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    Rutger Hauer mag "Blade Runner 2049" nicht: "Kein Herz, keine Liebe, keine Seele"
    Von Andreas Staben — 20.02.2018 um 20:00
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    In Ridley Scotts Klassiker „Blade Runner“ verkörperte Rutger Hauer 1982 den Replikant Roy Batty. Der aktuellen Fortsetzung „Blade Runner 2049“ von Denis Villeneuve kann der niederländische Schauspieler indes wenig abgewinnen…

    Warner Bros.

    Sein Part als Roy Batty im Science-Fiction-Klassiker „Blade Runner“ ist bis heute die bekannteste Rolle des Niederländers Rutger Hauer, der einst von seinem Landsmann Paul Verhoeven („Basic Instinct“) entdeckt wurde. Und so haben ihn die Kollegen vom Hollywood Reporter nun gefragt, ob er das späte Sequel „Blade Runner 2049“ gesehen hat. Die Antwort fiel wenig schmeichelhaft aus:

    „Der Film sieht großartig aus, aber mir fällt es schwer zu erkennen, warum es notwendig gewesen sein soll, ihn zu drehen. Wenn etwas so schön ist [wie das Original], sollte man es in Ruhe lassen. Stützt euch nicht mit einem Ellenbogen auf einen 30 Jahre alten Erfolg.“

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Blade Runner 2049"

    Er habe nicht erkennen können, worum es im zweiten „Blade Runner“ eigentlich gehe, so Hauer weiter. Er sei kein figurengetriebener Film und habe keinen Humor, keine Liebe und keine Seele. Man könne die Hommage an das Original erkennen, aber das reiche ihm nicht. Andererseits sei es jedoch auch gar nicht wichtig, was er nun von dem Film hält.

    Als Hauer anschließend nach seiner Einschätzung der Veränderungen in der Filmindustrie seit den 1970er Jahren gefragt wurde, hielt er sich auch da nicht zurück:

    „Die Vision des Regisseurs hat [bei großen Produktionen] in den vergangenen Jahrzehnten gelitten. Ich suche nach Leuten mit dicken Eiern. Und davon sehe ich heute in den meisten Filmen nicht mehr viel.“

    Die Qual der Wahl: "Blade Runner" oder "Das Boot"?

    Im Übrigen bedauerte Hauer, dass er das Angebot, die schließlich von Jürgen Prochnow gespielte Hauptrolle in Wolfgang Petersens „Das Boot“ zu übernehmen, nicht angenommen hat. Aber nur durch seine Absage habe er schließlich bei „Blade Runner“ mitwirken können, da sich die beiden Drehs überschnitten haben.

    Hauers neuester Film ist das christliche Drama „Samson“, in dem er den Vater des Titelhelden spielt. Der US-Kinostart war am 16. Februar 2018, wann und in welcher Form der Film auch in Deutschland zu sehen sein wird, steht noch nicht fest.

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    Kommentare
    • sad
      weil du da was verstehen konntest.
    • fikmrissi
      Die intelligenten Zuschauer mögen den alten lieber und die mittelinteligenten den 2, weil sie da auch das Gefühl haben können, etwas zu verstehen.
    • Bruce Wayne
      Ich verweise noch einmal auf die Szene des Originals, in der Deckard versucht Rachel sexuell zu nötigen. Solche Szenen hätte das Original wirklich nicht gebraucht. Der Dreier im Sequel hingegen ist mit derartig viel Screentime ausgestattet, da es erstens die Imperfektion der Illusion selbst verdeutlicht (beide Personen, Joy und die Stripperin, desyncen immer wieder) wird und zweitens einen wichtigen Schritt innerhalb von K's character arc darstellt (seiner Liebe zu Joy kann er erstmals körperlich nachgehen). Solche Momente zelebriert man nun mal. Da ist nichts verschwendet daran. Und Lauter Zitate... kannst du dem Sequel nun wahrlich nicht vorwerfen. BR2049 ist erstaunlich eigenständig geskriptet. Ach ja, zum Einfluss bezüglich des Cyberpunks-Genres: Nur weil das Original deratig großen Einfluss darauf besaß, muss das nicht zwangsläufig eine qualitative Steigerung besagten Werkes bedeuten.
    • Bruce Wayne
      Es bleibt Geschmackssache, aber gerade die kühle und sterile Art des Filmes ist definitiv intentional. Auch storymäßig bietet er durchaus Inhalt, man muss sich nur ein wenig mehr mit dem Werk beschäftigen.
    • Bruce Wayne
      Wenn du das als prätentiös bezeichnest, dann hast du noch kein Werk von Malick, Lars von Trier, Jodorowsky oder teilweise auch Haneke gesehen. Allein schon der Begriff prätentiös passt nicht wirklich zu Blade Runner, da gerade der Erstling im Grunde ein unheimlich simples Werk mit nur leichtem (vor allem leicht zu erkennenden) Subtext ist.
    • Bruce Wayne
      Ich verstehe deinen Kritikpunkt mit dem bedeutungsschwanger, allerdings würde ich Blade Runner 2049 keine Herangehensweise ala style over substance attestieren. Es gibt diverse Werke von bsp. Lars von Trier oder Terrence Malick die man getrost prätentiös nennen kann. Die Art wie diese Filme editiert sind, inwiefern es überhaupt einen Zusammenhang zwischen den Szenen gibt usw. Bei Blade Runner 2049 kannst du dir den Hauptplot ohne Verständnisprobleme anschauen, der Subtext und die Metaphorik bleiben dann eben den Hobbyphilosophen unter uns übrig. Dennoch steckt viel hinter der Fassade des Filmes. Es gibt derartig intentional hinzugefügte Details, welche diverse (zugegeben evtll. hochtrabende) Botschaften aufgreifen. Ob es nun um Liebe, Menschlichkeit oder dergleichen geht - letztlich wird für jede dieser Themen eine Antwort im Film bereitsgestellt. Einer der wenigen FIlme, wo die Macher & vor allem die Drehbuchautoren sich wirklich Gedanken um den Stoff gemacht haben.
    • Bruce Wayne
      Ich finde es nicht unbedingt seltsam (da habe ich schon Verrückteres gesehen), sondern nicht gerade stilsicher. Filme wie 2001: a space odyssey haben es auch geschafft versch. Genres in ein Werk zusammenzubringen und dennoch in einen tonal gleichbleibenden Mantel zu hüllen. Der erste Blade Runner schafft das irgendwie nicht wirklich für mich, es gibt Parts die sind klasse und Teile, die sind Mittelmaß. Die Fortsetzung 2049 hat mich da schon zufriedener gestimmt.,
    • Jimmy V.
      Schwankend fand ich das nun gar nicht so sehr, der Mix macht die Sache ja gerade aus. Aber ich verstehe wie gesagt, wenn Leute das seltsam finden.
    • Udo Zorn
      Da kann ich ihm nur zustimmen.Der Film ist vor allen Dingen teils sehr langatmig und damit zu lang geraten. Bildgewaltig und tonal ein absoluter Leckerbissen, ohne Frage, doch Story mäßig bietet er nichts Neues und bleibt überwiegend kühl und steril.Am Meilenstein von Scott kann er nicht heranreichen, schon alleine nicht wegen der Darstellung von Rutger Hauer, der seinem Schöpfer entgegen tritt.Wallace bleibt zudem relativ blass, seine Monologe waren zudem kaum zu verstehen, insbesondere bei seinem ersten Auftritt.
    • Bond, James Bond
      Kenne nur den ersten Teil und stimme dir zu. Ich sah den Film zweimal in den 90ern und hatte lange Zeit kein Bedürfnis den nochmal zu gucken. Als er im Oktober/November letzten Jahres auf Arte lief, war ich wieder größtenteils enttäuscht. Für mich ist das ganze zu prätentiös.
    • Rex_Kramer
      Naja, in beiden Filmen geht es eigentlich um dasselbe, beide geben sich sehr philosophisch.Ich kann aber in beiden nicht die Meisterwerke erkennen, die sie sind. Dafür sind sie mir viel zu bedeutungsschwanger ohne Ergebnis, man wartet und wartet dass etwas passiert; viel style over substance.Bei BR2049 ging mir der Ton stellenweise auf die Nerven, ich habe fast nie verstanden was Wallace sagt, wobei das sowieso meist düsteres Gedöns war.Storymäßig wars für mich auch phasenweise unglaubwürdig; Wallaces Assistentin kann tun und lassen was sie will (will nicht spoilern, sage nur Polizeirevier).Letzlich ist für mich BR der bessere Film, aber auch nur weil es ihn zuerst gab. Hier jedoch wird abermals die optische Perfektion des ersten Teils deutlich. Schon erstaunlich wie sie das damals hinbekommen haben.
    • Bruce Wayne
      Ob das herausfordernd oder einfach nur seltsame Charakterschreibe ist, bleibt fraglich. Stimmt mit dem ständig schwankenden Ton der Story überein. Mal Pulp, mal Noir-Thriller und dann wieder SciFi-Drama.
    • TheBladeRunner
      Vlt sollte er ihn mal öfters sehen. Hehe er hat ihn nicht verstanden. Kein Wunder. Der erste Teil wurde erst später geschätzt.
    • HalJordan
      Blade Runner ist zurecht ein absoluter Kultfilm, der nachfolgende Science-Fiction-Filme nachhaltig beeinflusste. Dafür ist Blade Runner 2049 der bessere Film, auch wenn er nie die verdienten Credits erhalten wird, wie der Erstling.
    • Mordru
      Bei BR2049 ist es bei mir etwa wie bei Inception.Ganz gut aber wirklich Weltbewegendes fand ich da jetzt auch nicht dabei.Ganz gut inszeniert ist er und die Darsteller sind nicht schlecht.Aber gerade bei den Gegenspielern gab es wenig dass Hauers Rolle hebt im Original heranreicht.
    • Sentenza93
      Interessant. Auch wenn ich ihm nicht zustimme. :)
    • Benny P.
      Solche haltlose Argumente nerven echt. Nur weil es ein Genre geprägt hat, heißt es nicht sofort, dass der Film über alle Filme dieses Genre steht.Das erinnert mich an Dragonball Z: Dieser Anime hat seinesgleichen geprägt aber bleibt trotzdem ein sehr schlechter Anime!Nicht dass ich Blade Runner schlecht finde, aber auch ich finde BR2049 besser als seinen Vorgänger. Solche Argumente wie diese hier können echt nur von Nostalfags kommen, die sonst nicht anders argumentieren können.
    • Benny P.
      Oh Gott... dieses Gelaber, dass irgendein Medium irgendein Genre so sehr beeinflusst hat unf deswegen gut sein soll, geht mir echt auf den Zeiger. Das erinnert mich stark an die Diskussionen rund um Dragonball Z. Auch wenn dieser Anime seinesgleichen sehr geprägt hat - es bleibt ein beschissener Anime!!!Nicht dass ich jetzt Blade Runner schlecht finde, aber auch ich finde, dass BR2049 besser ist als sein Vorgänger. Unf nur weil der Vorgänger irgendwas geprägt hat, heißt es nicht sofort, dass der Film auf diesem Gebiet gleich gut ist. Ich kann solche haltlose Argumente echt nicht leiden.
    • Gravur51
      Imo geht es vor allem um die Reproduktionsfähigkeit von Replikanten. Das ist schon ein bedeutender Schritt vorwärts im Vergleich zum ersten Teil und deshalb erzählenswert.
    • hunter_x
      Hat den der Herr Scott angestiftet? Oder einfach nur mal wieder Bock in die Medien zu kommen? Ich finde Blade Runner 2049 besser als das Original, aber meine Meinung ist ja nicht wichtig xD
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