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    Neues EuGH-Urteil: Das illegale Streamen von Kinofilmen ist eine Urheberrechtsverletzung
    Von Björn Becher — 26.04.2017 um 14:59
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    Bislang war es Rechtsprechung in Deutschland, dass das reine Streamen von Filmen durch Nutzer rechtlich keine Konsequenzen hat. Dies ändert sich nun durch ein neues EuGH-Urteil.

    20th Century Fox
    Wer aktuelle Kinofilme nicht im Lichtspielhaus seines Vertrauens schaut, sondern auf illegale Angebote aus dem Internet zurückgreift, muss mit der Gefahr einer Abmahnung leben. Bisher war die Rechtsprechung dabei in Deutschland in einem Punkt aber sehr freundlich gegenüber reinen Nutzern solcher illegalen Angebote. Wer über Filesharing und Torrents nicht nur Filme herunterlädt, sondern auch welche anbietet, begeht eine Urheberrechtsverletzung und muss sich dafür verantworten. Wer aber dagegen nur einen Streamingdienst benutzt – bekannt war sehr lange Zeit kinox.to – begeht keine Urheberrechtsverletzung. Denn er speichert den Film (oder auch die Serie) zwar im Cache seines Computers, begeht also eine Vervielfältigung, doch da diese nur vorübergehender Zweck ohne eigene Bedeutung war, wurde eine Ausnahme gemacht. Damit ist es nun wohl vorbei.

    In einer Klage gegen einen holländischen Anbieter, der über seine Webseite das Streamen von Filmen und Serien ermöglichte, stellte der Europäische Gerichtshof (EuGH) klar, dass auch das Abspielen von urheberrechtlich geschützten Werken als Vervielfältigung anzusehen ist, wenn man Kenntnis davon hatte oder gehabt haben müsste, dass das Abspielen illegal war. Dies dürfte bei Seiten wie kinox.to oder ähnlichen offensichtlichen illegalen Angeboten jederzeit der Fall sein. Wer dies also macht, setzt sich in Zukunft der Gefahr aus, abgemahnt zu werden.

    Der bekannte Kölner Medienanwalt Christian Solmecke, Experte in Sachen Abmahnung wegen Filesharing, führt auf seinem Blog aber aus, dass das Risiko dahingehend überschaubar ist, dass es natürlich relativ schwierig sein dürfte, die IP-Adressen und damit die einzelnen Nutzer des Streams zu ermitteln. Zudem dürften die Forderungen deutlich niedriger ausfallen, als bei Filesharing-Verfahren, in denen die Datei / der Stream aktiv weiterverbreitet werden.

    Wir als Filmseite raten euch auch ohne das neue Urteil ohnehin schon immer: Greift auf das Kino zurück, auf Blu-ray und DVD, auf Amazon, Maxdome, Sky, Netflix und Co. oder natürlich auch die altbekannten TV-Sender. Genug Möglichkeiten, Filme und Serien legal zu sehen, gibt es ohnehin und mittlerweile muss man in den seltensten Fällen noch lange warten…

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    Kommentare
    • Luphi
      Ich bin ja selber Netflix-, Amazon und momentan auch Sky-Ticket-Nutzer, aber selbst dadurch hat man ja noch nicht alles abgedeckt. Vor allem was Serien betrifft kann man es angesichts der Verfügbarkeit hier in Deutschland echt niemandem verübeln, wenn man derartige Seiten nutzt. Der hohe Preis der DVDs oder Blu-rays und entsprechender Boxsets kommt dann noch dazu. Ein weiterer Punkt ist die starke Fokussierung der Anbieter auf Hollywood und generell US-Content.
    • Lionheart W.
      Das Problem bei Netflix und Co. ist, dass diese nicht annähernd so eine breite Palette bieten wie jenes berüchtigte Portal. Der eine hat dies exklusiv, der andere das. Nervig, unübersichtlich und wenig Kundenfreundlich. Kinox bietet einfach das rundum Sorglospaket und gern würde ich für die gleiche Seite zahlen wenn sie legal wäre. Die Leute wollen einfach einen Anbieter der Alles hat und nicht nur ausgesuchte Ware.
    • Sternenwunder
      Hier ist nur von Kinofilmen die rede. Aber es sind wahrscheinlich trotzdem alle Filme gemeint, oder?
    • Wieselmax
      Also HBO NOW kostet in den USA 14,99$ im Monat. Sky Entertainment inklusive Atlantic HD, Sky Box Sets und co. kostet 16,99€ ;) Ist also nicht wirklich wesentlich mehr :-)
    • Deliah C. Darhk
      Allerdings steht bei einer Zivilklage der Kläger in der Nachweispflicht, dass der Beklagte auch tatsächlich selbst am Rechner sass, als der Verstoss begangen wurde.In WGs oder Familien mit mehreren Mitgliedern, die Zugang zum selben Anschluss haben mitunter recht schwer, zumal erst kürzlich ein Urteil erging, dass Eltern nicht mehr dafür zahlen müssen, wenn ihre Kinder ohne Wissen und Erlaubnis der Eltern kostenpflichtige Inhalte aus dem Netz laden. Könnte sich eventuell auch hier anwenden lassen.Bei mir kam auch mal Post wegen eines kostenpflichtigen Downloads an.Da ich aber zur angegebenen Zeit nachweislich fern meiner IP im Flieger sass (und das nachweisen konnte) und sich nicht feststellen liess, wer es denn nun war (Freund, Tochter, Bruder, Schwester, Nichten hatten Zugang), wurde das Verfahren gar nicht erst vom Gericht eröffnet.Ist aber denoch besser, nur legal zu streamen. Sonst denkt die Industrie sich was Neues aus, um die Verluste über uns alle wieder reinzuholen.
    • hard-times
      Sky ist unverschämt teuer, kostet wesentlich mehr als HBO oder vergleichbare Streaming Dienste. Außerdem muss man ein Jahres Abo abschließen. Super nervig, vor allem wenn man es hauptsächlich auf die HBO Sachen abgesehen hat.Als ich mich zuletzt informiert habe, waren die meisten Serien außerdem nicht in HD erhältlich und viele Sachen oft nur zeitlich begrenzt verfügbar (kA ob sich das mittlerweile gebessert hat).
    • Blue Calx
      Dafür gibt es doch Sky Atlantic.
    • hard-times
      Ein deutscher HBO Client fehlt uns leider noch.
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