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Nach Anschuldigungen gegen Regisseur Brett Ratner: Produktion von Hugh-Hefner-Biopic gestoppt
Von Tobias Tißen — 02.11.2017 um 09:55
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Immer mehr Opfer sexueller Belästigung bringen ihre Geschichten ans Licht der Öffentlichkeit. Unter anderem gibt es nun auch Vorwürfe gegen „Rush Hour“-Regisseur Brett Ratner. Die Arbeit an seinem Hugh-Hefner-Biopic wurde daher nun eingestellt.

Twentieth Century Fox

Hollywood versinkt immer tiefer im Sumpf aus Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung: Nachdem zunächst Filmmogul Harvey Weinstein im Mittelpunkt stand, weitet sich der Skandal weiter aus, mehr und mehr Opfer sexueller Belästigung erzählen ihre Geschichten und mittlerweile gibt es auch schwere Vorwürfe gegen Kevin Spacey, Dustin Hoffman, James Toback und viele mehr. In einem Artikel vom 1. November 2017 ließ die L.A. Times nun sechs Frauen, darunter auch Schauspielerin Olivia Munn („X-Men: Apocalypse“), zu Wort kommen, die Regisseur Brett Ratner („Rush Hour“) unsittliches Verhalten oder sogar sexuelle Belästigung vorwerfen. Die Auswirkungen ließen nicht lange auf sich warten: Wie The Hollywood Reporter berichtet, stoppte Playboy Enterprises umgehend die Produktion des Hugh-Hefner-Biopics, bei dem Ratner Regie führen sollte.

Nach Skandal um Kevin Spacey: Schluss mit "House Of Cards"!

Es ist der nächste Schlag für das Unternehmen rund um das populäre Männermagazin, nachdem im September Gründer Hugh Hefner im Alter von 91 Jahren verstorben war. Nur knapp eine Woche nach dessen Tod gab es Neugikeiten zum lange geplanten Biopic mit Brett Ratner als Regisseur, nun ist unklar, ob es überhaupt noch produziert wird. In einem Statement äußerte sich Playboy Enterprises wie folgt zur Entlassung des Filmemachers: „Wir sind tief betroffen von den Anschuldigungen gegen Brett Ratner. Ein solches Verhalten ist für uns komplett inakzeptabel. Bis wir in der Lage sind, die Situation besser zu überblicken, wird die Entwicklung all unserer Projekte mit RatPac Entertainment umgehend gestoppt.“

RatPac ist die Produktions- und Filmfinanzfirma, die Brett Ratner 2013 gemeinsam mit Milliardär James Packer gründete. Auch Microsoft-Gründer gehört als stiller Investor zu den Beteiligten der Firma. Zu den gestoppten Projekten mit Playboy Enterprises gehört neben dem geplanten Hugh-Hefner-Biopic auch eine Neuauflage der legendären Late-Night-Show „Playboy After Dark“, die 1969 und 1970 ausgestrahlt und vom Playboy-Schöpfer persönlich moderiert wurde.

Auf Abstand: Jared Leto wollte Hugh Hefner nie spielen

Auch Jared Leto, der Anfang Oktober als Hauptdarsteller des Hefner-Biopics bestätigt wurde, distanziert sich nun deutlich von Ratner und dem Projekt. Deadline zufolge, ließ der Schauspieler über einen Sprecher verkünden, dass die Berichte falsch gewesen seien und er niemals auch nur in Betracht gezogen hätte, die Hauptrolle im Film zu übernehmen. Vor rund einem Monat berichtete THR noch, dass Leto mit dem Wunsch, vor der Kamera in Hugh Hefners Bademantel zu schlüpfen, selbst auf Regisseur Ratner zugekommen sei. 

Zudem entschied sich auch Filmstudio Warner die Beziehung mit Brett Ratner auf Eis zu legen. Ratner hatte zuletzt ein festes Büro auf dem Gelände von Warner, war einer der wichtigsten Partner der Filmschmiede und beteiligte sich an der Produktion und Finanzierung zahlreicher Hits des Studios - von „The Revenant“ bis „Wonder Woman“. Auch die Adaption des Mega-Bestsellers „Der Distelfink“ sollte er betreuen. Das Projekt wird laut dem Hollywood Reporter nun ohne Ratner fortgesetzt.

Den Finanzierungsdeal mit RatPac will Warner aber aufgrund der bestehenden Vertragslage aufrechterhalten. Im Rahmen von diesem ist Ratners Firma auch an Filmen wie „Justice League“, Clint Eastwoods „15:17 To Paris“, „Tomb Raider“ und Steven Spielbergs „Ready Player One“ beteiligt.

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Kommentare
  • Silvio B.
    Jetzt wird in Hollywood mal so richtig ausgemistet. Gut so. Aber man kann nur hoffen, dass an allen Anschuldigungen wirklich was dran ist.
  • Silvio B.
    Ich weiß. Deswegen hoffe ich ja, dass diese Anschuldigungen auch berechtigt sind. Bei Weinstein habe ich so gut wie keine Zweifel.
  • Landkaiser
    Kompletter Schwachsinn der da gerade in Hollywood passiert. Allen fällt wieder ein, dass sie vor 10-20 Jahren an den Po gefasst wurden.Ich hab noch nicht einen Fall gelesen, bei dem jemand mit einer Waffe bedroht oder gewalttätig vergewaltigt wurde. Diese karrieregeilen Nutznießer bekommen deutlich zu viel Aufmerksamkeit.Hexenjagd ist mehr als treffend. Alle springen auf den Zug auf, dass die armen Leute ihre Gerechtigkeit bekommen. Für mich eine reine Farce. Wir reden hier von teilweise anzüglichen Kommentaren und es wird ein Fass aufgemacht wie bei einem rituellen Mord in Zentralafrika.Bei Kevin Spacey hat's mir endgültig gereicht mit diesem Bockmist.
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