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Die INs & OUTs der Woche mit einer Live-Aufführung von "Thor 3" und sexueller Belästigung in Hollywood
Von FILMSTARTS.de-Redaktion — 10.11.2017 um 21:30
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Hier findet ihr jede Woche – garantiert subjektiv – unsere Gewinner und Verlierer aus der Film-/Fernsehwelt und unserem Redaktionsalltag. Heute mit einer ganz besonderen „Thor 3“-Vorführung und dem sich ausweitenden Belästigungsskandal in Hollywood.

CBS / David Giesbrecht/Netflix
Diese Woche IN:

„Der Herr der Ringe“ in Serie: Viele Studios sind bereits auf der Suche nach dem nächsten „Game Of Thrones“. Amazon könnte mit einer „Herr der Ringe“-Serie hier nun einen ernsthaften Anwärter in Stellung bringen. Solange das geplante Projekt keine reine Nacherzählung der bekannten Geschichte um den Ringkrieg wird, sondern vielmehr aus der gesamten Vielfalt von Mittelerde schöpft, könnte uns hier tatsächlich ein spannendes neues Fantasy-Epos für den heimischen Bildschirm erwarten.

Neue deutsche Serienhoffnung: Mit „Dark“ bringt Netflix schon bald seine erste deutsche Serie an den Start. Spätestens der fantastische, kürzlich erschienene Trailer macht große Lust auf das Mystery-Format – und das nicht nur hierzulande, sondern, wie aus der euphorischen internationalen Berichterstattung hervorgeht, auch außerhalb der Republik, schließlich geht „Dark“ am 1. Dezember 2017 in allen 190 Netflix-Ländern gleichzeitig online – eine weitere Chance für Deutschland beim anhaltenden Serienboom ein Wörtchen mitzureden.

„Thor 4D“: Im Normalfall wäre die Unterbrechung einer Vorführung von „Thor 3: Tag der Entscheidung“ wohl ein echtes Ärgernis. Wenn stattdessen aber die Original-Stars des Films dessen Handlung als Laien-Theaterstück im Kinosaal nachspielen, dürfte sich der Groll in Grenzen halten – vor allem wenn das Ergebnis so urkomisch ausfällt, wie im nachfolgenden Clip aus der Late-Night-Show von Moderator James Corden:

Diese Woche OUT:

Belästigungshochburg Hollywood: Nach den schockierenden Enthüllungen um Filmproduzent Harvey Weinstein brechen die Meldungen über neue Vorwürfe wegen sexueller Belästigung in der „Traum“-Fabrik nicht ab. In den vergangenen Wochen sahen sich bereits Schauspielgrößen wie Kevin Spacey und Dustin Hoffman sowie Regisseur Brett Ratner mit entsprechenden Anschuldigungen (und Konsequenzen für Film- und Serienprojekte) konfrontiert. Jüngst kamen etwa noch „Gossip Girl“-Star Ed Westwick, „Prison Break“-Bösewicht Robert Knepper, 90er-Actionstar Steven Seagal, „Mad Men“-Erfinder Matthew Weiner und Komiker Louis C.K. als Beschuldigte hinzu (im Fall von letzterem wurde im Zuge dessen jetzt auch der komplette US-Start seines neuen Films „I Love You, Daddy“ gestrichen). Natürlich muss jeder Fall einzeln betrachtet und untersucht werden, um nicht vorschnell eine Hexenjagd heraufzubeschwören, doch die schiere Masse der aktuellen Vorwürfe und die teils sehr detaillierten und glaubwürdigen Schilderungen der Opfer zeigen, dass in Hollywood insgesamt, der Filmfabrik als System seit Jahrzehnten etwas schief läuft und sich dringend etwas ändern muss.

Das nächste Del-Toro-Projekt ist tot: „Pans Labyrinth“-Regisseur Guillermo del Toro ist bekannt dafür, jede Menge Projekte anzukündigen, davon dann aber nur einen Teil auch tatsächlich zu realisieren. Nachdem in der Vergangenheit etwa schon Filme wie „Hellboy 3“ und „At The Mountains Of Madness“ im Sande verlaufen sind, hat es nun auch seine lang geplante Stop-Motion-Version von „Pinocchio“ erwischt. So schade es um die vielversprechende Adaption auch ist, mit der vielgepriesenen Fantasy-Romanze „Shape Of Water“ können wir uns am 15. Februar 2018 immerhin auf ein anderes Werk del Toros freuen.

PR-Panne bei Sonys „Call Me By Your Name“: In der mitreißenden Romanze „Call Me By Your Name“ ist der jugendliche Protagonist (Timothée Chalamet) mit seinen Gefühlen zwischen Nachbarsmädchen Marzia (Esther Garrel) und dem älteren Hausgast Oliver (Armie Hammer) hin- und hergerissen. Dass Sony das Geschlechterrollen transzendierende Drama auf Twitter mit einem Promo-Bild als herkömmliche Romanze zwischen Junge und Mädchen beworben hat (obwohl die homosexuelle Liebesgeschichte stärker im Fokus steht), brachte dem Studio kürzlich allerdings zurecht einige Kritik ein. Mittlerweile wurde der Post immerhin gelöscht (ein Screenshot des Ganzen und ein paar Twitter-Reaktionen darauf finden sich aber z.B. hier).

 

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Kommentare
  • Deliah C. Darhk
    "Natürlich muss jeder Fall einzeln betrachtet und untersucht werden, um nicht vorschnell eine Hexenjagd heraufzubeschwören, doch die schiere Masse der aktuellen Vorwürfe und die teils sehr detaillierten und glaubwürdigen Schilderungen der Opfer zeigen, dass in Hollywood insgesamt, der Filmfabrik als System seit Jahrzehnten etwas schief läuft und sich dringend etwas ändern muss."Bislang wissen wir nur, dass es sehr viel zu prüfen gibt.Ob es sich um ein systemisches Problem handelt, hängt davon ab wer mit wieviel Einfluss auf das System tatsächlich schuldig ist und das System in diesem Sinne für sich eigennützig einsetzte.Wenn 1% der Schauspieler/Innen und Regisseure/Innen (wovon wir aktuell doch noch etwas entfernt sind) sich was zu Schulden kommen liessen, ist schwerlich das ganze System in Schieflage. Das läge noch weit unter Kriminalitätsrate in L. A..
  • Deliah C. Darhk
    Ich wil mal ganz klar sagen, dass ich mit meinem Post nicht den gesamten Out-Abschnitt gemeint habe. Ging nur um die Kernaussage der zitierten Stelle.Mir ist die von Dir angesprochene Passage auch angenehm aufgefallen.FS provoziert zwar mit Headline-Spoilern und Polarisation gerne mal Click-Orgien, hat aber auch immer wieder mal - z. B. durch einen Kommentar (von Björn Becher, meine ich) unter der Kritik zu Terror - Ihr Urteil, der mir ad hoc in den Sinn kommt - deutlich gemacht, dass die Redi hier eindeutig zur Rechtsstaatlichkeit und Meinungsdiversität steht. Von daher hat mich die Haltung hier nicht überrascht, weswegen ich sie nicht weiter erwähnte.Ich denke, die üblichen Kritikpunkte an der Arbeit der Redi werden hier sonst bewusst platziert, weil jedem Honk klar ist, dass damit zusätzlich Aufmerksamkeit und Clicks generiert werden. Ist dann eben Teil des Geschäftsmodelles und scheint sich zu rechnen. Sonst hätte es schon längst eine Kurskorrektur gegeben. Aber kaum jemand macht Clicks, um zu schreiben wie schön ausgewogen immer alles ist.Sind wir also selbst Schuld. ;D
  • BobRoss
    Was gerne vergessen wird ist, dass wir von vermeintlichen Mehrfachtätern sprechen. Die Liste der Opfer mag erschreckend lang aussehen, sie lässt sich aber auf wenige Täter reduzieren. Insofern finde ich den generellen Mangel an Zivilcourage der Mitwisser (und teilweise auch der Opfer), diese Fälle publik zu machen ebenso problematisch. Dem systematischen Ignorieren eines Problems ist nämlich viel schwerer beizukommen als eine Handvoll Straftäter ausfindig zu machen.
  • Deliah C. Darhk
    Absolut richtig.
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