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10 Verfilmungen, die die Aussage der Vorlage komplett auf den Kopf stellen
Von Christian Fußy, Christoph Petersen — 28.07.2017 um 16:15
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Wenn Hollywood mal wieder was ganz anderes mit einem Projekt vorhat als vom usprünglichen Schöpfer des Romans, des Comics oder der TV-Serie intendiert...

TriStar Pictures, Buena Vista Pictures
„Starship Troopers“ (1997)

Vorlage: „Starship Troopers“ von Robert A. Heinlein (Roman, 1959)

Was war mal die Aussage: Kinderkriegen nur nach Erlaubnis, Wahlrecht nur für Militärdienstleistende – Robert A. Heinlein schildert in seinem Roman eine offensichtlich faschistische, extrem militärbesessene Gesellschaft. Das Besondere daran: Die Gesellschaft wirkt in seiner Beschreibung überhaupt nicht wie eine Dystopie. Stattdessen stellt sich beim Lesen schnell das Gefühl ein, als fände Heinlein das in Wirklichkeit alles schon ziemlich geil so. Das Soldatenleben ist ehrenhaft, Liberalismus ist erstrebenswert.

Was wurde dann draus gemacht: Selbst wenn zum Kinostart viele Kritiker auch der Verfilmung faschistische Tendenzen unterstellt haben, ist das – gelinde gesagt - völliger Unfug! Ganz im Gegenteil bekommen die fragwürdigen Ideale Heinleins im Film ordentlich ihr Fett weg. Wie schon in „RoboCop“ verwendet Paul Verhoeven auch hier wieder satirisch überhöhte TV-Spots, um sich über die militaristische Gesellschaft lustig zu machen. Außerdem bewegt sich die Schauspielkunst der Hauptdarsteller (vor allem Casper Van Dien und Denise Richards) absichtlich auf Soap-Niveau, um den betont arischen Militär-Corps endgültig ins Absurd-Lächerliche zu ziehen. Soldaten werden hier von der Regierung für dumm verkauft und als bloßes Kanonenfutter verheizt.

Was finden wir besser: In diesem Fall wurde der Bruch mit der Vorlage ganz bewusst vollzogen. Verhoeven soll den Roman von Heinlein angeblich sogar schon nach wenigen Seiten wieder weggelegt haben, weil ihn der militärfetischisierende Grundton zu sehr deprimierte. Am Ende ist fraglos der Film besser: Heinleins Buch ist ein Mach-, Verhoevens Verfilmung ein (zu lange verkanntes) Meisterwerk!

 

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Kommentare
  • WhiteWalker
    Was auch noch erwähnenswert ist, sind die unterschiedlichen Enden von "Inferno". Während in Dan Browns Roman das Virus freigesetzt wird und die gesamte Weltbevölkerung infiziert wird, gibt es im Film dann auch wieder ein "Friede-Freude-Eierkuchen"-Ende, was ich persönlich sehr schade finde, da so die Logik flöten geht.
  • Deliah C. Darhk
    Die Kondom-Industrie erlebt eine Renaissance sondergleichen und die Mini-Pille verliert an Bedeutung.Die Überbevölkerung wird zeitweise eingedämmt. Die Umweltverschmutzung reduziert sich. Nicht erneuerbare Natur-Resourcen werden geschont.Soziale Probleme verschärfen sich, vor Allem mangelnde Altersabsicherung und gesellschaftliche Überalterung. Dazu kommt mittelfristig ein Arbeitskräftemangel. Daraus resultieren eine längere Lebensarbeitszeit und höhere Löhne in den Industriestaaten.Vermutlich wird die Eltern- und Kinderförderung erheblich ausgebaut.Kinderlosigkeit könnte hingegen zu einer neuen gesellschaftlichen Unterklassigkeit führen, und Babyhandel boomen; möglicher Weise sogar legalisiert werden.Nach zwei, vielleicht drei Generationen stehen wir wieder am selben Punkt wie vor dem Inferno.
  • WhiteWalker
    Ich finde, dass der "Bösewicht" dadurch ein wenig der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Im Buch verweist er schließlich darauf, dass er wollte, dass sein Plan aufgeht und deshalb das Virus einige Tage vorher schon freigesetzt hat, damit das nicht noch verhindert werden kann. Im Film wirkt er einfach nur wie der klassische Böse, der seinen Plan erklären muss, bevor er überhaupt umgesetzt wurde.
  • greek freak
    Zu Kick-Ass:Der Comic von Millar ist um Längen besser weil er einfach eine bitterböse & ultra-bissige Satire auf Superhelden,Vigilantentum,(un)-Soziale Medien und generell aller Klischees,die wir in Actionfilmen sehen,ist.Der Film dagegen, ist nur die weichgespülte und auf lustig getrimmte Version.So ist z.B. "Big Daddy" kein heldenhafter Cop,der nach dem Mord an seiner Frau,einen Kreuzzug gegen das Verbrechen als maskierter Rächer startet,sondern ein bekloppter Comicfan,der seine Tochter entführt und zur Killermaschine gedrillt hat.Und Kick-Ass himself,ist im Comic,am Ende immer noch ein totaler Loser,dem seine angebetete High-School Schönheit einen Laufpass gibt,nachdem sie erfahren hat,das er sie belogen hat.Im Film dagegen,"bekommt er sein Mädel" und ist der Held.Ausserdem haut Millar noch einige bitterböse Spitzen gegen Hollywood,Fankultur und die moderne Gesellschaft raus.Wenn schon,dann war das Sequel deutlich besser als der 2te Comic,der leider nur eine uninspirierte Gewalt-Orgie war.Den dritten und letzten Kick-Ass Comic kann man sich übrigens komplett sparen.
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