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    10 Verfilmungen, die die Aussage der Vorlage komplett auf den Kopf stellen
    Von Christian Fußy, Christoph Petersen — 28.07.2017 um 16:15
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    Wenn Hollywood mal wieder was ganz anderes mit einem Projekt vorhat als vom usprünglichen Schöpfer des Romans, des Comics oder der TV-Serie intendiert...

    Warner Bros. France
    „I Am Legend“ (2007)

    Vorlage: „Ich bin Legende“ von Richard Matheson (Roman, 1954)

    Was war mal die Aussage: Als Robert Neville, der letzte Mensch auf Erden, realisiert, dass er in den Augen der Vampire, die inzwischen die gesamte restliche Population des Planeten ausmachen, selbst wie ein Monster erscheinen muss, das nach Sonnenaufgang mordend durch die Straßen von Los Angeles (im Film New York) zieht, spricht er, entsetzt von seinen eigenen Taten, die titelgebenden Worte: „Ich bin Legende!“ So wird das schwarz-weiße Weltbild hinterfragt – Menschen sind nicht länger automatisch die Guten und Vampire nicht automatisch die Schlechten. Stattdessen muss man seine Perspektive auch mal an die der „Anderen“ anpassen, um auf Dauer eine bessere Gesellschaft zu ermöglichen.

    Was wurde dann draus gemacht: Im Film wird Neville (Will Smith) stattdessen zur Legende, weil es ihm nach akribischer Arbeit gelingt, ein Heilmittel für den Vampirismus zu finden und so die Menschheit vor dem Aussterben zu bewahren. Statt um das Ermöglichen einer neuen Gesellschaft geht es also doch wieder nur um das Bewahren der alten, in der Kino-Adaption von Francis Lawrence („Die Tribute von Panem 2 -  Catching Fire“) gibt es schließlich nicht einmal Anzeichen davon, dass die Vampire eine eigene Zivilisation bilden. Stattdessen sind die „Nachtsucher“ hier zombieähnliche Kreaturen, die nur von blinder Wut angetrieben werden.

    Was finden wir besser: Der clevere Twist macht den Roman zur überlegenen Version. Indem er die Nachtsucher ohne jede Ambivalenz als Monster hinstellt, macht es sich Lawrence hingegen ziemlich einfach – so konnte am Ende eigentlich gar nicht mehr als ein solider Actionfilm dabei herauskommen.

     

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    Kommentare
    • greek freak
      Zu Kick-Ass:Der Comic von Millar ist um Längen besser weil er einfach eine bitterböse & ultra-bissige Satire auf Superhelden,Vigilantentum,(un)-Soziale Medien und generell aller Klischees,die wir in Actionfilmen sehen,ist.Der Film dagegen, ist nur die weichgespülte und auf lustig getrimmte Version.So ist z.B. "Big Daddy" kein heldenhafter Cop,der nach dem Mord an seiner Frau,einen Kreuzzug gegen das Verbrechen als maskierter Rächer startet,sondern ein bekloppter Comicfan,der seine Tochter entführt und zur Killermaschine gedrillt hat.Und Kick-Ass himself,ist im Comic,am Ende immer noch ein totaler Loser,dem seine angebetete High-School Schönheit einen Laufpass gibt,nachdem sie erfahren hat,das er sie belogen hat.Im Film dagegen,"bekommt er sein Mädel" und ist der Held.Ausserdem haut Millar noch einige bitterböse Spitzen gegen Hollywood,Fankultur und die moderne Gesellschaft raus.Wenn schon,dann war das Sequel deutlich besser als der 2te Comic,der leider nur eine uninspirierte Gewalt-Orgie war.Den dritten und letzten Kick-Ass Comic kann man sich übrigens komplett sparen.
    • WhiteWalker
      Ich finde, dass der "Bösewicht" dadurch ein wenig der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Im Buch verweist er schließlich darauf, dass er wollte, dass sein Plan aufgeht und deshalb das Virus einige Tage vorher schon freigesetzt hat, damit das nicht noch verhindert werden kann. Im Film wirkt er einfach nur wie der klassische Böse, der seinen Plan erklären muss, bevor er überhaupt umgesetzt wurde.
    • Deliah C. Darhk
      Die Kondom-Industrie erlebt eine Renaissance sondergleichen und die Mini-Pille verliert an Bedeutung.Die Überbevölkerung wird zeitweise eingedämmt. Die Umweltverschmutzung reduziert sich. Nicht erneuerbare Natur-Resourcen werden geschont.Soziale Probleme verschärfen sich, vor Allem mangelnde Altersabsicherung und gesellschaftliche Überalterung. Dazu kommt mittelfristig ein Arbeitskräftemangel. Daraus resultieren eine längere Lebensarbeitszeit und höhere Löhne in den Industriestaaten.Vermutlich wird die Eltern- und Kinderförderung erheblich ausgebaut.Kinderlosigkeit könnte hingegen zu einer neuen gesellschaftlichen Unterklassigkeit führen, und Babyhandel boomen; möglicher Weise sogar legalisiert werden.Nach zwei, vielleicht drei Generationen stehen wir wieder am selben Punkt wie vor dem Inferno.
    • WhiteWalker
      Was auch noch erwähnenswert ist, sind die unterschiedlichen Enden von "Inferno". Während in Dan Browns Roman das Virus freigesetzt wird und die gesamte Weltbevölkerung infiziert wird, gibt es im Film dann auch wieder ein "Friede-Freude-Eierkuchen"-Ende, was ich persönlich sehr schade finde, da so die Logik flöten geht.
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