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    10 Verfilmungen, die die Aussage der Vorlage komplett auf den Kopf stellen
    Von Christian Fußy, Christoph Petersen — 28.07.2017 um 16:15
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    Wenn Hollywood mal wieder was ganz anderes mit einem Projekt vorhat als vom usprünglichen Schöpfer des Romans, des Comics oder der TV-Serie intendiert...

    Warner Bros.
    „Man Of Steel“ (2013)

    Vorlage: „Superman“-Action Comics von Jerry Siegel und Joe Shuster (Comic-Reihe, seit 1938)

    Was war mal die Aussage: Egal ob in den Comics oder in Richard Donners richtungsweisender Realverfilmung „Superman“ von 1978: Der Mann aus Stahl ist ein Sinnbild für Hoffnung und Barmherzigkeit. Der Wahlamerikaner vom Planeten Krypton ist stets bescheiden und seine größte Schwäche neben Kryptonit, die auch seine Widersacher immer wieder ausnutzen, ist seine unbedingte Hilfsbereitschaft. Ein wahres Vorbild also.

    Was wurde dann draus gemacht: In Zack Snyders Version wird Superman (Henry Cavill) zum gottgleichen Zerstörer, der bei seinem Kampf mit dem grausamen Zod (Michael Shannon) halb Metropolis in Schutt und Asche legt. Der Superheld scheint die Not der Menschen als eine Bürde zu betrachten und leidet unter dem Weltschmerz und der Verantwortung. Insgesamt hat Snyders Superman mit wesentlich mehr Ablehnung und persönlichen Dämonen zu kämpfen als die vorherigen Leinwandversionen von Christopher Reeve und Brandon Routh (in Bryan SingersSuperman Returns“).

    Was finden wir besser: Ob „Man Of Steel“ dem ikonischen Helden nun gerecht wird oder nicht, wird auch unter Fans heiß diskutiert. Die einen stören sich daran, dass Cavills Interpretation so fundamentale Unterschiede zur Vorlage aufweist, andere halten sie gerade deshalb für besonders zeitgemäß. Bei einer fast 80 Jahre alten Figur, die bereits von so vielen verschiedenen Autoren behandelt und neu interpretiert wurde, ist es unvermeidlich, dass im Laufe der Zeit auch tiefschürfende Änderungen an dem Charakter vorgenommen werden. Selbst wenn andere Darstellungen dem Geist der Vorlage vielleicht eher entsprechen, ist es zumindest erfreulich, dass Snyder in der Lage war, der Figur einen eigenen Anstrich zu verpassen. Dennoch denken zumindest wir beim Namen Superman weiterhin zuerst an die traditionelleren Versionen – mal sehen ob sich das mit „Justice League“ ändert.

     

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    Kommentare
    • greek freak
      Zu Kick-Ass:Der Comic von Millar ist um Längen besser weil er einfach eine bitterböse & ultra-bissige Satire auf Superhelden,Vigilantentum,(un)-Soziale Medien und generell aller Klischees,die wir in Actionfilmen sehen,ist.Der Film dagegen, ist nur die weichgespülte und auf lustig getrimmte Version.So ist z.B. "Big Daddy" kein heldenhafter Cop,der nach dem Mord an seiner Frau,einen Kreuzzug gegen das Verbrechen als maskierter Rächer startet,sondern ein bekloppter Comicfan,der seine Tochter entführt und zur Killermaschine gedrillt hat.Und Kick-Ass himself,ist im Comic,am Ende immer noch ein totaler Loser,dem seine angebetete High-School Schönheit einen Laufpass gibt,nachdem sie erfahren hat,das er sie belogen hat.Im Film dagegen,"bekommt er sein Mädel" und ist der Held.Ausserdem haut Millar noch einige bitterböse Spitzen gegen Hollywood,Fankultur und die moderne Gesellschaft raus.Wenn schon,dann war das Sequel deutlich besser als der 2te Comic,der leider nur eine uninspirierte Gewalt-Orgie war.Den dritten und letzten Kick-Ass Comic kann man sich übrigens komplett sparen.
    • WhiteWalker
      Ich finde, dass der "Bösewicht" dadurch ein wenig der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Im Buch verweist er schließlich darauf, dass er wollte, dass sein Plan aufgeht und deshalb das Virus einige Tage vorher schon freigesetzt hat, damit das nicht noch verhindert werden kann. Im Film wirkt er einfach nur wie der klassische Böse, der seinen Plan erklären muss, bevor er überhaupt umgesetzt wurde.
    • Deliah C. Darhk
      Die Kondom-Industrie erlebt eine Renaissance sondergleichen und die Mini-Pille verliert an Bedeutung.Die Überbevölkerung wird zeitweise eingedämmt. Die Umweltverschmutzung reduziert sich. Nicht erneuerbare Natur-Resourcen werden geschont.Soziale Probleme verschärfen sich, vor Allem mangelnde Altersabsicherung und gesellschaftliche Überalterung. Dazu kommt mittelfristig ein Arbeitskräftemangel. Daraus resultieren eine längere Lebensarbeitszeit und höhere Löhne in den Industriestaaten.Vermutlich wird die Eltern- und Kinderförderung erheblich ausgebaut.Kinderlosigkeit könnte hingegen zu einer neuen gesellschaftlichen Unterklassigkeit führen, und Babyhandel boomen; möglicher Weise sogar legalisiert werden.Nach zwei, vielleicht drei Generationen stehen wir wieder am selben Punkt wie vor dem Inferno.
    • WhiteWalker
      Was auch noch erwähnenswert ist, sind die unterschiedlichen Enden von "Inferno". Während in Dan Browns Roman das Virus freigesetzt wird und die gesamte Weltbevölkerung infiziert wird, gibt es im Film dann auch wieder ein "Friede-Freude-Eierkuchen"-Ende, was ich persönlich sehr schade finde, da so die Logik flöten geht.
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