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    Zum Start von "Der Hauptmann": 7 großartige Filme über ambivalente historische Figuren
    Von Robert Laubenthal — 15.03.2018 um 07:45
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    Robert Schwentkes in Schwarzweiß gehaltenes, verstörendes Drama „Der Hauptmann“ über Willi Herold, den „Henker vom Emsland“, startet am 15. März 2018 in den Kinos. Wir werfen einen Blick auf weitere Werke über höchst ambivalente Persönlichkeiten.

    Polyband

    „Michael Kohlhaas“ (Arnaud des Pallières, 2013)

    Die historische Geschichte: Arnaud des Pallières‘ historisches Drama „Michael Kohlhaas“ basiert auf Heinrich von Kleists gleichnamiger Novelle, in der sich der Autor wiederum der historischen Figur Hans Kohlhase annahm, die 1540 in Berlin hingerichtet wurde. Bei Kleist und des Pallières führt der wohlhabende Pferdezüchter Michael Kohlhaas ein glückliches Leben, bis ihm ein Baron ein Unrecht zufügt. Als der erzürnte, hochmoralische Kohlhaas auf dem Rechtsweg keine Genugtuung erhält, führt er mit einer kleinen Armee eine Fehde gegen den Adel. In Kleists Werk wird die Anschauung der Hauptfigur solcherart auf den Punkt gebracht: „Es soll Gerechtigkeit geschehen, und gehe auch die Welt daran zugrunde!“

    Die großartige filmische Umsetzung: In seiner ungewöhnlichen filmischen Umsetzung bringt Regisseur Arnaud des Pallières den Stoff als alteuropäischen Western auf die  Leinwand. „Michael Kohlhaas“ bedient sich der Stilistik des Spaghetti-Westerns, seien es Stoppelbärte in Großaufnahme oder das Blutrot der untergehenden Sonne, endlose Ritte durch die Ebene oder das unerträgliche Summen der Fliegen. Hauptdarsteller Mads Mikkelsen („Die Jagd“) hält dabei immer die Balance zwischen Held und Anti-Held, zwischen stolzem, unbeugsamem Rächer und heimlichen Zweifler, und verleiht der mythischen Hauptfigur dabei Faszination und Ambivalenz.

     

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    Kommentare
    • Matthias@VorfreudeaufFilm.Juhu
      Empfinde da auch keine Ambivalenz. Wenn man es so sehen will, findet man auch in jeder Extreme eine gewisse Ambivalenz. Hier sehe ich aber seine Taten und sein Verhalten als ziemlich eindeutig an.
    • Jimmy V.
      Mit ambivalent ist hier doch eher gemeint, dass das Faszinosum gerade für Schurken-Figuren bei anderen Charakteren in der Geschichte und/oder beim Zuschauer da ist. Und ja, das könnte man sogar bei Hitler und Stalin unterstellen. Bruno Ganz hat Hitler ja für manche in Der Untergang viel zu weich gespielt. Doch ich finde so etwas eigentlich herausfordernd, gerade bei Hitler, der wohl als der übelste Mensch der Weltgeschichte gelten dürfte. Aber der ist eben nicht einfach eine Witzfigur (das eine Extrem) oder der Teufel in Menschengestalt (das andere Extrem).
    • CinemaSnob
      Inwiefern ist Idi Amin denn ambivalent? Der Mann hat fast eine halbe Millionen Menschen auf dem Gewissen, für mich ist das ein menschenverachtender Diktator, dessen Taten heute komplett geächtet werden, und kein ambivalenter Mensch. Und wenn jetzt als Argument kommt, dass er zu Lebzeiten von gewissen Leuten verehrt wurde, dann kann man auch Hitler und Stalin als ambilavente Figuren bezeichnen.
    • Jimmy V.
      Aus dieser Liste ist Michael Kohlhaas wirklich sehr enttäuschend gewesen! Die Formel, das Ganze als Western zu inszenieren, ist ja schön und gut. Nur wird diese schlichtweg nicht eingelöst, weil schlicht kaum etwas passiert. Und warum man den so exzellent mit der deutschen Geschichte verbundenen Stoff nach Frankreich verlagert, ist mir auch ein Rätsel.
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