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    Schluss mit "House Of Cards"! Netflix kündigt Serienende an [Update]
    Von Björn Becher — 30.10.2017 um 20:48
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    Kevin Spacey steht im Kreuzfeuer der Kritik. Erst erhob Schauspielkollege Anthony Rapp schwere Vorwürfe gegen den Star, dann entschuldigte sich Spacey nach Meinung vieler unzureichend. Nun wird auch seine Serie „House Of Cards“ beendet.

    David Giesbrecht/Netflix

    Ursprünglich ging es in dieser Nachricht darum, dass Fans eine Absetzung von „House Of Cards“ fordern, nachdem Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Kevin Spacey erhoben wurden. Netflix hat kurz nach Veröffentlichung dieses Artikels bekanntgegeben, dass „House Of Cards“ mit der aktuell im Dreh befindlichen sechsten Staffel beendet wird. Diese Entscheidung sei unabhängig von den Vorwürfen gegen Kevin Spacey getroffen worden. Darum haben wir den vorherigen Artikel aktualisiert.

    Via Buzzfeed erhob der aktuell zum Cast der Serie „Star Trek: Discovery“ gehörende Schauspieler Anthony Rapp schwere Vorwürfe gegen Kevin Spacey, die ins Jahr 1986 zurückreichen. Rapp war damals 14, Spacey 26 Jahre alt und beide waren gemeinsam am Broadway beschäftigt. Bei einer Party in Spaceys Wohnung habe der spätere zweifache Oscarpreisträger (1996 für „Die üblichen Verdächtigen“, 2000 für „American Beauty“) sich dem minderjährigen Kollegen unsittlich genähert.

    Rapp berichtet auf Buzzfeed, dass er auf der Feier gelangweilt war und sich daher ins Schlafzimmer gesetzt habe, um abseits der Party TV zu schauen. So bekam er nicht mit, wie alle anderen Gäste gingen. Als ein betrunkener Spacey ins Schlafzimmer kam, habe dieser Rapp einfach hochgehoben und aufs Bett gelegt und sich anschließend selbst noch auf den 14jährigen oben draufgelegt. Spacey soll versucht haben, ihn zu verführen. Der Schauspieler habe ihn zudem festgehalten. Rapp hat es nach eigener Aussage aber geschafft, sich zu befreien und zu fliehen. Kevin Spacey antwortete auf die Vorwürfe mit einer Nachricht auf Twitter.

    Darin behauptet der Schauspieler, dass er sich an den Vorfall nicht mehr erinnert, sich aber entschuldigt, falls es wirklich geschehen sei. Es handele sich um „unangemessenes, betrunkenes Verhalten“. Außerdem nehme er die Geschichte zum Anlass, öffentlich zu machen, dass er bislang Beziehungen mit Männern und Frauen hatte, sich aber entschieden habe, sein weiteres Leben als schwuler Mann zu führen.

    Spaceys „Entschuldigung“ wurde sehr kritisch aufgefasst. In den Sozialen Medien, dabei auch von sehr vielen Prominenten, wird vor allem beklagt, dass Spacey mit seinem begleitenden Coming Out die Entschuldigung abgewertet habe, da er das Outing nutze, um den eigentlichen Vorfall zu überdecken. Denn anschließend war Spaceys in der Branche schon lange vermutete Homo- bzw. Bisexualität das Hauptgesprächsthema und nicht mehr der Vorwurf, dass er eine andere Person, zudem einen Minderjährigen, sexuell belästigt haben soll. Der ebenfalls homosexuelle Schauspielkollege Zachary Quinto („Star Trek“) bezeichnete Spaceys Coming Out so zum Beispiel als „kalkulierte Manipulation, die von einer sehr ernsten Anschuldigung ablenken“ soll.

    Mittlerweile schlägt Kevin Spacey immer mehr Gegenwind ins Gesicht. Nun fordern viele Fans in den Sozialen Medien, das auch Spaceys Arbeitgeber Netflix reagieren müsse und „House Of Cards“ einstellen solle oder den Schauspieler feuern müsse (was eigentlich auch einem Ende der Serie gleichkäme). Es handelt sich dabei nicht nur um einzelne Fan-Stimmen. So stellt schon Andrew Wallenstein, einer der Chef-Redakteure des einflussreichen und bekannten Branchenmagazins Variety die Frage, ob Netflix nicht aufgrund des massiven Gegenwinds bald sogar gezwungen sein wird, Spacey zu feuern.

    We sehr das Thema aber in den USA schon hochkocht, zeigt ein Blick in die Twitter-Statistiken. Nachdem dort Kevin Spacey schon den ganzen Tag über ein Top-Thema ist (so auch weltweit), gehört seit wenigen Stunden auch ein mögliches Ende von „House Of Cards“ zu den meistdiskutierten Themen auf dem Kurznachrichtendienst.

    Der langjährige „House Of Cards“-Macher Beau Willimon. Willimon, der in einem frühen Entwicklungsstadium an Bord der Serie kam und bis Ende der vierten Staffel die kreative Leitung innehatte, bezeichnet die Vorwürfe in einem Statement als „zutiefst beunruhigend“. Er habe großes Mitgefühl mit Anthony Rapp und unterstützt dessen Mut, nun an die Öffentlichkeit zu gehen. Er merkte aber auch an, dass er in den Jahren, in denen er mit Kevin Spacey gearbeitet habe, niemals unangemessenes Benehmen am oder außerhalb des Sets bemerkt habe.

    UPDATE: Wie Netflix kurz nach der Veröffentlichung der ursprünglichen Version dieser Nachricht bekanntgab, wird „House Of Cards“ beendet. Die aktuell im Dreh befindliche sechste Staffel werde noch produziert. Mit dieser werde die Serie beendet. Netflix und die Produktionsfirma Media Rights Capital gaben zudem in einer Stellungnahme bekannt, dass man zutiefst beunruhigt über die Vorwürfe gegen Kevin Spacey sei. Verantwortliche beider Unternehmen seien zudem am Nachmittag am Set in Baltimore eingetroffen, um mit Cast und Crew zu sprechen und sicherzustellen, dass diese sich sicher und unterstützt fühlen. Die Entscheidung über das Serienende sei aber unabhängig von den aktuellen Vorwürfen schon vor Monaten getroffen worden. Wahrscheinlich sah man sich nun aber aufgrund der Vorwürfe und der immer lauteren Stimmen für eine Absetzung gezwungen, das ohnehin geplante Serienende früher als vorgesehen schon öffentlich zu machen.

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    Kommentare
    • BobRoss
      Das hängt davon ab wie sie generell so drauf ist. Ein einvernehmlicher Onenightsstand kann, im nachhinein bereut, schnell zu einer Vergewaltigung werden. Pass auf, dass du sie in Zukunft nicht ärgerst, Gerichtsverfahren für vermeintliche Grapscher gibt es ja mittlerweile anscheinend gar keine mehr. Vorverurteilungen dafür um so mehr. Die nächsten paar Jahre würde ich an deiner Stelle nicht mehr ruhig schlafen ;)
    • BobRoss
      Mich erschreckt in letzter Zeit sehr wie bloße Anschuldigungen Karriereenden bedeuten können. Mir fallen im Moment dutzende Stars ein die in der öffentlichen Meinung schon verurteilt worden sind aber keiner der tatsächlich rechtskräftig überführt worden wäre. Gibt es denn niemand mehr, der es Menschen zutraut solche Anschuldigungen auch einfach nur zu erfinden um Geld und Aufmerksamkeit zu bekommen? Schon die Römer wussten, dass ein Rechtssystem nur funktioniert wenn man von der Unschuldsvermutung ausgeht. Jeder Jusstudent lernt bereits im ersten Semester "Ei incumbit probatio qui dicit, non qui negat". Dass die Beweispflicht jetzt verschoben wird auf "aber kannst du denn beweisen, dass du X nicht gemacht hast?" beunruhigt mich zutiefst. Ich jedenfalls bemitleide alle Männer die im Moment auf Partnersuche sind. Niemand macht beim Flirten gerne den ersten Schritt. Schon gar nicht in ein Minenfeld.
    • Deliah C. Darhk
      XDIch halt' jetzt die Klappe. ;D
    • Der Eine vom Dorf
      Schon richtig, aber dennoch kann ich das nicht ganz so für voll nehmen wie die Sache mit Weinstein. Aber was rede ich?! Deliah hat mir erneut die Worte aus dem Mund genommen. ^^
    • Der Eine vom Dorf
      Meine Rede! :)
    • Deliah C. Darhk
      Zumal ein 14jähriger, der bereits am Broadway arbeitet auch über die Reife verfügen sollte, zu wissen wozu Erwachsenen-Schlafzimmer von Besuchern für gewöhnlich genutzt werden. ^^
    • Deliah C. Darhk
      Was machte er da noch nach dem Ende der Party?Was machte er in einem fremden Schlafzimmer?Da scheinen die Eltern ja in mehr als einer Hinsicht versagt zu haben. ^^
    • Darklight ..
      Danke, daß das mal einer klarstellt. Ich war lange Jahre in der Jugendarbeit tätig - und da gab es nicht wenige Fälle von 15 zuweilen auch 14 jährigen, die sich ganz klar - und aktiv - bewußt ältere Freunde im Bereich 25 bis 30 Jahre gezielt rausgesucht haben. Das hat nichts mit Pädophilie zu tun. Sondern mit Beziehungsformen mit hohem Altersunterschied. Aber das ist etwas völlig anderes.
    • Deliah C. Darhk
      Ich sehe das ganz genau so.Er hat sich was ausgerechnet. Er hat was versucht. Er hat sich entschuldigt. Fertig.
    • Deliah C. Darhk
      Stell dich IHR. Wenn sie Dir keine tafelt, bist Du "nicht schuldig".;)
    • Deliah C. Darhk
      Ich schwöre Dir: Ginge es hier um heterosexuelle Vorwürfe, würde noch keine einzige Fackel brennen.90% der Empörung basieren für mich hier auf Homophobie, mentaler Unausgeglichenheit und einer vollkommen unterentwickelten Frustrationstoleranz.Was Rapp da schildert ist zwar eine unangemessene Art der Anmache, mehr aber auch nicht.Empört eine Frau sich darüber, wird sie zur Zicke erklärt und soll sich nicht so anstellen. Hier aber identifiziert sich ein oben beschriebener Typus Mann mit dem Opfer und fürchtet unterbewusst, dass "der böse schwule Onkel" ihm an die Bömmelchen will. Daraus manifestiert sich dann dieser Zorn, primär nicht gegen den Vorfall als solchen, sondern gegen die geoutete Sexualität, weil das Begrapschen einer Frau ja keine Bedrohung für einen Mann darstellen würde, Schwule hingegen ihre Sexualität (Für alle "Sheldons": Achtung! Massive Ironie!") "bekanntlich" als gemeingefährliche Waffe mit sich tragen, und schon hat das Ding eine Eigendynamik, die sich gut in mein Verständnis des Begriffes "Hexenjags" einfügt.... und das sind dann u. A. die selben Leute, die gerne für sich proklamieren als SJWler die Gesellschaft schützen zu wollen. ^^Der ein oder andere davon sollte mE vielleicht mal über eine neue Adresse "an der Umgehungsstrasse, kurz vor den Toren unserer Stadt" nachdenken.Solche Menschenjagden bringen mich zum K*tzen!
    • Deliah C. Darhk
      Ohne das Coming out sagt seine Stellungnahme lediglich "Null Ahnung!" aus.Erst durch sein Bekenntnis zur Bi-Sexualität erhält es den Sinn, einen Grund für eine eventuell angebrachte Entschuldigung zu haben.Ansonsten hätte der Text auch schlicht ein "Was labert der da?" bedeuten können. Das Outing aber macht aus seiner Stellungnahme erst einen Text, der einräumt, dass möglicher Weise etwas an dem Vorwurf dran sein könnte.Von daher war sein Outing augenscheinlich sicherlich nicht clever gewählt, weil es ihn belastet, aber genau deswegen auch ein Akt der Ehrlichkeit, welcher seine Aussage imA um so glaubwürdiger macht.Sich jetzt über das Outing aufzuregen spricht mE vor Allem für eins: Dass diese Empörer ohne Sinn für die Aussage etwas WOLLEN, worüber sie sich aufregen und das sie KSp anlasten können.Ob es kausaler Dünnsch!ss ist, der daraus abgeleitet wird ist dem Mob offensichtlich egal. Hauptsache: "Der M*therfacker brennt!"Armselige Hetze ist das für mich. Nichts Anderes.
    • Darklight ..
      "Wir wissen nicht, was passiert ist, aber sollen ihn erstmal feuern??!"Tut mir leid, ich habe den Downvote Button hier in all den Jahren nie benutzt, weil ich viel Respekt vor anderen Menschen und deren Meinungen habe.Aber ist Dir klar, saß Du durch solche Vorverurteilungen und Forderungen nach einem quasi Berufsverbot für Spacey mit dazu beiträgst, einen Menschen und sein Leben zu zerstören?!
    • Jimmy V.
      Wenn die Leute aber ehrlich sind - lies den Artikel - dann war das Ende von HoC schon länger geplant. Macht für mich auch Sinn. Es gab immer wieder Diskussionen darüber, wann die Serie enden sollte.
    • Jimmy V.
      Ich stimme dir per se zu. Andererseits wird gerade bei Fans auch immer gerne zugunsten des eigenen Idols gedacht und argumentiert. Deswegen versuche ich diese Fragen einfach anderen Leuten zu überlassen & bei der Arbeit dieser Menschen zu bedenken, dass z.B. ein Film ja nie alleine gemacht wird, sondern dahinter noch viele andere Menschen stecken.
    • Jimmy V.
      Ja, da stimme ich dir zu. Man kann zu dem Fall überhaupt nichts Sinniges sagen als Externer.
    • Jimmy V.
      Sicherlich kann man das als Ehrlichkeit sehen. Vielleicht war es auch nur unglücklich verknüpft. Einen Beigeschmack hat es aber dennoch. Formulierung macht's natürlich auch. ;)
    • Jimmy V.
      Gleichsam kannst du auch sagen, ein 14-Jähriger weiß nicht, wie er sich am besten verhalten soll und ist von Widersprüchen gekennzeichnet. Es ist ein Crux zu glauben, wir Menschen handelten immer und 100% rational.
    • Knarfe1000
      Ich hoffe, dass wegen so einem Humbug nicht die Karriere eines begnadeten Schauspielers enden muss.
    • Gatzilla
      Stimme hier der Mehrheit zu. Jammer Schade. Und was macht ein 14 Jähriger auf einer Hausparty? Sowas würde in keinem Szenario gut ausgehen
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