Obersten Kanzler Palpatine Notstandsvollmachten zu geben – mit denen dieser eine Klonarmee aufstellt, die der Sith-Lord später zur Errichtung und Durchsetzung seines Imperiums nutzt. Jar Jar handelt in bester Absicht, wurde von Palpatine beeinflusst – zieht mit seinem Antrag aber neben dem Hass der Fans auch den Hass der Galaxis auf sich, wie Chuck Wendig in seinem Roman „Aftermath: Empire's End“ enthüllt.

„Aftermath: Empire's End“ ist der dritte Roman einer Trilogie, die nach „Star Wars: Episode VI“ und vor „Star Wars 7“ spielt, in der Wendig den weiteren Kampf zwischen Rebellen und Imperium erzählt. „Empire's End“ erscheint am 21. Februar 2017 in der englischen Originalfassung, gehört zum Kanon – und weil die Kollegen von Mashable bereits reinschauen konnten, wissen wir nun, dass Jar Jar nach seinem verhängnisvollen Vorschlag im Senat wortwörtlich zum Clown wird.

Jar Jar ist demnach ein Geächteter, der sich auf seinen Heimatplaneten Naboo zurückgezogen hat, wo er zweimal am Tag vor einem Brunnen auftritt – als Clown für Kinder. Mapo, ein Flüchtlingsjunge, sieht Jar Jar bei der Arbeit und wird von ihm aufgeheitert. Doch der Beschreibung bei Mashable nach lässt Autor Wendig in der kurzen Passage seines Romans keinen Zweifel daran, dass Jar Jar innen drin selbst traurig ist. „Diese Naboo denken, ich dem Imperium geholfen“, sagt der Gungan, bevor er in die Weite starrt.

2016 berichtete Ahmed Best, der Jar Jar im Motion-Capture-Anzug spielte und ihm auch die Stimme lieh, über die schmerzhafte Erfahrung, von Fans gehasst zu werden.




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Kommentare
  • SchmitzKATZ

    :,( ist aber irgendwie ganz passend

  • SonnyC

    Schade. Hatte auf einen schmerzvollen Foltertod gehofft.

  • Frank F.

    Schon verrückt, wie eine Figur die Generationen spalten konnte. Wann immer ich auch die Sequel-Reihe mit Kindern schaue, sie alle lieben Jar Jar. Für sie ist es der Droiden Ersatz oder wie man das nennen soll...und auch ich kann mich noch immer an der Figur Jar Jar erfreuen, obwohl ich zu Generation gehöre, die die Urtriologie noch im Kino erleben durften. Was offensichtlich und hinreichend erforscht wurde, Menschen mögen nun mal lieber Roboter, Droiden oder was auch immer, die menschliche Züge haben, daher auch der Erfolge von R2D2 und C3PO...Das humane Wesen Jar Jar verpuffte als Sidekick, eben weil kein quitschender und oder sabbelnder Droide.
    Mir ist der Roman schnurz. Ich behalte Jar Jar als Senator in Erinnerung, der leider einer perfiden Täuschung unterlegen war, wie soviele aus dem Senat.
    Aber so ist es nunmal...selbst in der Realität rennen die Menschen den großen Täuschern zu, ohne sich bewusst zu sein, welchen autokratischen Despoten sie zujubeln und sich ihr übles Schicksal wie eine Decke umlegen.
    Für mich ist George Lucas Sci-Fi Mär aktueller den jeh.

  • Knarfe1000

    Zum Glück haben sich die irren Fantheorien (Jar Jar ist ein Sith usw.) damit in Luft aufgelöst.

  • Knarfe1000

    C3PO fand ich in den Prequels ebenfalls nervig, einfach zu viel Slapstick-Szenen. Nicht jedoch in der OT.

  • Cinergie

    Naja, wenn man heute die all die bösen Clowns sieht ist der Sith so weit entfernt nicht ;-).

  • Cinergie

    :-D
    Obwohl er schon etwas nervig war, Hass konnte ihm nie entgegenbringen.

  • AbnerRavenwood

    Der "traurige Clown" ist die naheliegendste und zugleich schönste Lösung für die Figur Jar Jar Binks. Klingt nach einem würdigen Ende.

    Die Konzeption und filmische Ausführung von Jar Jar steht exemplarisch für das Kernproblem der Prequels: gut gemeint, aber erschreckend unbeholfen. Wer weiß schon, was in George Lucas´ Kopf vorging, als er die Figur erfand und schrieb. Ich vermute, dass er hehre Ziele verfolgte, die er aufgrund des Umstandes, dass er seit langer Zeit keine Filme mehr gemacht hatte, als er sich der Vorgeschichte zu Star Wars annahm, nicht erreichen konnte. Ich sehe in Jar Jar eine Lucas´sche Reinkarnation des von Toshiro Mifune gespielten "Kikuchiyo" in Kurosawas "Sieben Samurai": der Trottel mit reinem Herzen, der von der Elite belächelt und verspottet wird, am Ende jedoch seine Tugendhaftigkeit und seinen Heldenmut unter Beweis stellt. Während Kurosawa jedoch seine Figur meisterhaft zeichnete und mit Respekt behandelte, vergrub Lucas jede gute Absicht, die er gehabt haben mag, unter einer dicken Schicht von unsäglich kindischem Slapstick, peinlichen Dialogen und einer unfokussierten Handlung. Lucas hat Kurosawa bewundert, aber in der Spätphase seiner Karriere war er Welten von ihm entfernt.

    Das ist es, was die Prequels nach wie vor kritikwürdig macht: in den 60ern und 70ern war Lucas ein begnadeter Filmemacher, der ein intuitives Verständnis für das Medium Film besaß, das Potenzial zu einem Kino-Revolutionär in sich trug, und ein großes Talent dazu hatte, Informationen über Bilder zu vermitteln. Ein Kino-Maler, sozusagen. Davon ist in den Prequels nur noch seine Gabe zur Erschaffung von ganz eigenen Welten geblieben. Filmisch sind sie ein Totalausfall. Bedauerlich, dass es ausgerechnet Star Wars getroffen hat - und noch dazu den spannenden, epischen und reichen Stoff, der die Vorgeschichte zur Originaltrilogie ist. Wer weiß, vielleicht wäre Jar Jar eine ernstzunehmende und voll ausgereifte Figur geworden, hätte Lucas sie in den 70ern realisiert. Immerhin hatte er den Mut zu einer neuen Idee für Star Wars. In den Basics des Filmemachens aber ist er in der Zeit zwischen 1983 und 1999 leider einem erschreckenden Regress unterlegen gewesen, der sich dann in den Prequels in all seiner Traurigkeit zeigte. Der richtige Stoff in den falschen Händen.

    Die letzte Hoffnung für die Figur Jar Jar Binks liegt in einem gnädigen Umgang mit ihr durch die Rezeptionsgeschichte. Missmut, Enttäuschung oder sogar Hass werden früher oder später in Milde übergehen. Die Stärken der Prequels werden jetzt schon wohlwollender wahrgenommen, auch bestärkt durch die konservative Herangehensweise Lucasfilms an Star Wars seit dem Verkauf an Disney. Möglicherweise wird Jar Jar in diesem Kontext von der Nervensäge zum gut gemeinten, wenn auch alles andere als Shakespeare´schen "Fool". Eine starke, nachwirkende Figur der Filmgeschichte wird er allerdings nicht mehr. Gute Absichten und noch so schlüssig aufgezogene Theorien reichen nämlich nicht. Entscheidend ist, was sich in den Filmen abspielt.

  • SonnyC

    Vielleicht ist es aber auch nicht ganz ernst gemeint?

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