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    Jesse Plemons in "Game Night": Wer ist eigentlich der Typ, der aussieht wie der kleine Zwillingsbruder von Oliver Kahn?
    Von Carsten Baumgardt — 02.03.2018 um 07:00
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    Klar, die Stars der Krimi-Komödie „Game Night“ sind die Hauptdarsteller Jason Bateman und Rachel McAdams. Aber wer ist dieser Szenendieb Jesse Plemons? Der Psycho aus „Breaking Bad“ taucht immer öfter auf.

    Warner Bros.

    In seiner US-amerikanischen Heimat wird er bereits jetzt mit den größten Filmstars überhaupt verglichen, wenn auch meist nur optisch: Der 28-jährige Texaner Jesse Plemons, der es in diesem Alter schon auf Auftritte in stattlichen 27 Filmen und 23 Serien bringt und bereits mit drei Jahren seinen ersten Werbespot für Coca Cola drehte, sehe aus wie eine jüngere Version von US-Superstar Matt Damon („Der Marsianer“, „Jason Bourne“). Das blieb auch in Hollywood nicht lange unbemerkt und so spielte Plemons 2000 im Alter von zwölf Jahren in Billy Bob Thorntons „All die schönen Pferde“ die jüngere Version von Damons Figur John Grady Cole. Auch die Ähnlichkeit zu dem verstorbenen Schauspieltitan Philip Seymour Hoffman („Capote“) war immerhin ausreichend genug für Paul Thomas Anderson, der ihn 2012 als Sohn von Hoffmans Sektenguru-Figur in „The Master“ besetzte.

    Da die Amerikaner wenig bis gar nichts von Fußball verstehen, ist es nicht verwunderlich, dass jenseits des großen Teiches noch niemand eine viel auffälligere Übereinstimmung aufgefallen ist: Plemons könnte auch der 19 Jahre jüngere Zwillingsbruder von Torwartlegende Oliver Kahn sein, dem er weit ähnlicher sieht als dessen leiblicher Bruder Axel Kahn (der jüngst als Kurzzeitfreund von Reality-Soap-Sternchen Patricia Blanco durch einige TV-Formate turnte).

    Jesse Plemons (links) und Oliver Kahn

    Plemons dreht mit großen Regisseuren

    Doch diese reizvolle Diskussion lenkt davon ab, dass Jesse Plemons im Moment eines der interessantesten Gesichter der zweiten Schauspielreihe ist. Denn überall, wo der Texaner auftaucht, hinterlässt er bleibenden Eindruck – nicht nur in „Game Night“, wo er als skurriler Gesetzeshüter mit Hund so manche Szene stiehlt. Es ist dieses Schelmische und Verschmitzte, das immer wieder in seinen Figuren hervorsticht, ohne dass er groß eine Miene verziehen muss. Seine Rollen in Kinofilmen sind meist kleiner, aber wenn Plemons auftaucht, ist was los. Dabei ist die Bandbreite seiner Charaktere immens. Zuletzt spielte er in Steven Spielbergs großartigem Journalisten-Drama „Die Verlegerin“ einen stockkonservativen Anwalt, in Stephen Frears‘ Radsport-Drama „The Program“ ragte Plemons als tragischer US-Radstar Floyd Landis heraus. In Doug Limans tollem Betrügerstück „Barry Seal“ spielte er einen Sheriff.

    Durchbruch mit „Friday Night Lights“

    Der Durchbruch gelang dem damals 18-Jährigen mit seiner ersten Hauptrolle in der Football-Dramaserie „Friday Night Lights“ von Schöpfer Peter Berg, für den er später auch in dem Sci-Fi-Actioner „Battleship“ (2012) vor der Kamera stand. Am besten bekannt ist der Hobbysänger der Band Cowboy And Indian aber durch seine Rolle des Psychopathen und Neonazi-Sympathisanten Todd Alquist in der finalen fünften Staffel (2013) der Sensationsserie „Breaking Bad“ (sein Spitzname seitdem: „Meth Damon“). Anschließend war Plemons in allen 10 Folgen der zweiten Staffel von „Fargo“ in einer Hauptrolle als der schlichte, aber gutmütige Fleischereibesitzer Ed Blumquist zu sehen. Für die Rolle futterte er sich einen ordentlichen Bauch an, seinem Erfolg beim anderen Geschlecht scheint dies jedoch keinen Abbruch getan zu haben. Im Gegenteil: Am Set lernte er seine jetzige Verlobte Kirsten Dunst („Melancholia“) kennen, die beiden erwarten dieses Jahr ihr erstes Kind.

    Jesse Plemons (Mitte) mit Aaron Paul und Bryan Cranston in "Breaking Bad"

    Beinahe in „Star Wars 7“

    Der ganz große Schritt nach vorn blieb Plemons vor drei Jahren auf den letzten Metern noch knapp verwehrt. Er war bei „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ weit vorn im Kampf um die Rolle des desertierten Stormtroopers Finn, diese ging dann aber bekanntermaßen an den Briten John Boyega. Stattdessen drehte Plemons an der Seite von Johnny Depp den Mafia-Thriller „Black Mass“ (2015).

    Für einen Kerl, der in einem 2.000-Seelen-Kaff in Texas aufgewachsen ist, hat Plemons bereits einen amtlichen Lauf hingelegt, in Zukunft kann er zudem noch angeben, die Hauptrolle in Martin Scorseses neuem, heißerwarteten Mafia-Drama „The Irishman“ gespielt zu haben - an der Seite von Jungs wie Robert DeNiro, Al Pacino, Joe Pesci und Harvey Keitel. Wir fiebern der langerwarteten Reunion des triumphalen Teams von „GoodFellas“ und „Casino“ sowieso schon unglaublich entgegen … wenn unser aktueller Lieblingsszenendieb Jesse Plemons in die erste Reihe neben die ganz Großen aufrückt, freuen wir uns gleich doppelt!

    Doch vorher könnt ihr euch von Plemons‘ Talent jetzt in eurem Kino um die Ecke überzeugen. Die unterhaltsam-intelligente Krimi-Komödie „Game Night“ läuft seit dem 1. März 2018 in den deutschen Lichtspielhäusern.

     

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    Kommentare
    • Master-Mind
      War klasse in Fargo
    • Jimmy V.
      Nope. Ich hole es nach. ;)
    • Z U
      Plemons ist super. Ob er hingegen die Hauptrolle in The Irishman spielt, wag ich allerdings zu bezweifeln!
    • Gamo Max
      Haben sie die 2. Staffel von Fargo gesehen?
    • Vincent
      Jesse ersatz? Wie meinst du das? Todd war so ziemlich das Gegenteil von Jesse (oder meinst du genau das?). Todd wurde ja auch zu Jesses Gegenspieler am Ende. Todd ist ein komplett empathieloser Psychopath, der Kinder tötet ohne mit der Wimper zu zucken. Jesse wird die ganze Serie von seinen Schuldgefühlen aufgefressen und bricht mehrfach zusammen wenn einem Kind zB. Schaden zugefügt wird. Todd soll ja auch eine Hassfigur sein. Ich finde das aber auch nicht schlimm. Es macht Spaß eine Figur abgrundtief zu hassn finde ich wie zB. auch Jeoffrey in GOT. Ich fand die Neonazis eig cool als Bösewichte. Besser als den xten mexikanischen Kartell boss der wieder irgendwen Rächen will.
    • Jimmy V.
      Interessant, dass du das so anders siehst. Bei einem Rewatch achte ich darauf. Doch ich habe seine Figur ganz gegenteilig in Erinnerung: Als jemand, der ganz klar als Ersatz-Jesse geschrieben wurde, nur eben ohne die ansatzweise interessanten Ambivalenten. Ja, Todd ist skrupelloser und effienzienter als Jesse. Aber irgendwie wird er dadurch nur zu einer hassenswerten Figur - und nicht mehr.Wahrscheinlich mag ich ihn auch deswegen nicht, weil ich die Einführung der Neo-Nazis als eigentliche Bösewichte als vergleichsweise schwächsten Zug der Serie empfand.
    • Vincent
      Ich fand seine Performance in Breaking bad eine der besten der ganzen Serie. Er hatte immer diesen stinknormalen emotionslosen Gesichtsausdruck. Er wollte einfach nur behilflich sein und dachte, was er tat sei das normalste der Welt. Das habe ich ihm komplett abgekauft.
    • TresChic
      Black Mirror kennt doch keiner. Wirklich bekannt ist Meth Damon aus Breaking Bad und nicht aus Black Mirror.
    • Volkan Aydın
      Meth damon.... Ach wie ich diese gute alte zeit vermisse...... 😁
    • Jimmy V.
      Ich mag ihn irgendwie nicht. Er hat in der neuen Black Mirror-Folge gut gespielt, in BB eher nicht so. Vielleicht mag ich ihn nicht, weil seine Figur gerade dort so unsympathisch war...? Er wirkt mir gerade ob des markanten Äußeren nicht so wandlungsfähig, wie er sein könnte.
    • James Leer
      Er ist die exakte Mischung aus Oliver Kahn UND Matt Damon, und zwar im Verhältnis 70 zu 30. Gestern DIe Verlegerin gesehen, in jeder einzelnen Szene war die Ähnlichkeit zu den beiden noch frappierender.
    • 123
      Nein er meint Black Mirror
    • Jan W.
      Ich finde fast, dass er noch mehr Ähnlichkeit zu Matt Damon hat, als zu Oli Kahn (bis auf die rotblonde Haarfarbe) 😅
    • TresChic
      Breaking Bad meinst du.
    • Timmi0708
      Gut, dass ihr auch Black Mirror mal erwähnt habt... vermutlich die Rolle die den Leuten momentan am ehesten im Gedächtnis ist.
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