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    "Justice League": So verneigt sich Komponist Danny Elfman vor anderen Superhelden-Soundtracks
    Von Julius Vietzen — 15.11.2017 um 16:30
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    Für die Filmmusik von „Justice League“ verwendet Danny Elfman auch Musik aus „Man Of Steel“ und „Batman V Superman“ – das ist nicht weiter überraschend. Viel verblüffender ist hingegen, welche Superhelden-Soundtracks er noch verarbeitet…

    Warner Bros.

    Achtung, der folgende Text geht auf die Musik von „Justice League“ ein. Wer sich überraschen lassen will, was im Film zu hören ist, sollte ihn nicht lesen!

    Zählt man „Justice League“ bereits hinzu, besteht das DCEU aus mittlerweile fünf Filmen, die allesamt in derselben Welt spielen und miteinander verbunden sind – wie es sich für ein zusammenhängendes Filmuniversum oder Shared Universe nun einmal gehört. Doch nicht nur Handlungsstränge und Figuren tauchen in den verschiedenen DCEU-Filmen auf, auch musikalisch bilden „Man Of Steel“ und seine Nachfolger eine Einheit: Ein gutes Beispiel hierfür ist das von Hans Zimmer und Junkie XL für „Batman V Superman: Dawn Of Justice“ komponierte Wonder-Woman-Thema, das den ersten Auftritt der Amazone in diesem Film perfekt untermalte:

    In „Wonder Woman“ wurde dieses Thema natürlich ebenfalls wieder aufgegriffen und von Komponist Rupert Gregson-Williams gekonnt verarbeitet und erweitert. Gleiches gilt für „Justice League“ – davon könnt ihr euch etwa anhand des folgenden Tracks vom offiziellen Soundtrack überzeugen:

    Auch Anklänge an den restlichen Soundtrack von „Batman V Superman“, sowie an die ebenfalls von Hans Zimmer komponierte Musik zu „Man Of Steel“ finden sich – wenig überraschend – in „Justice League“. Verblüffender ist hingegen, dass „Justice League“-Komponist Danny Elfman auch Themen aus zwei anderen DC-Superheldenfilmen verarbeitet: Nämlich das Batman-Thema aus seinen eigenen Soundtracks zu „Batman“ und „Batmans Rückkehr“ sowie das von John Williams komponierte Superman-Thema aus „Superman“.

    Elfmans „Batman“-Soundtrack gehört wohl bis heute zu den bekanntesten Filmmusiken überhaupt und die meisten von euch werden ihn noch gut im Kopf (bzw. im Ohr) haben, doch falls nicht, könnt ihr ihn euch hier noch mal anhören:

    Seine eigenen Kompositionen greift Elfman an gleich mehreren Stellen in „Justice League“ wieder auf. In welchen Situationen genau das passiert, wollen wir jedoch nicht vorwegnehmen. Nur so viel: Zumeist handelt es sich eher um vage Anklänge oder kurze Zitate, als um eine tatsächliche Verwendung der ursprünglichen Filmmusik, etwa in den Tracks „Batman On The Roof“ und „Then There Were Three“:

    Das bestätigte Elfman auch in einem Interview mit den Kollegen des Musik- und Entertainment-Magazins Billboard: „Wenn ich das Batman-Thema verwende, dann verwende ich dessen musikalisches Gefühl“, so der Komponist. Nur bei einer Szene habe ihm Ersatzregisseur Joss Whedon, der für den aus familiären Gründen ausgeschiedenen Zack Snyder die Nachdrehs und die Postproduktion übernahm, dann befohlen: „Batman the shit out of it“ (also zu Deutsch etwa: „Mach hier mal richtig auf Batman“). Dabei handelt es sich sehr wahrscheinlich um den folgenden „Justice League“-Track:

    Auch mit John Williams‘ „Superman“-Filmmusik hatte Elfman ordentlich Spaß, wie er Billboard verriet. Bevor wir uns auf deren Wiederverwertung in „Justice League“ stürzen, könnt ihr sie euch hier aber erst nochmal ins Gedächtnis rufen:

    Für ihn sei es einfach himmlisch gewesen, mit Williams‘ Musik arbeiten zu dürfen, verriet Elfman den Kollegen, vor allem weil er die Melodie verdrehen und verzerren konnte: „Ich benutze sie auf eine sehr düstere Art und Weise, zu einem sehr düsteren Zeitpunkt.“ Auch hier wollen wir euch nicht zu viel verraten, einen akustischen Vorgeschmack liefert allerdings der Track „Friends And Foes“:

    Auf den ersten Blick mag die Verwendung dieser Themen irritierend scheinen, schließlich gehören sie anders als das eingangs beschrieben Wonder-Woman-Thema nicht zum selben zusammenhängenden Universum. Doch auch dazu äußerte sich Elfman im Interview: „Die Leute bei DC verstehen langsam, dass es diese ikonischen Elemente aus unserer Vergangenheit gibt, die zu uns und zu unserer Geschichte gehören“, so der Komponist. Eine weit verbreitete Einstellung aktuell sei, dass man bei einem Reboot immer wieder von ganz vorne anfangen müsse, dabei zeige die Reaktion des Publikums doch gerade: „Das ist Bullshit.“ Als Beispiel führte Elfman das legendäre „Star Wars“-Titelthema von John Williams auf, das bei den diversen Fortsetzungen der originalen Trilogie eben nicht durch ein anderes ersetzt wurde.

    Justice League“ startet am 16. November 2017 in den deutschen Kinos. Dann könnt ihr euch selbst ein Bild von Danny Elfmans Filmmusik und seiner Verwendung von bereits existierenden Soundtracks machen.

     

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    Kommentare
    • GamePrince
      Also mich hat die alte Musik im neuem Film gestört.BvS hatte einen so genialen Soundtrack, den man weiter hätte verarbeiten und passend anwenden können.Aber dieses alte (wenn auch legendäre und großartige) Batman-Theme passt einfach nicht in den Film.Einmal kurz wäre ok gewesen, aber mehrmals war für meine Ohren zu viel ... hat den Film runtergezogen, weil es gar nicht zum Rest gepasst hat.
    • Silvio B.
      Ich finde es auf eine Art irritierend, dass die alten Themen verwendet wurden. Auf der anderen Seite ist es natürlich schön diese Stücke mal wieder im Film zu hören.Allerdings mag ich auch die neue Musik. Der Soundtrack zu BvS ist schon richtig geil. Elfman bringt es leider nicht so brachial rüber, wie Zimmer.
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