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Florence Kasumba in "Black Panther" und "Wonder Woman": Darum mischt eine deutsche Schauspielerin bei Marvel und DC mit
Von Björn Becher, Sebastian Gerdshikow — 13.02.2018 um 21:00
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Ben Affleck, Michael Keaton oder Halle Berry – es gibt einige Schauspieler, die sowohl in DC als auch Marvel-Adaptionen vor der Kamera standen. Doch aktuell? Und aus Deutschland? Das gibt es nicht! Doch! Florence Kasumba! Und sie hat einen Grund….

Walt Disney / Warner Bros.

Dass Schauspieler sowohl in Filmen von Marvel als auch in Filmen von DC mitmischen, war lange Zeit eine Seltenheit. Doch mit immer mehr Projekten der Comic-Konkurrenten, von denen jährlich diverse Adaptionen in die Kinos kommen, hat sich das natürlich massiv gehäuft. Da wurde Michael Keaton rund 25 Jahre nach seiner Zeit als Batman bei DC zum Bösewicht in Marvels „Spider-Man: Homecoming“ oder Ben Affleck zum aktuellen Dunklen Ritter, nachdem er früher Marvel-Held Daredevil war.

Doch in diesen beiden Fällen lagen zwischen Marvel- und DC-Amtszeit mehrere Jahre Abstand. Es ist jedoch immer noch eine absolute Ausnahme, dass eine Schauspielerin oder ein Schauspieler gleichzeitig in den beiden aktuellen Comic-Universen, dem MCU und dem von Journalisten und Fans DCEU getauften Gegenstück, mitmischt – und dann auch noch in beiden weiter zu sehen sein könnte. Doch eine Schauspielerin gibt es und diese kommt auch noch aus Deutschland: Florence Kasumba, die nun in „Black Panther“ in ihrer dritten Comic-Verfilmung in der jüngeren Vergangenheit zu sehen ist und bereits vorher ein Teil von „Civil War“ und „Wonder Woman“ war.

Warner Bros.
"Wovon redest du da, mein Kind?" Florence Kasumba mit Gal Gadot in "Wonder Woman".

Die in Uganda geborene und im Ruhrgebiet aufgewachsene deutsche Schauspielerin ist schon seit über zehn Jahren in Film und Fernsehen zu sehen, war oft im „Tatort“ zu Gast, bekleidete Rollen in „Kongo“, „Kreutzer kommt“ oder auch „Zeit der Kannibalen“ und drängt immer mehr nach Hollywood. Ein fast schon logischer Schritt, wie sie uns im Interview erläuterte: Denn „ich arbeite sehr gerne in Deutschland, doch ich sehe halt irgendwie nicht typisch deutsch aus, nicht so der typische Mainstream“, so die Schauspielerin mit einem großen Lachen.

Für ein Engagement bei Marvel hat ihr das aber geholfen. „Was woanders vielleicht ein Problem ist, kurze Haare, dunkle Hautfarbe, das waren hier die Kriterien, die man brauchte, um mitwirken zu dürfen“, so Kasumba über ihren Part als Teil der Leibwache des Superhelden, die sie zuerst in „The First Avenger: Civil War“ und nun auch noch in „Black Panther“ verkörperte.

Webedia GmbH
Bestens aufgelegt: Florence Kasumba im Interview mit uns zu "Black Panther".

Dass sie nun mit „The First Avenger: Civil War” bei Marvel, dann „Wonder Woman“ bei DC und nun wieder „Black Panther“ bei Marvel gleich drei Comic-Verfilmungen in kurzer Zeit drehte, ist aber Zufall und hat wenig mit einem Interesse für das Medium zu tun. Offen gibt sie im Interview zu, dass sie sich nie für die Comics interessiert hat: „Ich habe immer die Poster gesehen und mir nur gedacht: Wer ist denn das alles?“ Erst bevor sie Gespräche für die Rolle als Beschützerin des Black Panther in Los Angeles führte, war es nach eigener Aussage mal Zeit, einen der Filme zu schauen.

Ohne große Comic-Begeisterung ist Florence Kasumba natürlich nicht die richtige Ansprechpartnerin für den immer noch zwischen einigen wenigen Comic-Nerds geführten, unsinnigen Kleinkrieg zwischen DC und Marvel (siehe jüngst der Aufruf einiger DC-Fans „Black Panther“ mit Negativbewertungen zu überziehen). Sie schert sich nicht darum, in Filmen konkurrierender Comic-Konzerne gleichzeitig aufzutreten, denn sie hat statt der von anderen Schauspielern gerne angeführten Comic-Leidenschaft einen ganz anderen, sehr einleuchtenden Grund für die Übernahme beider Rollen: „Was ich immer schön finde: starke Frauenfiguren zu spielen. Das durfte ich dann in beiden: eine Amazone und eine Dora Milaje.“

Walt Disney
Starke Frauenfigur: Florence Kasumba als Ayo in "Black Panther".

Und mit dieser Begründung weist Florence Kasumba auch den Weg für alle Comic-Fans, denn sollte es nicht egal sein, ob ein Film von Marvel oder DC ist – so lange er so stark ist wie eben „Wonder Woman“, „Civil War“ und nun auch „Black Panther“? Wir hoffen zumindest, dass von beiden Comic-Schmieden noch möglichst viele gute und möglichst wenig schlechte Adaptionen kommen – und womöglich sehen wir dann Florence Kasumba wieder.

Verraten wollte uns die Schauspielerin, die künftig auch weiter zwischen deutschen Produktionen (zuletzt hat sie die Serienfortsetzung „Deutschland 86“ abgedreht) und Hollywood (sie tritt in Disneys Neuverfilmung von „Der König der Löwen“ als Shenzi in die Fußstapfen von Whoopi Goldberg) wechseln wird, noch nichts. Alles geheim! Doch wir hoffen, dass wir sowohl ihre Senatorin Acantha in „Wonder Woman 2“ als auch ihre Sicherheitschefin Ayo in „Avengers 3 + 4“ oder einem möglichen „Black Panther 2“ wiedersehen.

Erst einmal ist aber „Black Panther“ ab dem 15. Februar 2018 in den deutschen Kinos zu sehen.

 

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