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    Was ist ein "Inclusion Rider"? Wir erklären euch Frances McDormands Oscar-Rede
    Von Annemarie Havran — 05.03.2018 um 09:30
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    Die Oscars 2018 wurden überreicht, einer davon ging an Frances McDormand für ihre Rolle in „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“. In ihrer Dankesrede erwähnte sie den „Inclusion Rider“ – doch was ist das eigentlich?

    2017 Twentieth Century Fox

    Frances McDormand holte sich in der vergangenen Nacht (4./5. März 2018) ihren Oscar als Beste Hauptdarstellerin für ihren Part in Martin McDonaghs „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ab. Während ihrer Dankesrede bat sie alle nominierten Frauen, egal in welcher Kategorie, aufzustehen. Dann fordert sie alle im Publikum auf, sich umzusehen: All diese Frauen hätten Geschichten zu erzählen und Projekte im Sinn, die eine Finanzierung bräuchten. Sie schloss ihre Rede mit den Worten: „Ich habe zwei Worte, die ich euch heute Abend mitgeben möchte“ – und diese lauteten im Englischen „Inclusion Rider“, also in etwa „Inklusions-Zusatz“.

    Aber was ist dieser „Inclusion Rider“ eigentlich? Gemeint ist damit ein Absatz in einem Vertrag, in dem Gleichberechtigung zugesichert wird. Offenbar ist dieser Begriff auch in Hollywood nicht jedem klar, denn Frances McDormand wurde im Anschluss an die Verleihung von einer Journalistin gebeten, „Inclusion Rider“ zu erklären – und die Schauspielerin verriet, dass sie selbst sogar erst eine Woche zuvor von der Existenz dieses Paragrafen erfahren hatte, den man schon immer hätte in den Vertrag einbauen können.

    „Mit dem Inklusions-Zusatz kann jeder, der Verhandlungen über einen Film führt, darum bitten und/oder verlangen, dass 50 Prozent Diversität herrschen, nicht nur in der Besetzung, sondern auch in der Crew“, erklärte McDormand. Sie bezog dies auf die Diversität von Geschlecht und Hautfarbe bei einer Filmproduktion – dies sei nicht nur ein aktueller Trend, sondern etwas, das sich jetzt tatsächlich ändern werde. Und der „Inclusion Rider“, von dem sie selbst erst nach 35 Jahren als Schauspielerin erfahren habe, werde etwas damit zu tun haben.

    Lässt ein Filmschaffender den Zusatz in seinen Vertrag einbauen und wird dieser nicht erfüllt, kann er legal vom dem Vertrag zurücktreten. Gerade für Stars ist dies eine gute Möglichkeit, ihren Einfluss für Gleichberechtigung in Hollywood zu nutzen, denn das Studio wird es sich zweimal überlegen, ob es lieber auf die Bedingung eingeht oder einen zugkräftigen Namen verliert.

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    Kommentare
    • Sentenza93
      Ja, also an der Umsetzung wird es hapern. :D
    • V_ossi
      Ich bin Rian Johnson und verstehe deinen Beitrag nicht. Würde dich um eine ausführlichere Erklärung bitten.
    • Darklight ..
      Man... was habe ich diese Headlines vermißt...! Die Älteren von Euch werden sich vielleicht noch erinnern, wo uns damals die Sequel STAR WARS Filme erklärt wurde...Ich habe mich die letzten, vielen langen Tage so... so allein gelassen gefühlt. Ich hatte Panik, daß ich selber mal Denken müßte. Das ich mit all den OSCAR Infos völlig allein gelassen werden... und dann... Nun werden die OSCARS ERKLÄRT!Ich bin grade sooo glücklich. Und freue mich auf die nächsten 200 Artikel!: )
    • Darklight ..
      Wenn du Diskriminierung grade mal andersrum erleben willst, bietet sich grade Südafrika an...Für einen Weißen grade kein cooler Ort.
    • Darklight ..
      Damit hätte ein Film wie Moonlight gar nicht gemacht werden können. Der würde nach so einem Vertrag nämlich Weiße diskriminieren. Es kommt nämlich kein Weißer Schauspieler drin vor...Also... das Ziel iss cool. Nicht 50/50 sondern einfach mehr Gleichberechtigung. Aber das Mittel durchaus albern...
    • Deliah Christine Darhk
      Sicher kann man damit argumentieren, dass die USA ein Schmelztiegel verschiedener Ethnien sind, wodurch eine gewisse Diversität am Arbeirsplatz bereits durch die Bevölkerung gegeben sein sollte.Etwas sehr Ähnliches haben wir in Deutschland z. B. Im Ruhrgebiet auch. Dort kommen wir im Grossen und Ganzen gut ohne ständig künstliche Quoten zurecht. Wer den Job kann, der kricht ihn. Wer ihn sche!sse macht, verliert ihn, und unterm Strich sind wir eh alle die gleichen A-Löcher. Manche sind nur gute A-Löcher und manche sind Sch...-A-Löcher. Und wenn einer einem von uns watt tut, kricht der Stress mit uns Allen.So funktioniert Alltags-Diversität bei uns: Wir sehen wer wir sind und nicht, woher unsere Stammbäume können.Ich bin eine im Ruhrpott geborene Perserin mit britischer Mütter.Wo ich herkomme werde ich im Pott nie gefragt. Ich bin da und akzeptiert, ganz ohne Quote, allein durch Natürlichkeit (obwohl ich die meiste Zeit meines Lebens gar nicht dort verblieben bin). So sollte es überall sein. Aber um das zu erreichen darf man Diversität nicht ständig thematisieren, denn das weist auf Unterschiede hin, für die eine wirklich diverse Gesellschaft blind sein müsste.Als mein Opa einen neuen Maurer brauchte rief er über die Strasse: Ey Ali, kannste Mauern,.Pavel kann. Ich Autos machen.Pavel bekam den Job. So lief das bei uns. Da hätte Pavel auch Wei Quenn, Udo oder N'Kantu heissen können. Hätte keinen Unterschied gemacht.Alltags-Rassismus lernte ich erst in Gesellschaften kennen, die sich für intellektuell so hochgestellt halten, dass sie meinten mich nach meiner Herkunft beurteilen und mir ungefragt (als Zeichen ihrer vermeintlichen Aufgeschlossenheit) was über den Iran erzählen zu müssen - ohne zu fragen wo ich geboren bin. ^^
    • hunter_x
      Man kann es aber auch übertreiben...die Posten sollten fähige Leute bekommen, egal ob männlich, weiblich oder schwarz. Erzwingen sollte man sowas nicht, siehe die Schnapsidee mit der Frauenquote in Deutschland.
    • Sentenza93
      „Mit dem Inklusions-Zusatz kann jeder, der Verhandlungen über einen Film führt, darum bitten und/oder verlangen, dass 50 Prozent Diversität herrschen, nicht nur in der Besetzung, sondern auch in der Crew“Ich weiß ja nicht, aber ich würde mir immer noch Leute holen, von denen ich weiß, dass sie es können. :D Ob Mann oder Frau, wäre mir da egal.
    • Cirby
      Klingt für mich komplett albern, da es einfach Filme gibt, wo sich so etwas überhaupt nicht anbietet. Egal, ob ich einen Film im alten China, Ägypten oder im Kongo spielen lasse, bietet sich ein Ausgleich der Ethnien überhaupt nicht an. In der Filmcrew abseits der Darsteller ist es sogar vollkommen unnötig. Hier sollten Fähigkeiten und Talent entscheiden.Wenn man hier von einheitlicher Bezahlung bei gleicher Tätigkeit spräche, wäre dies was anderes.Was bringt es mir z.B. als Maskenbildner, dass 50% meiner Kollegen weiblich sind?
    • Cirby
      In meiner Heimat gab es im gesamten Kreis nur einen Schwarzen (Zumindest sah man nie einen anderen). Den ersten, den ich außer jenen sah, dass war erst mit 14 Jahren auf der Klassenfahrt nach Frankreich.
    • Jimmy V.
      Vertraue meinem Urteil! :D Ist übrigens absolut empfehlenswert einen Road Trip durch England (als Hauptteil des Vereinigten Königreichs um korrekt zu bleiben) zu machen. Wir haben in Europa absolut viel zu sehen und sollten das wertschätzen. Man muss nicht zur Selbstverwirklichung durch Afrika reisen (um mal auf ein Klischee anzuspielen).
    • WhiteNightFalcon
      Da muss ich völlig passen, da was zu zu sagen, da noch nie in England gewesen.
    • Jimmy V.
      Genau. Ich sehe aber schon die ersten Nörgler, die das als Quotierungswahn empfinden. Doch das ist in den USA einfach nochmal von deutlich anderem Gewicht, weil deren Land tatsächlich ein melting pot ist. In Deutschland, aber auch eigentlich allen anderen europäischen Ländern, sind wir allesamt ziemlich homogen, was die Ethnie angeht. Ich bin z.B. immer wieder erstaunt, was für ein weißes Land das Vereinigte Königreich doch ist. Das wird einem aber vor allen Dingen dann klar, wenn man nicht in London zugegen ist.
    • WhiteNightFalcon
      Klingt mal nach einem sinnvollen Zusatz.... der diverse Debatten deutlich entschärfen würde, wenn er Standard wäre.
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