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    Zum Start von "Der Hauptmann": 7 großartige Filme über ambivalente historische Figuren
    Von Robert Laubenthal — 15.03.2018 um 07:45
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    Robert Schwentkes in Schwarzweiß gehaltenes, verstörendes Drama „Der Hauptmann“ über Willi Herold, den „Henker vom Emsland“, startet am 15. März 2018 in den Kinos. Wir werfen einen Blick auf weitere Werke über höchst ambivalente Persönlichkeiten.

    WELTKINO

    Darum geht’s in „Der Hauptmann“: Nordwestdeutschland wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs: Der desertierte Gefreite Herold (Max Hubacher) nutzt die Gunst des Augenblicks, als er in einem verlassenen Auto die Uniform eines mit Orden dekorierten Hauptmanns findet. Ohne lange zu überlegen, streift er sich die passende Kluft über und nimmt fortan die Identität des Offiziers an. In der Folge sammelt Herold als strenger und autoritärer Befehlsgeber versprengte Soldaten (u.a. Milan Peschel und Frederick Lau) auf und formt seine eigene Einheit, die im Emsland in einem Internierungslager hart durchgreift und aus Willkür Gefangene erschießt. Der in seiner Rolle aufgehende, skrupellose Herold verfällt vollends dem Rausch der Macht…

    Weltkino Filmverleih
    Willi Herold (Max Hubacher, links) und seine Männer

    Mit dem gerade erst für fünf Deutsche Filmpreise, auch als Bester Film, nominierten „Der Hauptmann“ bringt der deutsche Hollywood-Regisseur Robert Schwentke („Flightplan“) eine auf wahren Ereignissen beruhende Geschichte auf die Leinwand. Im bitterbösen Kriegsdrama blickt Schwentke tief in menschliche Abgründe und die dunkle deutsche Geschichte der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs. In ausdrucksstarken und trotzdem oft fast dokumentarisch wirkenden Schwarzweißbildern entwirft der Hollywood-Rückkehrer mit dem „Hauptmann“ Herold eine undurchsichtige, ambivalente Hauptfigur. Der von Max Hubacher („Der Verdingbub“) verkörperte Deserteur und Hochstapler startet als von purem existenziellem Selbstbehauptungswillen angetriebene Identifikationsfigur und ist in der Folge zunehmend von wahnwitzigem Machthunger besessen. Zugleich trifft man in der verheerten deutschen Landschaft auf Endzeitstimmung en masse und ausschließlich willige Henker. Neben Hubacher begeistert auch die restliche Besetzung, angeführt von Frederick Lau („Simpel“, „SMS für Dich“) als gemeingefährlicher Kipinski. So erschreckend intensiv sah man Lau zuvor nie.

    „Der Hauptmann“ feierte im September 2017 seine Premiere beim renommierten Toronto Filmfestival und läuft ab dem 15. März 2018 in den deutschen Kinos. Auf den folgenden Seiten präsentieren wir euch sieben großartige Filme über ambivalente historische Figuren.

     

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    Kommentare
    • Matthias@VorfreudeaufFilm.Juhu
      Empfinde da auch keine Ambivalenz. Wenn man es so sehen will, findet man auch in jeder Extreme eine gewisse Ambivalenz. Hier sehe ich aber seine Taten und sein Verhalten als ziemlich eindeutig an.
    • Jimmy V.
      Mit ambivalent ist hier doch eher gemeint, dass das Faszinosum gerade für Schurken-Figuren bei anderen Charakteren in der Geschichte und/oder beim Zuschauer da ist. Und ja, das könnte man sogar bei Hitler und Stalin unterstellen. Bruno Ganz hat Hitler ja für manche in Der Untergang viel zu weich gespielt. Doch ich finde so etwas eigentlich herausfordernd, gerade bei Hitler, der wohl als der übelste Mensch der Weltgeschichte gelten dürfte. Aber der ist eben nicht einfach eine Witzfigur (das eine Extrem) oder der Teufel in Menschengestalt (das andere Extrem).
    • CinemaSnob
      Inwiefern ist Idi Amin denn ambivalent? Der Mann hat fast eine halbe Millionen Menschen auf dem Gewissen, für mich ist das ein menschenverachtender Diktator, dessen Taten heute komplett geächtet werden, und kein ambivalenter Mensch. Und wenn jetzt als Argument kommt, dass er zu Lebzeiten von gewissen Leuten verehrt wurde, dann kann man auch Hitler und Stalin als ambilavente Figuren bezeichnen.
    • Jimmy V.
      Aus dieser Liste ist Michael Kohlhaas wirklich sehr enttäuschend gewesen! Die Formel, das Ganze als Western zu inszenieren, ist ja schön und gut. Nur wird diese schlichtweg nicht eingelöst, weil schlicht kaum etwas passiert. Und warum man den so exzellent mit der deutschen Geschichte verbundenen Stoff nach Frankreich verlagert, ist mir auch ein Rätsel.
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