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    "Mute"-Regisseur Duncan Jones erklärt, was bei seinem "Warcraft"-Film schiefgelaufen ist
    Von Alexander Friedrich — 27.02.2018 um 14:25
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    Duncan Jones muss sich derzeit viel Kritik zu seinem Netflix-Film „Mute” anhören, aber auch sein vorheriger Film „Warcraft” wurde an vielen Stellen negativ aufgenommen. Nun äußerte sich der Regisseur zu der Frage, warum der Film gescheitert ist

    Universal Pictures

    Na gut, so richtig schlecht war Duncan Jones' „Warcraft: The Beginning” eigentlich nicht. Tatsächlich konnte uns die Leinwandadaption der „Warcraft”-Spiele von Blizzard zumindest mit seiner getreuen Umsetzung der Fantasywelt von Azeroth überzeugen. Denn während die meisten Videospielverfilmungen an der passenden Interpretation ihres Markenkerns scheitern, wusste der leidenschaftliche „World Of Warcraft”-Spieler Duncan Jones, wie er die Geschichte rund um den Kampf zwischen Allianz und Horde liebevoll und enorm detailverliebt umzusetzen hatte.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Mute"

    Filmisch und dramaturgisch dagegen hatte das Fantasy-Spektakel gravierende Schwächen – am Ende vergab unser Kritiker Björn Becher immerhin solide drei Sterne. Trotzdem konnte der „Warcraft”-Film die Fans der Spiele nicht wirklich überzeugen und auch finanziell geriet das Projekt mit Ausnahme des großen Erfolgs in China zum Flop. In den USA spielte „Warcraft: The Beginning” sogar nur miserable 47 Millionen Dollar ein.

    Duncan Jones hat mit dem Science-Fiction-Thriller „Mute” gerade sein nächstes Werk auf Netflix veröffentlicht und in diesem Rahmen gab der Sohn von David Bowie auch SyFy ein Interview, in dem er auch deutliche Worte zum „Warcraft”-Flop findet: „Was das Filmemachen angeht, war Warcraft ein politisches Minenfeld”, antwortet der Regisseur auf die Frage, was für ihn das bisher schwierigste Projekt sei, an dem er gearbeitet habe. „Immer wieder mussten Szenen umgeschrieben werden. Die Umsetzung des Films war sehr, sehr schwierig und teilweise auch entmutigend. Einfach, weil man aufgrund firmenpolitischer Entscheidungen Kompromisse eingehen musste, die dem Ton und der Natur dieses Films nicht gerecht wurden. Das brach einem schon manchmal das Herz.”

    Am Set von "Mute": Das FILMSTARTS-Interview mit Duncan Jones

    Jones meint zwar, dass er aus diesen Fehlern gelernt habe, dass es zugleich aber auch ein traumatische Erfahrung für ihn gewesen sei. Als Grund für die turbulente Produktion nennt der „Moon”-Regisseur vor allem die Übernahme der für den Film verantwortlichen Produktionsfirma Legendary Pictures durch den chinesischen Konzern Wanda, was zugleich einen Wechsel des Filmverleihs von Warner zu Universal zur Folge hatte. „Zahlreiche Mitarbeiter mussten deshalb gehen und mitten in der Produktion durch neue ersetzt werden.”

    Durch den neuen Verleiher sollen viele Änderungen vorgenommen worden sein und auch der Spieleentwickler Blizzard griff immer wieder in die Produktion des Projekts ein, damit ihre Marke auch ihren Vorstellungen nach für die Leinwand umgesetzt wird. „Sie achteten verständlicherweise sehr stark darauf, was mit dem Film geschieht, schließlich ist das Spiel ihr Ein und Alles und bringt ihnen eine Milliarde Dollar im Jahr ein. Egal, was wir auch gemacht haben, es war für Blizzard stets ein Riesenthema. Somit begaben wir uns die ganze Zeit auf sehr firmenpolitisches Gebiet.”

    Doch es gab auch positive Erfahrungen

    Der Regisseur betont jedoch auch, dass die Dreharbeiten an den „Warcraft”-Sets nicht nur die schwierigsten, sondern auch die schönsten Erlebnisse hervorbrachten, die er bei einem Filmprojekt bisher hatte: „Wir bauten riesige Sets und eines davon war das der Stadt Sturmwind. Durch diese gigantische Szenerie zu laufen und zu wissen, dass das ein Teil meines Filmes sei, das war einfach eine unglaubliche Erfahrung.”

    Durch seinen großen Erfolg in China konnte „Warcraft ” schließlich weltweit immerhin noch mehr als 430 Millionen Dollar in die Kassen spülen. Aber angesichts der fast 200 Millionen Dollar Budget ist das trotzdem zu wenig: Eine Fortsetzung wird wohl nicht mehr kommen, auch wenn der deutsche Untertitel „The Beginning” und das offene Ende klar auf ein Sequel abzielten.

    Nur zu gern würden wir noch auf der Leinwand sehen, wie der ruhmreiche Thronerbe Arthas sich in den bösartigen Lichkönig verwandelt und die Allianz in Dunkelheit hüllt. Doch ob diese Geschichten je verfilmt werden wird, bleibt abzuwarten. Bis dahin kann man sich Duncan Jones' neusten Film „Mute” auf der Streamingplattform Netflix ansehen, auch wenn dieser ebenfalls wieder teils massiver Kritik ausgesetzt ist.

     

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    Kommentare
    • Dr.Bundy
      Finde ich auch schade. Ich habe viel Warcraft 3 gespielt und nur kurz in WoW reingeschaut und fand den Film klasse. Es gibt so viele schlechte Filme und wenn Warcraft keine Fortsetzung bekommt, wäre ich schon enttäuscht.
    • Gatzilla
      Ich hatte immer große Hoffnung in Jones. Moon war großartig und Source Code war gut. Warcraft hat es dann total verkackt und Mute habe ich gar nicht erst durchgehalten. Keine tolle Optik, fade Effekte und ich hasse es das mittlerweile in jedem 2. Film über Berlin dieser nervige 20er Jahre Party Charme rein muss...
    • Lukas
      Also ich habe nie WoW gespielt. Vor 15 Jahren vielleicht mal ein bisschen Warcraft 3, aber das war’s auch schon. Seitdem hab ich mich nie wieder mit Warcraft oder WoW befasst. Und ich fand den Film überragend gut.
    • Lionheart W.
      schade das sich duncan Jones für so einen quatsch überhaupt hergeben muss. er sollte nur filme machen, wenn er die volle Kontrolle hat.
    • Marta Stutte
      Warcraft ist eine endlose Geschichte. Alleine das Auftauchen der Orks müsste man mit der Hintergrundgeschichte um Guldan erklären, und das würde bereits eine ganze Weile dauern. Jeder Bösewicht hat seine charakterliche Entwicklung. Was mir nicht gefallen hat, waren die Änderungen an Charakteren bzw deren Handlungen. Weniger ist mehr. Man merkte, dass da herumgepfuscht worden ist.Btw bin ich Fan und lobe den Film nicht in den Himmel. Das Drehbuch ist Mist.
    • Cirby
      Ich sehe die Schwächen von Warcraft bei den menschlichen Charakteren. In diese konnte man sich weniger reinversten, als in die Orks. So etwas darf nicht passieren. Da fehlte eine bessere Charakterentwicklung.
    • Chris
      Ich selbst habe nie WOW gezockt, wenn, dann nur zugeschaut. Bei allen WOW Zockern in meiner Umgebung wurde er tatsächlich hoch gelobt, am meisten hat eben allen gefallendas er für fans war (anders als z.B. Star Trek the fututre begins, wo ich mir einen Film für fans gewünscht habe, was er in meinen Augen nicht war)Aber selbst als nicht WOW Kundiger hat mir der Film recht gut gefallen und ich hätte gerne on screen gesehen wie es weitergeht ( die ganze lore werde ich mir trotzdem nicht anlesen, da ist man ja Jahre mit beschäftigt^^ )
    • The_Lavender_Town_Killer
      Dass er bei der Verfilmung dieses Stoffes nur eine stark eingeschränkte kreative Kontrolle haben würde, hätte ihm auch schon vorher klar sein sollen.
    • TresChic
      Unter Fans wird der Film im Übrigen hochgelobt. Und das ist auch das Problem: es ist ein Film für Fans. Wer WOW nicht kennt, kann mit dem Film nichts anfangen.
    • Bruce Wayne
      Leider war sein Mute auch nicht das Gelbe vom Ei. Interessant ohne Frage, aber leider kein sonderlich ausgeglichenes Screenplay. Dabei waren die Charaktere und ihre Konflikte teilweise wirklich gut ausgearbeitet und SciFi-Berlin gab eine tolle Prämisse her.
    • sonnycorleone
      Na gut bei WoW haben alle reingefunkt und er musste Kompromisse eingehen, das kann man ja verstehen. Aber was ist bei „Mute“ schiefgelaufen? Netflix soll ja meines Wissens nach, den Regiesseuren sehr viel Freiheit lassen. Und dann kommt das dabei raus?! Schade habe mich auf den Film sehr gefreut und wurde mächtig enttäuscht. Duncan Jones war für mich einer der Regiesseure mit Potenzial! Nun stehen zwei relativ guten Filmen zwei Flops gegenüber in seiner Filmhistorie.
    • Mareo
      Ein solches Universum wie WoW kriegt man gar nicht in einen Film, daher war das denke ich schon ok.
    • dis
      Das Problem war (unter anderem),dass die Handlung bereits ala HdR auf eine Fortsetzung ausgerichtet war .
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