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Nach Zeitungsboykott: Kritikervereinigungen schließen Disney von ihren Filmpreisen aus [Update]
07.11.2017 um 19:08
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Vier Kritikervereinigungen aus den USA haben sich zusammengetan und Disney-Filme von ihren Preisverleihungen ausgeschlossen, solange der Konzern den Vertretern der Los Angeles Times den Zugang zu seinen Pressevorführungen verweigert.

Disney

Nachdem in der Los Angeles Times zwei Berichte über vorgeblich fragwürdige Geschäftsbeziehungen zwischen Disneyland und der Stadt Anaheim erschienen sind, schloss der Mäusekonzern die Journalisten des Magazins von den Pressevorführungen ihrer Filme aus, wie der Hollywood Reporter berichtet. Angewandt wurde dieser Boykott erstmals bei dem kürzlich angelaufenen „Thor 3: Tag der Entscheidung“.

Disney-Vertreter wiesen die in dem Artikel der Times erhobenen Vorwürfe zurück und bezeichneten die Berichterstattung als voreingenommen und falsch. Trotz der Weitergabe von „zahlreichen unbestreitbaren Fakten an die Reporter, Redakteure und Verleger über mehrere Monate“, habe die Times ihre Artikelreihe unverändert vorangetrieben. Disney hoffe für die Zukunft wieder auf eine ausgewogenere Berichterstattung. Zugleich hat das Unternehmen aber auch konkrete Konsequenzen für Mitarbeiter der kritisierten Zeitung gezogen, wie L.A.-Times-Reporter Glenn Whipp twitterte, der nicht wie üblich zu einer Disney-Pressevorführung eingeladen worden ist. Faktisch kann das Blatt damit momentan keine Kritiken zu den Filmen des Konzerns vor dem offiziellen Kinostart veröffentlichen.

Auf diese Restriktionen reagieren laut einem Bericht des Hollywood Reporters nun die vier Kritikervereinigungen L.A. Film Critics Association, N.Y. Film Critics Circle, Boston Society Of Film Critics und National Society Of Film Critics mit einem gemeinsamen Statement. Darin betonen sie die Bedeutung der Pressefreiheit und schließen ihrerseits alle Disney-Filme von ihren am Ende dieses beziehungsweise Anfang des nächsten Jahres verliehenen Filmpreisen aus – solange bis der Bann der Journalisten aufgehoben werde. Den Anfang macht der Kreis der New Yorker Filmkritiker, die am 30. November 2017 über die Gewinner abstimmen, während die National Society Of Film Critics am 6. Januar 2018 votet.

Die Preise der Kritikervereinigungen können dabei auch einen Indikator für die 90. Oscar-Verleihung am 4. März 2018 – dem wichtigsten Filmpreis der Branche – darstellen. „Die Schöne und das Biest“, Pixars „Coco – Lebendiger als das Leben!“ und „Cars 3“ werden laut THR derzeit als Kandidaten für den ein oder anderen Filmpreis in Betracht gezogen; „Star Wars 8: Die letzten Jedi“ könnte nach seinem Kinostart am 14. Dezember 2017 auch noch dazukommen.

Wenn sich die verschiedenen Parteien also nicht einigen, dürften die Disney-Filme bei den Preisen der Kritikervereinigungen in jedem Fall leer ausgehen.

UPDATE (8. November 2017):

Nach dem angekündigten Boykott von Kritikerverbänden und Solidarisierungen von Medien, die nicht mehr zu Disney-Pressevorführungen gehen wollten, hat der Konzern nun eingelenkt – die Los Angeles Times wird wieder zu den Veranstaltungen eingeladen. In der New York Times veröffentlichte Disney die folgende Stellungnahme: „Wir hatten produktive Diskussionen mit der neuen Führung der Los Angeles Times im Hinblick auf unsere spezifischen Sorgen, und als ein Ergebnis haben wir zugestimmt, dass ihre Kritiker wieder Zugang zu Vorführungen vor Kinostart haben.“
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Kommentare
  • Deliah C. Darhk

    Merkwürdiges Freiheitsverständnis über den Boykott der Filme auch alle frei beschäftigten Künstler pauschal mit abzustrafen. ^^

  • Sentenza93

    Also wie immer, bist Du wer, hast Du was...irgendwer will Dir ans Bein pinkeln. :D

  • GenieSnyderNolanJankins

    Was? Ich dachte immer, alle die Presse-Kritiker zu Disney gehört (BvS lässt grüßen) 🤣🤣🤣

  • Darklight ..

    Wie will man sich denn sonst gegen einen so übermächtigen Gegner wie Disney überhaupt noch wehren?!
    Irgendwie finde ich es - auf den ersten Blick - sehr gut, daß sie so stark reagieren.
    Und - Bericherstattung muß mitnichten "ausgewogen" sein. Das ist Quatscht. Eine Bericherstattung muß einzig und allein wahr sein. Sonst nix.
    Dann kann sie sogar "Schlagseite" haben, wenn sie die Wahrheit aufdeckt.

    Und Disney spielt hier unzulässig seine Macht (Und auch noch an der falschen Stelle) aus...
    Sie könnten ja schlicht gegen die Artikel klagen. Punkt.
    Also... haben sie was zu verbergen?!
    Oder warum sollten sie sonst Journalisten in einem völlig anderem Bereich bei der Arbeit hindern...?!

    Die Künstler selbst tun mir sicher leid. Aber grade auf die einzelnen Künstler hat auch schon Disney selbst nie viel Rücksicht genommen.
    Und hier erscheint es mir viel wichtiger einem übermächtigen Großkonzern die Grenzen zu zeigen.
    Das jemand den Mut dazu hat finde ich beachtlich...

  • Darklight ..

    Ob der Beschuldigte schuldig ist, ist doch wohl eher die Frage, die ein Gericht klären sollte, oder...?!

    Nicht der Beschuldigte selber.

    Und wenn einer der mächtigsten Großkonzerne der Welt etwas behauptet - dann soll eine Zeitung sofort klein bei geben?!
    In was für einer Welt möchtest Du leben?
    Privatmenschen, die versuchen, Einfluß auf die Presse zu nehmen - siehe unseren ehemaligen Bundespräsidenten Wolf - werden zurecht moralisch verurteilt. Wieso ist es dann gut, wenn ein um soviel mächtigerer Konzern versucht, Druck auf die Berichterstattung auszuüben...?!
    Ich finde das eine Katastrophe, daß Disney das tut. Und ja...
    Warum geht er denn dann nicht vor Gericht, wenn es unwahr ist?!
    Aus Angst vor den Gerichtskosten...?! LOL
    Oder vielleicht doch eher aus Angst, weil da Sachen hochkommen könnten, die Disneys Ruf ramponieren könnten...
    Ich finde die Sache jedenfalls sehr suspekt und würde mich hier eher gefühlsmäßig den Journalisten anschließen...

  • Deliah C. Darhk

    Du befürwortest demnach Sippenhaft?

  • Deliah C. Darhk

    Zunächst einmal müssen wir auch hier von der Unschuldsvermutung ausgehen. D. h. nach vorliegenden Informationen war Disney kooperativ und hat alle stimmigen Fakten unaufgefordert zugänglich gemacht.
    Damit kommen wir zu 'muss wahr sein'. Wenn das Gesamtbild verändernde Informationen einfach ignoriert werden, dann ist der Rest auch ungelogen nicht mehr wahr. Vor Gericht durch Verschweigen eine solche falsche Wahrheit zu generieren ist z. B. eine Straftat im Sinne einer Falschaussage.
    Zudem muss Journalismus eins immer sein: Neutral. Sonst ist es kein Journalismus, sondern Propaganda.

    Dann hat Disney bei seinen Pressevorführungen Hausrecht. Die können nach Laune entscheiden wen sie einladen. Ist deren Recht. Auf wen die keinen Bock haben, der bleibt draussen. Geht den Journalisten von "Hound & Horses" andauernd so. Hab noch keinen deswegen mosern hören.

    Wenn dein Kumpel bei der Arbeit über dich lästert, dann lädst Du ihn und sein +1 irgendwann auch nicht mehr zu Dir ein. Das ist nun einmal die Konsequenz.
    Und jetzt frage ich dich: Wäre es dann angemessen, wenn dss +1 dem Catering seiner oder ihrer nächsten Party eine gute Bewertung verweigert, weil es auch deine Party beliefert hat?

    Dass ich kein Fan von Disney bin ist hinreichend bekannt. Ich habe ja auch schon Filme von denen boykottiert. Aber auch hier heiligt der Zweck nicht die Mittel.
    Über die Aussperrung zu berichten, vorliegendes Material zu veröffentlichen, die Wahrheit publizieren - das wäre der gangbare Weg gewesen.
    Sind Disneys Infos gefaked oder unvollständig - aufdecken und berichten.
    Wird das aber nicht gemacht, weil Disneys Vorwurf berechtigt und die schlagseitige Berichterstattung unfundiert ist, dann hat hier ein Presseorgan seine Macht missbraucht, und das finde ich noch sehr viel schlimmer, weil Journalismus nun einmal eine besondere Verantwortung für die Freiheit mit sich bringt.

    Egal auch, was man von der Sache hält steht eins fest: Faktisch ist das Ziel des Boykotts, Disneys Hausrecht zu egalisieren.
    Wäre das Gleiche, als würde der Briefträger deine Post verbrennen, bis Du seinen unbeliebten Kumpel bei Dir pennen lässt. ^^

    Und allgemein zu etwaigen zynischen FS liebt Disney - Posts, die hier sicher noch von dem Ein oder Anderen komme könnten:
    FS war nicht verpflichtet diese News zu bringen. Sie hätten das Thema auch einfach auslassen und Disney hier die negative Publicity ersparen können. Haben sie aber nicht.
    Da könnte man doch glatt auf die Idee kommen, es möge hier so viele Disney-Inhalte geben, weil die einfach von der Masse oft an- und durchgeklickt werden. ^^

  • Banana Joe 81

    Klassischer Fall von Fake News :)
    Der Präsident lebt's vor und Disney macht halt mit
    Nur das hier ein Presseorgan eventuell tatsächlich mal nicht über alle Fakten berichtete, sondern nur die, welche am meisten Schlagzeile machen. Dabei wird die Wahrheit, etwas verdreht. Somit kann ich die Reaktion von Disney verstehen, die der Kritikervereinigungen nicht. Diese sind doch gerade in der Verantwortung, die besten Filme zu bewerten ohne persönliche Differenzen mit einfließen zu lassen.

  • Darklight ..

    Ja.... kann ich verstehen. Ich habe jetzt auch keine große Lust das zu recherchieren. Meine freie Zeit an kontroversen Zusatzdiskussionen hat diesen Monat Herr Spacey gekriegt...

    Und so langsam wird es eng, Weihnachten und STAR WARS stehen vor der Tür...
    ; )
    Mein Grundgefühl war einfach ein anderes: David gegen Goliath.

    Und ja... ich bin bei Disney sicher voreingenommen. Weil die einfach unglaublich mächtig sind... bei sowas bin ich generell auf der Seite der "Kleineren". Zumal ich immer noch diese KinoGeschichte im Kopf habe, wo Disney saftig die Preise für ihre Filme in den ländlichen Gebieten erhöht hat, was viele Betreiber in ihrer Existenz bedroht. Diese Sache damals - wo klar wurde, die kriegen den Hals nicht voll - auf Kosten kleiner Kinos - ist mir sehr sauer aufgestoßen.

    Von daher bin ich eher "gegen" Disney. Was aber auch in diesem Fall falsch sein könnte...

  • Deliah C. Darhk

    Davon abgesehen, dass zwei Mal Unrecht nicht Recht ergäbe, hinkt dein Vergleich sehr stark, denn die Künstler, die mit abgestraft werden sind keine ständigen Mitarbeiter Disneys. Die nicht mehr eingeladenen Journalisten arbeiten aber ständig für die Zeitung, sind somit Teil des Elementes und nicht nur Sippe, zumal Disney nicht die Personen, sondern deren Funktion aussperrt.
    Sippe wäre es, wenn Disney auch keine verlagsfremden Journalisten mehr einladen würde.

  • Deliah C. Darhk

    Welche Regel der Gesellschaft besagt denn, dass Disney nicht nach eigenem Gusto über sein Hausrecht verfügen darf?

    Doch, wenn Du kollaterale Mit-Bestrafung Dritter befürwortest, und das ist der Umkehrschluss deines Textes oben, dann ist es Sippenhaft.

  • WhiteNightFalcon

    Dein letzter Satz bringts auf den Punkt. So funktioniert Amerika nunmal. Auge um Auge. Hab vor kurzem mal zwei Biografien von US-Politikern und teilweise nur mit dem Kopf geschüttelt. Die Situation lässt sich hier aber wirklich schwer beurteilen. Entweder ist Disney seine Marktposition langsam mal wieder zu Kopf gestiegen, oder die Presse, die in den USA gern mal anfängt zu motzen, wenn sie ihren Willen nicht durchsetzen kann, schmollt.

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