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    "Godless": Unsere Kritik zur Western-Miniserie auf Netflix
    Von Robert Laubenthal — 20.11.2017 um 16:30
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    Am 22. November 2017 veröffentlicht Netflix die Westernserie „Godless“. Wir haben alle sieben Folgen der Miniserie bereits gesehen und verraten euch, ob sich das Streamen lohnt.

    Netflix

    Achtung: Im Rahmen der Besprechung wird auf Details der Handlung von „Godless“ eingegangen.

    Mit der siebenteiligen Miniserie „Godless“ begibt sich der Streaming-Anbieter Netflix auf das für ihn (bisher) noch verhältnismäßig wenig vertraute Terrain des Westerns. Aber statt wie Quentin Tarantino mit „Django Unchained“ einen überdrehten Neo-Italowestern vorzulegen oder den Western wie in der HBO-Serie „Westworld“ mit einem zweiten Genre wie der Science-Fiction zu kombinieren, setzen Showrunner Scott Frank („Ruhet in Frieden“) und Produzent Steven Soderbergh („Traffic – Die Macht des Kartells“) lieber auf geradlinige, atmosphärisch dichte Westernunterhaltung im klassischen Sinne: Outlaw Frank Griffin (Jeff Daniels, unter einem dichten Vollbart kaum zu erkennen) terrorisiert mit seiner Posse einen ganzen Landstrich. Griffins Ziehsohn Roy Goode (Jack O'Connell), wie der Bandenchef ein echter Revolverheld, möchte allerdings kein mordender Krimineller mehr sein und hat die Gang deshalb verlassen, was Anführer Griffin ganz schlecht verkraftet. Aber diese für einen Western sehr gewohnte Story ist zum Glück lange nicht alles, was „Godless“ zu bieten hat…

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    Merritt Wever und Michelle Dockery in "Godless"

    Darum geht es in „Godless“

    Denn ebenso zentral wie die Feindschaft zwischen den beiden Outlaws ist für Autor und Regisseur Scott Frank in „Godless“ die Minenstadt La Belle, in der nach einem schrecklichen Grubenunglück hauptsächlich Frauen leben. Die Einwohnerinnen des kleinen Ortes müssen sich deshalb um alles selbst kümmern, was durchaus nicht leicht ist in der rauen Welt des Wilden Westens. Figuren wie die toughe, intelligente Mary Agnes (Merritt Wever, bekannt aus „The Walking Dead“) stehen dabei den archetypischen männlichen Westernhelden in kaum etwas nach.

    Der geläuterte Kriminelle Roy Goode hingegen kann sich schwer verwundet gerade noch auf die Farm von Alice Fletcher (Michelle Dockery) schleppen, die etwas außerhalb von La Belle lebt. In der Gesellschaft von Fletcher und ihrem Sohn Truckee (Samuel Marty) entdeckt Goode ein Stück Normalität wieder, kann seiner dunklen Vergangenheit jedoch auch nicht komplett entkommen…

    Starke (Frauen-)Figuren

    Die Tragödie in La Belle zwingt die Bewohnerinnen regelrecht zu einer beschleunigten Emanzipation, die für die damalige Zeit ungewöhnlich ist. Die Frauen in dem kleinen Ort fangen nicht nur an, die Stadtverwaltung selbst zu organisieren. Sie übernehmen auch klassisch männliche Arbeiten wie den Hausbau. Einige, wie die neue Bürgermeisterin Mary Agnes, tragen sogar Männerkleidung und ziehen genauso schnell wie die männlichen Revolverhelden. Mit den alten, in der Vergangenheit (zu) oft gesehenen Western-Klischees der passiv-leidenden, schutzbedürftigen Frau haben die weiblichen Figuren in „Godless“ jedenfalls kaum noch etwas gemein.

    Netflix

    Grandios gefilmt, genial erzählt

    Die Western-Settings und besonders die Landschaftsaufnahmen in „Godless“ begeistern auf ganzer Linie. Auch in Sachen Ausstattung, Kostümen und Kulissen passt alles, jeder einzelne altmodische Schnurrbart erscheint hier stimmig. Dabei nehmen sich die Serienmacher um Regisseur Frank auch immer wieder angenehm viel Zeit für kleine, alltägliche Dinge wie das Zähmen von Pferden oder die in der damaligen Zeit extrem schlechte Versorgung von Kranken. So wird ein ungewohnt hoher Grad an Realismus erreicht und als Zuschauer fühlt man sich tatsächlich in die damalige Zeit zurückversetzt.

    Diese teilweise äußerst ruhigen Episoden unterbricht Frank dann immer wieder durch ausgedehnte Actionsequenzen, die konsequent die harte, unbarmherzige Western-Welt unterstreichen. Hierzu zählen selbstverständlich auch etliche Schießereien, die ebenso spannend wie abwechslungsreich geraten sind. Und wenn dann zu den Stand-Offs auch noch der Soundtrack von Western-Legende T Bone Burnett (unter anderem „Walk The Line“, „Inside Llewyn Davis“) ertönt, gelingt es den Serienmachern endgültig, die Zuschauer nach einem betont gemächlichen, sich zunächst langsam entfaltenden Einstieg restlos in ihren Bann zu ziehen.

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    Fazit

    Mit „Godless“ präsentiert der Streaming-Dienst Netflix eine klassische, epische Western-Geschichte. Die einzelnen (Sub-)Storys innerhalb der geschlossenen Welt fühlen sich zugleich vertraut und trotzdem überraschend frisch an, eben weil hier weibliche Figuren viel stärker in den Fokus rücken als es in den allermeisten klassischen Genrevertretern der Fall war. Getragen von fulminanten Darstellern und reichlich stimmigen Zeitkolorit, läuft schließlich alles auf einen großen Showdown im Serienfinale hinaus, der tatsächlich (immerhin handelt es sich bei „Godless“ ja um eine abgeschlossene Miniserie und nicht nur um eine erste Staffel) alles einlöst und nichts auf später verschiebt, wie dies in anderen Serien so oft der Fall ist. Western-Fans und alle, die sich auf eine episch-breit angelegte historische Erzählung einlassen wollen, sollten „Godless“ also definitiv eine Chance geben.

     

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    Kommentare
    • Josef S
      Erstmal: Lesbisch schreibt man mit b.Zweitens: Kinder sucken auf die Strasse, wenn sie als Mensch verkleidetes Elend wie euch sehen.
    • Da HouseCat
      hast du serie schon gesehen?bis auf die finale schlacht, die unter aller sau war durch logik und spannung, war das eine schöne miniserie, die mich "evtl nur" wegen der tollen bilder (viel ruhige momente für die landschaft) und der musik drin versinken lassen.
    • Aequitas
      Danke für die Richtigstellung, Omar ist natürlich richtig! :)
    • udo43
      Du meinst Omar oder Cima
    • Hans H.
      Ich gebe mein bääästes ! ;)
    • Aequitas
      Dem gibt es nichts entgegenzusetzen und ja, Lamar in The Wire ist da beste Beispiel, wie es funktionieren muss!!
    • Aequitas
      :D...Du bist einfach köstlich
    • Hans H.
      Ja, nun komm mal wieder runter.
    • Da HouseCat
      naja, ist wie mit dem schwul sein in filmen, wo man es auch übertreibt. das braucht alles seine zeit.baue alles mehr unbewusst ein und du merkst veränderung. wenn du es zu krass puschst, hat es manchmal eine gegenreaktion nach sich.bestes beispiel ist immernoch lamar aus "the wire". das fühlte sich null trendie oder aufgesetzt an und war zu einer zeit, wo sowas noch viel gegenwind bekam.
    • Da HouseCat
      deswegen feier ich auch goldeneye. der hat einfach alles.
    • Da HouseCat
      klar, schwarzenegger war ja nicht nur wegen der muckis so erfolgreich.aber ich habe schon den eindruck, dass alles noch viel oberflächlicher geworden ist.allein wo lana del rey mal ein normales foto von ihr postete, mit bäuchlein, gab es richtigen shitstorm.weaver war für ihre zeit schon sexy, denke ich. das ist heute anders.
    • Aequitas
      Kann Dir ja egal sein, was für ein Geschlecht ich in der Realität habe. Ich diskutiere möglichst geschlechtsneutral und versuche mich auch in andere zu versetzen.Und Aequitas bedeutet im Lateinischen Gleichheit, es symbolisiert meine grundsätzliche Einstellung zum Leben und hat nichts mit Frau oder Mann zu tun!
    • TresChic
      Stimmt. Im Bond werden Frauen nur verachtet. Er bxxxx sie, danach sind sie tot.
    • Aequitas
      Ich bin ein Mann, hetero, weiss! Ich will hier keine politische und gesellschaftliche Diskussion führen, mit einem wie Dir werde ich eh nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen, also lassen wir es lieber von vornherein!
    • Hans H.
      Das kann ja auch nur von einer Frau kommen.
    • Aequitas
      Ich bin grundsätzlich Deiner Meinung, es muss natürlich wirken und soll nicht aufgesetzt wirken. Allerdings war und wird es immer so sein, um eine Wende im Denken der Menschen und der Gesellschaft zu bewirken, muss man übertreiben, provizieren bis es sich dann auf einem natürlichen Level einpendelt.
    • Aequitas
      Schauspielerisch untalentiert ist sie sicher nicht. Schönheit alleine reicht sicher nicht, es gehört auch Ausstrahlung dazu. Z.B. Sigourney Weaver ist keine besonders hübsche Frau, sie hat aber eine super Ausstrahlung. Genauso Al Pacino oder Robert de Niro.
    • Aequitas
      Danke, dass Du mir den Steilpass "Bond" lieferst: 1 James Bond in Badehose gegenüber dutzenden von Bondgirls, die ausser gut auszusehen und sexy zu wirken nie wirklich eine prägende, starke Rolle hatten (mit Ausnahmen, natürlich) :-)
    • Aequitas
      Du scheinst den Unterschied zwischen Jammern und Entgegnen nicht zu kennen? ;-)
    • Da HouseCat
      also wurde ein schwarzenegger nie sexualisiert?oder der neue bond, der in badehose aus dem wasser kommt.ich finde zuviel politik in filmen meisst einfach nur ätzend.und falls das wieder in falschen hals bekommst, ich bin mega fan von starken frauen: wheddon und tarantino haben sie immer genau richtig dargestellt.ich bin riesenfan von catwoman.und meiner meinung dürfen beide geschlechter ruhig mit ihren reizen spielen, solange es nie billig rüberkommt wie es "the big bang theory" sehr gerne macht oder das ätzende "two and a half man".
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