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Was macht eigentlich… Ur-Pennywise Tim Curry (Stephen Kings „Es“)?
Von Christian Fußy — 30.09.2017 um 20:00
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In dieser Specialreihe begeben wir uns auf Spurensuche und finden für euch heraus, was aus früheren Schauspielstars wurde, um die es in der Zwischenzeit leiser geworden ist.

Warner Bros. Television

Bevor Bill Skårsgard die Rolle in der Kino-Neuauflage übernahm, dachte man bei der Erwähnung von Clown Pennywise aus Stephen Kings „Es“ unweigerlich an Theater- und Leinwandlegende Tim Curry. Der spielte die niederträchtige Kreatur im TV-Zweiteiler aus den 90er Jahren und machte sie mit seiner grandiosen Darstellung zu einer der, auch heute noch, wiedererkennbarsten Horrorgestalten der Welt. Auch wenn der Zahn der Zeit nicht gnädig war zu der TV-Version, Currys exzellente Performance bleibt im Kopf.

Egal ob in Fantasy-, Horror- oder in Comedyfilmen: Der smarte Engländer ist spezialisiert auf zwielichtige, manische und oftmals exzentrische Figuren, die er immer mit Leib und Seele verkörpert. Seine Spielfreude und sein Einsatz machten Curry zu einem der meistbeschäftigten Genre- und Charakterschauspieler der 90er und zur Kultikone. Seine dominante Bildschirmpräsenz und unverwechselbare Stimme öffneten ihm die Tür zu den verschiedensten Projekten in Hörspiel, TV, Film und Theater. Wir stellen uns die Frage: Was macht der geschäftige 71-Jährige heute?

20th Century Fox
Tim Curry als Dr. Frank N. Furter in der „Rocky Horror Picture Show“

Currys Karriere begann am Theater, wo er sowohl in Shakespeare-Klassikern wie „Titus Andronicus“ und „Ein Sommernachtstraum“ zu sehen war, als auch in zeitgemäßen, oft sozialkritischen oder farcehaften Produktionen wie „Hair“ oder „Loot“. Seinen großen Durchbruch hatte er Anfang der 70er Jahre als verführerischer und tödlicher Transvestit Dr. Frank N. Furter im Erotik-Comedy-Grusical „The Rocky Horror Show“ von Jim Sharman. Dieser brachte die Bühnenproduktion 1975 unter dem Namen „The Rocky Horror Picture Show“ ins Kino, abermals mit Curry als Frank N. Furter in der Hauptrolle. Der Musical-Film avancierte nicht nur zum Kult, sondern vor allem bei Midnight-Screenings zur regelrechten Institution. Vorstellungen sind auch heute noch karnevalartige Rituale, bei denen die Zuschauer verkleidet auftauchen und gemeinsam die Leinwand anschreien.

Trotz des allmählichen Kinoerfolgs von „Rocky Horror“ blieb Curry der Theaterbühne sein Leben lang treu. Ende der 70er und in den 80ern war er aber auch immer öfter auf der Leinwand zu sehen. Mit Auftritten in Ridley Scotts „Legende“ und „Alle Mörder sind schon da“, der Filmversion des Brettspielklassikers Cluedo, zementierte er sein Image als leidenschaftlicher Performer. Außerdem veröffentlichte er im Rahmen seiner Gesangskarriere drei Studio-Alben.

Legend Production Company Ltd.
Nur an der Stimme zu erkennen: Curry als Herr der Finsternis in „Legende“

In den 90ern war er in „Jagd auf Roter Oktober“, „Stephen Kings Es“, „Die drei Musketiere“ und „Kevin - Allein in New York“ zu sehen. Außerdem schuf er sich ein zweites Standbein als Voice-Actor. Er las Hörbücher, synchronisierte Cartoons (u.a. „Darkwing Duck“, „Die Rugrats“, „Peter Pan und die Piraten“) und sprach die Titelfigur in der klassischen Videospielreihe „Gabriel Knight“. Außerdem trat er in den Jim-Henson-Produktionen „Die Dinos“ und „Muppets - Die Schatzinsel“ auf.

Buena Vista Pictures
In „Muppets – Die Schatzinsel“ stellt Curry erneut sein Gesangstalent unter Beweis

Von den 2000er Jahren bis heute war Curry an etlichen Projekten beteiligt. Er setzte seine Synchronarbeit fort und war vermehrt im TV zu sehen bzw. zu hören, hatte Rollen in „Monk“, „Criminal Minds“ und „Randy Cunningham: Der Ninja aus der 9. Klasse“. Im Kino konnte man ihn zum Beispiel an der Seite von „Gollum“-Darsteller Andy Serkis und Simon Pegg in der schwarzen Komödie „Burke & Hare“ erleben.

Entertainment Film Distributors Ltd
Curry in „Burke & Hare“

2012 erlitt Curry einen schweren Schlaganfall. Seitdem ist er zwar auf einen Rollstuhl angewiesen, jedoch immer noch so arbeitswütig wie eh und je. Bis 2014 setzte er seine Arbeit bei „Randy Cunningham“ fort, im selben Jahr lieh er Auntie Whispers in der grandiosen Animations-Miniserie „Hinter der Gartenmauer“ (u.a. mit Elijah WoodChristopher Lloyd und John Cleese) seine markante Stimme und sprach Tukan-Vogel Terrence im abgedrehten Kinderfilm „Prinz Ribbit“. 2016 absolvierte Curry zur Freude der Fans einen Gastauftritt in der amerikanischen TV-Neuauflage der „Rocky Horror Picture Show“.

Für die Zukunft sind derzeit noch keine geplanten Kino- oder TV-Auftritte bekannt, allerdings soll man ihn für die durch Crowdfunding finanzierte Dokumentation „Pennywise: The Story Of It“, die 2018 veröffentlicht werden soll, interviewt haben.

Cartoon Network, Warner Bros. Television
Currys Figur im Schauermärchen „Hinter der Gartenmauer“

Man braucht wirklich keine Angst zu haben, dass Curry sich still und heimlich aus dem Rampenlicht zurückzieht. Bei Filmfestivals und Fanveranstaltungen ist der Kultschauspieler immer noch ein gern gesehener und regelmäßiger Gast. Zuletzt wurde er auf der Fan-Expo in Kanada interviewt, wo der rüstige Schelm das Publikum mit zahlreichen witzigen Anekdoten und Geschichten zum Lachen brachte. Dort wurde er auch nach seiner Meinung zum neuen „Es“-Film und Pennywise-Nachfolger Bill Skårsgard gefragt. Curry sprach sowohl dem Film als auch Skårsgard sein höchstes Lob aus. Von einem Mann mit solch unanfechtbarer Klasse hätte man zwar auch nichts anderes erwartet, Currys Kommentare klangen jedoch auch darüber hinaus durchaus aufrichtig. Das gesamte Interview gibt es auf Youtube zu sehen:

 

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Kommentare
  • WhiteNightFalcon
    Welche Rolle von ihm ich auch sehr mag, ist "McHales Navy", wo er über den Status des lediglich 'zweitbesten' Terroristen der Welt nicht hinaus kommt und das immer wieder mit herrlicher Mimik genervt zur Kenntnis nimmt.
  • Sentenza93
    Der Mann ist und bleibt einfach ein richtiges Original. :) Da können selbst zwei Schlaganfälle nix dran ändern.
  • TheFog
    Genialer Schauspieler, viel zu wenig große Rollen, Curry hätte man so viel anbieten können, wo andere nur Standard waren, vielleicht ist er deswegen in den kleinen Rollen so gross.
  • TheFog
    Hatte ich auch gleich im Kopf ...
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