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    10 Verfilmungen, die die Aussage der Vorlage komplett auf den Kopf stellen
    Von Christian Fußy, Christoph Petersen — 28.07.2017 um 16:15
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    Wenn Hollywood mal wieder was ganz anderes mit einem Projekt vorhat als vom usprünglichen Schöpfer des Romans, des Comics oder der TV-Serie intendiert...

    STX Entertainment
    „The Circle“ (2017)

    Vorlage: „The Circle“ von Dave Eggers (Roman, 2013)

    ACHTUNG: SPOILER FÜR DEN ROMAN UND DEN FILM, DER AM 7. SEPTEMBER IN DEN DEUTSCHEN KINOS ANLÄUFT.

    Was war mal die Aussage: : Im Roman ist „The Circle“ ein soziales Netzwerk mit dem Motto „knowing is good, but knowing everything is better“. Die Idee dahinter ist, dass Geheimnisse mit Lügen gleichzusetzen und völlig gläserne Menschen deshalb ein erstrebenswertes Ideal seien – denn ohne Privatheit wird sich auch niemand mehr danebenbenehmen (die Klarnamenpflicht von Facebook konsequent zu Ende gedacht). Die neue Angestellte Mae geht immer mehr in der sektengleichen Firma auf und verrät am Ende sogar ihren Mitarbeiter Ty, der als Whistleblower die Machenschaften des Unternehmens an die Öffentlichkeit bringen will. In der schönen neuen Social-Media-Welt ist der Überwachungsstaat letztendlich schlicht unabwendbar - da bringen auch einzelne nichts, die sich gegen ihn auflehnen.

    Was wurde dann draus gemacht: Im Film hilft Mae (Emma Watson) Ty (John Boyega) dabei, die Infos an die Öffentlichkeit zu bringen – gemeinsam haben sie Erfolg und stoppen so die Entwicklung von The Circle zum Big Brother.

    Was finden wir besser: Man muss sich ja nur mal anschauen, was in den vergangenen Jahren mit Edward Snowden geschehen ist – in den USA danken ihm viele nicht dafür, dass er ihnen verraten hat, was ihre Geheimdienste wirklich mit ihnen treiben, stattdessen wollen sie, dass er als Verräter eingesperrt wird. Der abgründig-ernüchternde Ausgang des Romans ist also nicht nur konsequenter, sondern auch realistischer – die meisten Menschen interessiert ihre Privatheit gar nicht mehr genug, um sich wirklich gegen die Überwachung von Internetriesen zur Wehr zu setzen. Das Ende im Film ist hingegen ein typisches hingebogenes Hollywood-Happy-End – und auch wenn es manchmal echt okay ist, wenn Mainstream-Filme nicht ganz so düstern enden wie ihre Vorlagen, schadet es dem Film in diesem Fall ganz erheblich.

     

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    Kommentare
    • greek freak
      Zu Kick-Ass:Der Comic von Millar ist um Längen besser weil er einfach eine bitterböse & ultra-bissige Satire auf Superhelden,Vigilantentum,(un)-Soziale Medien und generell aller Klischees,die wir in Actionfilmen sehen,ist.Der Film dagegen, ist nur die weichgespülte und auf lustig getrimmte Version.So ist z.B. "Big Daddy" kein heldenhafter Cop,der nach dem Mord an seiner Frau,einen Kreuzzug gegen das Verbrechen als maskierter Rächer startet,sondern ein bekloppter Comicfan,der seine Tochter entführt und zur Killermaschine gedrillt hat.Und Kick-Ass himself,ist im Comic,am Ende immer noch ein totaler Loser,dem seine angebetete High-School Schönheit einen Laufpass gibt,nachdem sie erfahren hat,das er sie belogen hat.Im Film dagegen,"bekommt er sein Mädel" und ist der Held.Ausserdem haut Millar noch einige bitterböse Spitzen gegen Hollywood,Fankultur und die moderne Gesellschaft raus.Wenn schon,dann war das Sequel deutlich besser als der 2te Comic,der leider nur eine uninspirierte Gewalt-Orgie war.Den dritten und letzten Kick-Ass Comic kann man sich übrigens komplett sparen.
    • WhiteWalker
      Ich finde, dass der "Bösewicht" dadurch ein wenig der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Im Buch verweist er schließlich darauf, dass er wollte, dass sein Plan aufgeht und deshalb das Virus einige Tage vorher schon freigesetzt hat, damit das nicht noch verhindert werden kann. Im Film wirkt er einfach nur wie der klassische Böse, der seinen Plan erklären muss, bevor er überhaupt umgesetzt wurde.
    • Deliah C. Darhk
      Die Kondom-Industrie erlebt eine Renaissance sondergleichen und die Mini-Pille verliert an Bedeutung.Die Überbevölkerung wird zeitweise eingedämmt. Die Umweltverschmutzung reduziert sich. Nicht erneuerbare Natur-Resourcen werden geschont.Soziale Probleme verschärfen sich, vor Allem mangelnde Altersabsicherung und gesellschaftliche Überalterung. Dazu kommt mittelfristig ein Arbeitskräftemangel. Daraus resultieren eine längere Lebensarbeitszeit und höhere Löhne in den Industriestaaten.Vermutlich wird die Eltern- und Kinderförderung erheblich ausgebaut.Kinderlosigkeit könnte hingegen zu einer neuen gesellschaftlichen Unterklassigkeit führen, und Babyhandel boomen; möglicher Weise sogar legalisiert werden.Nach zwei, vielleicht drei Generationen stehen wir wieder am selben Punkt wie vor dem Inferno.
    • WhiteWalker
      Was auch noch erwähnenswert ist, sind die unterschiedlichen Enden von "Inferno". Während in Dan Browns Roman das Virus freigesetzt wird und die gesamte Weltbevölkerung infiziert wird, gibt es im Film dann auch wieder ein "Friede-Freude-Eierkuchen"-Ende, was ich persönlich sehr schade finde, da so die Logik flöten geht.
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